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Hagen: Rathaus-Galerie mit 88-prozentiger Vermietungsquote

Seit 2014 Center-Manager in der Rathaus-Galerie: Christoph Höptner.

Seit 2014 Center-Manager in der Rathaus-Galerie: Christoph Höptner.

Foto: Michael Kleinrensing / WP

Hagen-Mitte.  Die Rathaus Galerie feiert fünfjähriges Bestehen. Die Vermietungsquote liegt bei 88 Prozent. Am 17. Oktober eröffnet eine Reno-Schuhfiliale.

Die Rathaus-Galerie feiert in diesen Tagen ihren fünften Geburtstag. Von den insgesamt 71 Shops in der Einkaufspassage sind derzeit 58 vermietet. „Damit liegt die Vermietungsquote bei 88 Prozent. Das ist ein guter Wert“, resümiert Christoph Höptner.

Der Center-Manager räumt ein, dass der Wahrnehmung einiger Galerie-Besucher nach mehr Ladenlokale leer stünden. „Dass kommt daher, dass einige Flächen hinter den verklebten Schaufenstern zusammengehören, was von außen nicht ersichtlich ist. Fakt ist, dass von den 20.600 Qua­dratmetern Fläche 18.100 Quadratmeter vermietet sind.“

Erleichtert zeigt sich Höptner über die Neueröffnung einer Reno-Schuhfiliale am Donnerstag, 17. Oktober, auf der bisherigen CCC-Fläche im Obergeschoss.

Zum Hintergrund: Im November 2018 wurde der polnische Schuhfilialist CCC an den Osnabrücker Schuhhändler Reno verkauft. Reno kündigte an, unrentable CCC-Filialen zu schließen. „Wir waren insgesamt sieben Mitarbeiter und wurden zum Glück alle von Reno übernommen“, sagt Ayse Bayrak, früher Filialleiterin im Hagener CCC-Geschäft, nun Filialleiterin im Reno-Shop in der Rathaus-Galerie.

Auch Markenschuhe bei Reno

Was sich ändert in dem knapp 600 Quadratmeter großen Ladenlokal? „Früher gab’s hier ausschließlich Schuhe der CCC-Eigenmarken, künftig bieten wir auch Markenschuhe von zum Beispiel Rieker und Adidas an“, so Ayse Bayrak.

Räumliche Veränderungen wird es auch in Kürze im Bereich „Essen und Trinken“ geben: Hinter dem Eingang Rathausstraße wird die Fläche, die unvermietbar zu sein scheint (Leerstand seit 2014), in einen Imbissbereich mit Sitzecke, der von den Kunden der Gastrozeile gemeinsam genutzt werden kann, umgestaltet. „Der Bereich bietet sich als zusätzliche Aufenthaltsfläche an. Auch, da Wurst König vor wenigen Tagen in unmittelbarer Nähe einen Imbiss samt Verkaufstheke eröffnet hat und Ende Oktober dort Waffel Mafia an den Start gehen wird“, so der Center-Manager (wir berichteten).

Relativ neu am Start sind auch das Dialysezentrum Nephrocare samt Ärztehaus, das seit Mai 2600 Quadratmeter Büro- und Praxisflächen in der zweiten und dritten Etage nutzt sowie die Hagen-Agentur, die im September vom Schwenke-Center in der Elberfelder Straße in die zweite Etage der Rathaus-Galerie gezogen ist.

„Die Deutsche Rentenversicherung zieht ebenfalls bei uns ein. Die Übergabe der 500 Quadratmeter großen Mietfläche ist am 16. Oktober, dann folgt der Ausbau der Räumlichkeiten“, so Christoph Höptner.

Auf die Frage, ob die Hagener Innenstadt zwei Einkaufspassagen „benötige“, reagiert der Center-Manager der Rathaus-Galerie gelassen: „Investoren haben für zwei Malls Potenzial gesehen. Schließlich hat Hagen ein Einzugsgebiet von 630.000 Menschen.“

Außerdem, fährt der 55-jährige gebürtige Duisburger fort, habe Hagen seiner Meinung nach einen großen Standortvorteil: „Hier liegen beide Galerien direkt in der Fußgängerzone. Da bieten sich ein Bummel durch die Innenstadt und ein Besuch der Rathaus- und Volme-Galerie gleichermaßen an.“ Das sei zum Beispiel beim Sterncenter in Lüdenscheid anders.

Werbebudget erhöht

Apropos Lüdenscheid beziehungsweise Südwestfalen: Hier – in Halver, Iserlohn etc. – sieht Christoph Höptner durchaus Potenzial und Kaufkraft, „in der letzten Zeit haben wir das Werbebudget in dieser Region um ein Drittel erhöht.“

Würde nicht ein vielfältigeres Angebot – weniger Filialisten, mehr Inhaber geführte Fachgeschäfte – die Attraktivität der Galerie erhöhen?

„Wir haben einen guten Branchenmix“, sagt Höptner. Bei kleinen Einzelhändlern sehe er die Schwierigkeit darin, dass nur wenige ihren stationären Handel mit einem eigenen Online-Shop kombinieren würden, „das ist aber ein wichtiges Erfolgskriterium“.

Online-Shopping sei natürlich eine Konkurrenz für den klassischen Einzelhandel, aber das Internet decke lediglich den reinen Bedarf ab: „Daher wird es den stationären Einzelhandel­ auch auf lange Sicht geben.“

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