Kunstprojekt

Grundschüler bauen Himmelstreppe in Hattingen

Bilder wie Hundertwasser haben die Projekt-Schülerinnen und -Schüler im Rahmen von „Landart“ mit der Kunstschule „Die Basis“ und Reinhard Gäbel gemalt. Fotos:Walter Fischer

Bilder wie Hundertwasser haben die Projekt-Schülerinnen und -Schüler im Rahmen von „Landart“ mit der Kunstschule „Die Basis“ und Reinhard Gäbel gemalt. Fotos:Walter Fischer

Hattignen.   Ein Schuljahr lang setzen sich 18 Mädchen und Jungen mit Landart auseinander. Reinhard Gäbel bringt ihnen Kunstrichtung und Vertreter nahe.

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In der vorigen Woche haben sie die Himmelstreppe gezeichnet. Jetzt machen sich die Grundschüler aus dem dritten und vierten Jahrgang der Weiltorschule daran, sie zu bauen. Das „Landart“-Kunstprojekt mit Reinhard Gäbel erstreckt sich über das gesamte Schuljahr. Es ermöglicht den Jungen und Mädchen eine Beschäftigung mit Künstlern und Kunst außerhalb des üblichen Kunstunterrichts.

Möglich gemacht haben das 3050 Euro teure Projekt das Land und der Förderderverein der Schule, der 20 Prozent der Kosten übernimmt. Insgesamt 18 Kinder nehmen teil, davon ein Drittel Jungen.

Sie lernen das Leben und die Werke verschiedener Künstler der Gestaltungsrichtung kennen, die mehr auf Naturkunst, die ästhetischen Veränderungen von Werken unter dem Einfluss der Natur setzen statt auf Bilder und Skulpturen in Museen, und lassen sich zu eigenen Objekten animieren. Besondere Begabungen oder Vorkenntnisse waren nicht erforderlich. Lust am Matschen hilft am Dienstag aber ganz schön weiter.

Nicht nur Emil rollt mit Hingabe kleine Kugeln und rahmt damit ein Brett auf drei Seiten. Gleich groß sollen sie sein. Da keine Waage auf dem Tisch steht, um das Gewicht der Modelliermassen zu bestimmen, rollen die Künstlerinnen und Künstler „frei Schnauze“ unterschiedlich große Kugeln zwischen den Handflächen. „Matschen macht Spaß“ ist die Devise auch der Mädchen, die sich nicht um lackierte Fingernägel scheren.

Wer zuschaut, kann sich noch nicht vorstellen, wie daraus eine Himmelsleiter à la Konzeptkünstler Hansjörg Voth werden soll. Abwarten. Leider werden auch besonders runde Kugeln gleich plattgeformt zu einer Mauer. „Lange Würste lassen sich schlecht rollen“, begründet Gäbel den Umweg über die Kugeln. Später werden Stöckchen in gleichmäßigen Abständen in die Masse gedrückt. Beim Trocknen zieht sie sich zusammen und hält die Sprosse der Himmelstreppe. Das Hundertwasserhaus am Rand des Essener Grugaparks haben die Kinder schon kennengelernt. Und natürlich auch gemalt wie Hundertwasser.

Während sie alle fleißig und konzentriert drinnen arbeiten – wo bleibt da eigentlich die Natur? Die sollen Sofia, Mia, Eva, Ayleen, Nina und die anderen natürlich auch noch im Rahmen des Projektes erfahren. Reinhard Gäbel will auch die Eltern mit einbeziehen und draußen gemeinsam sammeln, was sich zum Umsetzen in vergängliche Kunst eignet. Eine Ausstellung, die die Ergebnisse zusammenfasst, ist ebenfalls geplant.

Schulleiterin Petra Schmidt findet das Thema mindestens ebenso spannend wie die Teilnehmerinnen und Teilnehmer und freut sich schon auf die Ergebnisse am Ende des Projektes. Außerdem passt „Landart“ ihrer Meinung nach hervorragend zur katholischen Franziskusschule.

<<<Verbindung von Landschaft und Kunst

Die Weiltor-Grundschule nimmt zum ersten Mal an einem Projekt im Rahmen von „Kultur und Schule“ teil. Die Möglichkeit gibt es seit 2006. Landart ist die Verbindung von Landschaft (land) und Kunst (art). Künstler setzen statt auf den musealen Bereich auf die Hinwendung zur Natur und ihre Gestaltung.

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