Wohnen

Am Bodelschwinghplatz in Hagen droht weitere Haus-Räumung

Am frisch sanierten Bodelschwinghplatz könnte jetzt ein weiteres Haus geräumt werden. Hier gibt es noch einige Problemhäuser. Foto:Hans Blossey

Am frisch sanierten Bodelschwinghplatz könnte jetzt ein weiteres Haus geräumt werden. Hier gibt es noch einige Problemhäuser. Foto:Hans Blossey

Wehringhausen.   Wegen unbezahlter Rechnungen wird am Bodelschwinghplatz durch die Mark-E die Wasserversorgung gesperrt. Den Bewohnern droht die Zwangsräumung.

Einem weiteren Haus in Wehringhausen droht in den kommenden Tage die zwangsweise Räumung. In der Immobilie Bodelschwinghplatz 1, die von Zuwanderern aus Südosteuropa bewohnt wird, stand für gestern die Sperrung der Wasserversorgung durch Mark-E an. Der Grund sind hier – wie schon bei dem Fall des geräumten Hauses in der Augusta­straße – nicht bezahlte Wasserrechnungen.

Die Sperrung wurde gestern nur nicht vollzogen, weil nicht genügend Mitarbeiter der Netzgesellschaft der Enervie-Gruppe (zu der auch die Mark-E gehört) zur Verfügung standen. Aus Sicherheitsgründen sollte nicht nur ein Mitarbeiter vor Ort sein. Wenn dies in den nächsten Tage geschieht und die Wasserversorgung dauerhaft unterbrochen bleibt, dürfte die Wohnungsaufsicht der Stadt einschreiten und das Haus für unbewohnbar erklären.

50.000 Euro Außenstände

Die Mark-E beziffert die ausstehenden Beträge auf eine fünfstellige Euro-Summe. Besitzer Waldemar Nordheimer aus Heinsberg spricht gegenüber der WP ganz offen von rund 50.000 Euro, die offen sind.

Ansonsten gehen die Schilderungen auseinander. Laut Mark-E-Sprecher Andreas Köster hat das Unternehmen in einem mehrstufigen Verfahren immer wieder auf die Außenstände hingewiesen und die Sperrung auch mehrfach angedroht. Einmal sei auch ein kleiner Betrag vom Besitzer überwiesen worden – der allergrößte Teil des Geldes stehe aber noch aus.

Wasserrohrbruch nicht repariert

Waldemar Nordheimer hingegen sagt, allein ein Wasserrohrbruch, den man lange nicht habe lokalisieren und reparieren können, sei für den immens hohen Wasserverbrauch verantwortlich. Er habe den Schaden der Versicherung gemeldet, die werde – so hofft er – auch dafür aufkommen. „Ich habe die 50.000 Euro nicht einfach so rumliegen.“ Wenn jetzt auch Familien mit Kindern betroffen seien, dann sei dies nicht seine Schuld, sondern die der Mark-E: „Ich habe alles getan.“

Das sieht das heimische Versorgungsunternehmen anders: Sicherlich sei der Wasserrohrbruch ein Einmaleffekt, es habe aber auch sonst Zahlungsaussetzer gegeben, zeitweise sei gar nichts gezahlt worden. Und auch bei anderen Immobilien, die Nordheimer in Hagen besitzt, sei es immer wieder zu Rückständen gekommen.

Keller des Nachbarn durch Rohrbruch durchnässt

Erfreut nimmt Carsten Lobert, Metzgermeister an der Wehringhauser Straße und Besitzer des Nachbarhauses die neue Entwicklung zur Kenntnis. Seit Wochen und Monaten belastet ihn schon die Situation: Durch den Wasserrohrbruch ist der Keller in dem von ihm sanierten Eckhaus durchnässt. „Erst seit kurzem läuft nichts mehr nach. Ich hoffe, dass Herr Nordheimer das jetzt mit seiner Versicherung regelt, damit der Schaden endlich behoben wird.“

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