Medizin

„Viel mehr Menschen sollten zum Check-up kommen“

Der Rentforter Mediziner Alexander Hoppe rät zu häufigeren und regelmäßigen „Check-Ups“.

Der Rentforter Mediziner Alexander Hoppe rät zu häufigeren und regelmäßigen „Check-Ups“.

Foto: Lutz von Staegmann / Funke Foto Services

Gladbeck.  Der Rentforter Arzt Alexander Hoppe beklagt, dass zu wenige Patienten den Weg in die Arztpraxen finden. Der Mediziner gibt Tipps und Erklärungen.

Für Kinder und Jugendliche gibt es seit Jahren die U- und J-Untersuchungen, die frühzeitig Erkrankungen und Entwicklungsstörungen aufdecken sollen. Und bislang alle zwei Jahre, jetzt alle drei Jahre bieten die Krankenkassen für Menschen ab 35 Jahren einen regelmäßigen Check-up an.

Doch wer geht überhaupt für so etwas zum Arzt? „Es kommen vor allem die Gesundheitsbewussten zu uns“, so der Allgemeinmediziner Alexander Hoppe (44) aus der Rentforter Hausarztpraxis an der Kirchhellener Straße. „Es kommen die, die ohnehin wissen, was mit ihrem Körper los ist.“ Er würde sich wünschen, dass mehr Menschen zum Check-up kämen. „Manche Krankenkassen erinnern ihre Patienten, wenn ein neuer Vorsorgetermin fällig wird“, so Hoppe, doch trotzdem wird das Angebot von Vorsorge-Untersuchungen nicht so genutzt, wie sich der Arzt das wünschen würde. Dabei wird beim Check-up rundrum das Wohlbefinden des Patienten überprüft. „Die Anamnese ist essenziell“, betont Hoppe.

Ganz wichtig ist dem Mediziner ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten

Vor allem wird mit dem Patienten gesprochen. Wie ist die familiäre Vorgeschichte? Gibt es typische, wiederkehrende Erkrankungen? Wie fühlt sich der Patient? Hat er Veränderungen an sich wahrgenommen? Zunächst werden beim Check-up immer Urin und einzelne Blutwerte untersucht, zertifizierte Allgemeinmediziner können auch ein Hautscreening machen.

Gibt es Auffälligkeiten beim Check-up, so werden nachfolgende Untersuchungen eingeleitet. Wenn ein nachweisliches Krankheitsrisiko in der Familie vorliegt, übernimmt sogar die Krankenkasse dazugehörige Vorsorgeuntersuchungen. Der Rentforter Mediziner berichtet, dass aus seiner Erfahrung mehr Frauen als Männer zum regelmäßigen Check-up gehen. „Männer kommen häufig, weil ihre Frauen das wollen.“

Dabei sei eine Vorsorge zunächst gar nicht mal so ein großer Aufwand. Gespräch und die standardisierten Untersuchungen dauern zwischen 15 und 30 Minuten, Wartezeit inklusive. „Letztlich liegt die Inanspruchnahme einer regelmäßigen Vorsorge aber in der Eigenverantwortung der Leute“, meint Alexander Hoppe.

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