Karneval

38 000 Narren feiern beim Rosensonntagszug in Hagen-Boele

Bei der Schlüsselübergabe vor dem Amtshaus: Markus I. (Vierter von links) bekommt den Schlüssel von Heinz-Dieter Kohaupt (Fünfter von links) überreicht.

Foto: Alex Talash

Bei der Schlüsselübergabe vor dem Amtshaus: Markus I. (Vierter von links) bekommt den Schlüssel von Heinz-Dieter Kohaupt (Fünfter von links) überreicht. Foto: Alex Talash

Boele.   Beim Rosensonntagszug in Hagen-Boele haben 38 000 Narren die Straßen gesäumt. Am Amtshaus fand die traditionelle Schlüsselübergabe statt.

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Zwei Fragen beschäftigten die Boeler Zugbesucher ganz besonders. Frage eins: Wo bekommen wir auf die Schnelle Regenschirme her? In Frage zwei schwang ein beinahe philosophischer Unterton mit: „Was haben wir Hagener Nordlichter bloß verbrochen, dass das in Stein gemeißelte Gesetz ,Am Rosensonntagszug in Boele ist im Gegensatz zum Rosenmontagszug durch die Hagener City stets schönes Wetter’ in diesem Jahr nicht gilt?“

Sei’s drum – statt Regenschirmen mussten eben Kapuzen dran glauben. Und wer weiß, was sich morgen Mittag/ Nachmittag am Himmel über Hagen abspielt.

Außerdem hat jede Medaille bekanntlich zwei Seiten. So machte Hans Stücker, Präsident der Loßröcke, aus der Not eine Tugend und resümierte mit ein wenig Galgenhumor in der Stimme: „Nun ja, in diesem Jahr haben wir wenigstens ordentlich Platz auf der Amtshaustreppe.“In der Tat waren (vermutlich aufgrund des ungemütlichen Wetters) weit weniger „Offizielle“ erschienen als in den Vorjahren.

Blaue Kittel mit Familientradition

Doch die Protagonisten des Tages – das Oberloßrockpaar 2017/18 – genoss seinen Ehrentag in vollen Zügen. Unter dem Motto „Blaue Kittel, Familientradition – so bringen wir Stimmung in die Session“ warteten Markus I. und Nancy I. ungeduldig auf den Augenblick, in dem sie vom „Chef des Hagener Nordens“, Hans-Dieter Kohaupt, den überdimensionalen Amtshausschlüssel übergeben bekamen.

Natürlich erst, nachdem die Elf Närrischen Gesetze verlesen worden waren. In denen wurde u.a. versprochen, dass das Lieblingslied der Loßröcke („Die alten Germanen“) ab sofort jeden Morgen in Boeler Schulen gesungen werde. Versprechen oder Drohung? Die Wertung wurde jedem Karnevalisten, der vor dem Amtshaus Position bezogen hatte, selbst überlassen. Auf jenen Straßen, die die Fußgruppen und Prunkwagen passierten, mussten sich die Narren in Geduld üben. Bis der Zug das Amtshaus passierte, war es weit nach 15 Uhr.

„Badespaß“ und Fußgruppen

Die aufwändig gestalteten Wagen verdienten es, genauer inspiziert zu werden. „Badespaß“ versprach der Wagen der Loßröcke; die dazugehörige Fußgruppe in flauschigen Quietsche-Entchen-Overalls verkündete gutgelaunt „Lass mich deine Badeente sein“. Es folgten der Ulkwagen „Kleine Raupe Nimmersatt“ und etliche Prunk- und Ulkwagen sowie Fußgruppen.

Tierisch ging’s in Boele auch ab: Zwei stämmige Pferde zogen die Kutsche der Loßröcke, die mit „Geistlicher Beistand und mehr“ leibhaftig bestückt und betitel war. Schade nur, dass die Gottesmänner, die in der Kutsche Platz genommen hatten, wohl keinen heißen Draht zum (Wetter-) Gott hatten. . .

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