Kriminalität

Bandidos bestreiten Verbindung zu Messerattacke in Hagen

Foto: Alex Talash

Hagen.   Gibt es in Hagen einen Konflikt zwischen Rocker-Gruppen? Das Opfer der Messer-Attacke ist laut Polizei Bandidos-Anhänger. Doch die dementieren.

Die Messerattacke auf dem Gelände der Aral-Tankstelle in Eilpe am Dienstagabend wirft Fragen auf: Nach Polizeiangaben hat das 31-jährige Opfer möglicherweise Bezüge zu der umstrittenen Rockergruppe Bandidos. Vor allem aber gibt es einen zweiten Fall: Eine knappe Stunde vor der Attacke in Eilpe wurde ein Mitglied des Hagener Motorradclubs Freeway Ridersin der Detmoldstraße auf dem Tücking von unbekannten Männern bedroht – wahrscheinlich mit einer Waffe. In beiden Fällen ermitteln Mordkommissionen.

Gibt es jetzt tatsächlich einen Konflikt zwischen rivalisierenden Rocker-Gruppierungen in Hagen? Die Polizei nimmt den Begriff nicht in den Mund, prüft aber mögliche Zusammenhänge zwischen beiden Fällen. Die Bandidos dementieren indes gegenüber der WP, dass die Rockergruppe irgend­etwas mit dem Fall auf dem Tankstellengelände zu tun hat. Das Opfer sei auch kein Bandidos-Mitglied. Die Freeway Riders wollen die beiden Fälle gar nicht kommentieren.

Tatverdächtige wieder frei

Die beiden Tatverdächtigen für den Eilper Fall, die am Dienstagabend auf der A 45 festgenommen wurden, sind am Mittwoch wieder frei gekommen. Die Polizei, die wegen versuchten Totschlags ermittelt, kann den beiden offensichtlich keine konkrete Tathandlung zuschreiben. Das 31-jährige Opfer, das nach der Tat notoperiert wurde, ist zwar wieder ansprechbar, hat aber bislang keine Angaben gemacht.

Und so wird es für die Polizei schwer herauszufinden sein, ob die Puzzleteile tatsächlich zueinander passen oder ob die Häufung reiner Zufall ist. Diese sind:

Puzzleteil 1: Ein 38-Jähriger – nach eigenen Angaben Mitglied der Freeway Riders – reinigt um 18.38 Uhr am Dienstagabend sein Fahrzeug. Plötzlich, so die Polizei, nähern sich zwei Männer. Einer der beiden hat eine Hand mit einer Plastiktüte abgedeckt richtet den Arm in Richtung des 38-Jährigen. Der flüchtet daraufhin hinter das Haus und sagt später, er habe im Weglaufen einen Knall gehört. Fällt tatsächlich ein Schuss? Die Polizei findet später zumindest eine Patronenhülse.

Puzzleteil 2: Keine Stunde später kommt es gegen 19.25 Uhr zu der Tat an der Aral-Tankstelle in Eilpe. Der 31-Jährige, der nach WP-Informationen erhebliche Vorstrafen hat, wird durch Messerstiche in den Bauch lebensgefährlich verletzt. Die mutmaßlichen Täter flüchten mit einem schwarzen Polo mit einem Hannoveraner Kennzeichen. Die Polizei erwischt sie aber schnell. Auf der Autobahn 45 zwischen Hagen-Süd und dem Kreuz Hagen werden die beiden Männer (20, 25) festgenommen, inzwischen sind sie aber wieder frei.

Puzzleteil 3: Schon fünf Tage zuvor die blutige Attacke in der Augustastraße in Wehringhausen. Ein 37-Jähriger – er ist ein Anwärter für eine Mitgliedschaft der Bandidos – wird von einem 33-Jährigen mit einer Pistole bedroht und geschlagen. Der wehrt sich mit einem Messer und verletzte den Angreifer lebensgefährlich. Der 37-Jährige ist wieder auf freiem Fuß, da die Staatsanwaltschaft Notwehr nicht ausschließt. Der schwer verletzte 33-Jährige liegt indes im Justizkrankenhaus in Fröndenberg. Der Vorwurf: Versuchter Totschlag. Die Ermittler gehen zwar bislang davon aus, dass es keinen direkten Bezug zur Rockerszene gibt. Die zeitliche Nähe zu den Fällen am Dienstag lässt aber aufhorchen.

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