Soziales

Biker aus Hagen ermöglichen Krebspatienten Ferienaufenthalt

Ulli Susewind engagiert sich für krebskranke Patienten.

Ulli Susewind engagiert sich für krebskranke Patienten.

Foto: Heuel

Hagen.   Ulli Susewind (56) aus Hagen lädt am alle Biker aus der Stadt und Umgebung zu einer Tour an den Sorpesee ein. Gefahren wird für Krebspatienten.

Die krebskranke Marion (55, Name geändert) aus Hagen hat die Tage in Cuxhaven-Duhnen sehr genossen. „Einmal rauszukommen und etwas anderes zu sehen war so wichtig für mich“, beschreibt sie die einwöchige Auszeit an der Nordsee und fügt hinzu: „Eigentlich hätte ich mir diesen Urlaub gar nicht leisten können.“

Dass sie ihn dennoch antreten konnte, verdankt sie dem Verein „Auszeit für die Seele“, der mittellosen Krebspatienten einen kostenlosen Ferienaufenthalt vermittelt. Das wird möglich durch die Zusammenarbeit mit Hotels, Ferienanlagen, Hausbesitzern und weiteren Gastgebern, die Leerzeiten in ihren Objekten für den guten Zweck zur Verfügung stellen. „Wir vermitteln diese Unterkünfte an Krebspatienten, die sich sonst keinen Urlaub erlauben können“, berichtet Vorsitzende Annemarie Hunecke.

Abstand vom Alltag

Ziel sei es, den Betroffenen und ihren Familien Abstand vom Krankheitsalltag zu gewähren, damit sie neue Lebenskraft und Hoffnung schöpfen können. Krebspatienten, die länger als 18 Monate krankgeschrieben seien, würden von den Krankenkassen ausgesteuert, fielen schnell in Hartz IV oder Grundsicherungsbezug, so Annemarie Hunecke: „Viele müssen auch krankheitsbedingt die Frührente beantragen.“ Geld für Urlaub und Ferien sei dann einfach nicht mehr da: „Hier helfen die Gastgeber mit Herz, die Ferienobjekte auf Spendenbasis zur Verfügung stellen.“

Der Verein wird regelmäßig durch Benefiz-Touren von Motorradfahrern unterstützt, deren Teilnehmer eine Startgebühr von 20 Euro entrichten müssen, mit der die anfallenden Nebenkosten – etwa An- und Abreise, Kurtaxe oder Endreinigung – finanziert werden.

Enorme Beschleunigung

Auch der Hagener Ulli Susewind (56) hat sich dem Projekt verschrieben, am 28. April lädt er alle Biker aus der Stadt und Umgebung zu einer Tour an den Sorpesee ein. „Auf diese Weise können wir einen bescheidenen Beitrag leisten, um den Ferienaufenthalt der Patienten zu realisieren“, sagt er.

Susewind selbst wird mit seinem Elektromotorrad am Start sein. Dabei handelt es sich um eine Maschine der Firma Zero aus Kalifornien, mit der er in der Biker-Szene Eindruck schinden könnte. Denn die Beschleunigung ist enorm, wenngleich es der Besitzer lieber gemütlich angehen lässt: „Für mich ist die Reichweite entscheidend.“

Nur 1,50 Euro an Stromkosten

Wenn er defensiv fahre und langsam beschleunige, könne er mit dem Gefährt 250 Kilometer zurücklegen, ehe die Batterie aufgeladen werden müsse. Rund 15.000 Euro hat er sich das Motorrad kosten lassen: „Die Anschaffung mag teuer sein, aber der Unterhalt ist preiswert.“ Auf 100 Kilometern entstünden nur 1,50 Euro an Stromkosten.

Viele Leute wüssten ja nicht einmal, dass es inzwischen Elektro-Motorräder gebe, hofft Susewind auf neugierige Biker, die die Tour auch zum Fachsimpeln nutzen wollen: „Die Zero ist ein hundertprozentiges Motorrad mit dem einzigen Unterschied, dass sie in der Reichweite beschränkt ist.“

Und so hofft er, dass bei seiner Tour am 28. April viele Biker die Fahrt gegen den Krebs aufnehmen.

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