Familiengerechte Kommune

Zertifizierung familienfreundlicher Betriebe geht weiter

Die Zertifizierung familienfreundlicher Betriebe in Gladbeck geht in die zweite Runde. Die Jury hofft auf ganz viele Bewerbungen bis Ende September. Die Zertifizierung steht dann im kommenden März an.

Die Zertifizierung familienfreundlicher Betriebe in Gladbeck geht in die zweite Runde. Die Jury hofft auf ganz viele Bewerbungen bis Ende September. Die Zertifizierung steht dann im kommenden März an.

Foto: Nikolina Miscevic

Ob Kinderbetreuung oder Pflege von Angehörigen. Firmen können einiges tun, um Mitarbeitern die Vereinbarkeit von Job und Familie zu erleichtern.

Vielen Unternehmen und Betrieben fällt es zunehmend schwer, gute Mitarbeiter zu finden. „Da ist man als Betrieb auf jeden Fall schon einmal besser aufgestellt, wenn man seinen Arbeitnehmern Hilfestellungen dabei bieten kann, Job und Familie möglichst bequem unter einen Hut zu bekommen“, so Bürgermeister Ulrich Roland. Die Stadtverwaltung dreht bereits genau an dieser Stellschraube – und das auch nicht nur im eigenen „Laden“.

Zertifizierung als „Vorbildlich familienfreundlicher Arbeitgeber“ in Gladbeck

Bereits zum zweiten Mal nach 2017 können sich Arbeitgeber aus der Stadt um eine Zertifizierung als „Vorbildlich familienfreundlicher Arbeitgeber“ bewerben. Ziel ist es, die Betriebe auszuzeichnen, die sich für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf einsetzen.

13 Gladbecker Unternehmen haben das Zertifikat im Februar 2018 bereits erhalten. Sie dürfen sich gern nach vier Jahren der Rezertifizierung stellen. Nun aber sind erst einmal neue Firmen gefragt, die sich ebenfalls der Bewertung durch die Experten-Jury – bestehend aus dem Verein der Gladbecker Wirtschaft, dem lokalen Einzelhandelsverband, der IHK, dem DGB und der Stadtverwaltung – stellen möchten. Im Fokus stehen dabei diesmal vor allem die mittleren und kleinen Betriebe in der Stadt.

Flexible aber auch starre Arbeitszeiten können familienfreundlich sein

Gerne melden dürfen sich auch die Unternehmen, die sich gar nicht so sicher sind, ob sie die Zielvorgaben erfüllen. „Oft sind es nämlich schon die ganz kleinen Dinge, die es dem Arbeitnehmer ermöglichen, die Kinderbetreuung oder auch die Pflege eines Angehörigen gut in seinen Arbeitsalltag zu integrieren“, betont Gleichstellungsbeauftragte Ulla Habelt. https://www.waz.de/staedte/gladbeck/stadt-zeichnet-13-unternehmen-besonders-aus-id213603271.html

Das können beispielsweise flexible, aber auch starre und damit sehr verlässliche Arbeitszeiten sein, die so die Kinderbetreuung besser planbar machen. Eine familienfreundliche Urlaubsplanung, die Möglichkeit der Arbeitsunterbrechung bei Notfällen in der Familie oder auch die Unterstützung bei der Suche nach einer geeigneten Kinderbetreuung zählen ebenfalls dazu. Aber auch wer Telearbeitsplätze oder eine flexible Ausbildung anbietet, stärkt damit das Familienleben seiner Mitarbeiter.

Auch Parkplätze direkt am Eingang zum Betrieb können helfen

„Auch der Chef, der verlässlich Parkplätze direkt am Firmensitz zusichert, kann eine enorme Hilfe sein. Für die Eltern, die vor der Arbeit noch schnell Kita oder Schule ansteuern, stellt so ein Angebot nämlich eine enorme Zeitersparnis dar, weil die Suche nach einer Parklücke entfällt“, erklärt Detlef Möller vom Jugendamt. Möller ist außerdem auch Projektkoordinator für die Gladbecker Maßnahmen zur „Familiengerechte Kommune“. Nach 2010 und 2015 hat sich die Stadt nun bereits zum dritten Mal den Zielvereinbarungen zu dieser bundesweiten Zertifizierung durch die Bertelsmann-Stiftung gestellt. Und ein wichtiges Kriterium dabei sei unter anderem auch der Auftrag, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf „stadtweit zu fördern und anzustoßen“, so Möller.

Bewerben kann sich jeder Arbeitgeber in Gladbeck, unabhängig von der Größe seines Unternehmens. Auch Mitarbeiter können ihren Betrieb zur Zertifizierung vorschlagen. Als erster Schritt ist dann ein kurzer Fragebogen auszufüllen, der bis Ende September der Stadt vorliegen muss. Alle teilnehmenden Firmen erhalten im Anschluss Besuch von jeweils zwei Jurymitgliedern, die sich vor Ort ein Bild von der Familienfreundlichkeit machen werden. Einige dieser Firmenbesuche haben auch bereits stattgefunden. „Und wir waren wirklich überrascht, wie kreativ besonders in kleinen Betrieben mit der Thematik umgegangen wird“, erklärte Dr. Esther-Maria Meyer-Rudel, die für den Gladbecker Einzelhandelsverband in der Jury sitzt. Im März 2020 findet dann die Zertifizierung der Betriebe statt, die überzeugen konnten.

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