Kommentar

Tedi ist eine Notlösung für den Hoch10-Neubau

WAZ-Redakteur Georg Meinert kommentiert.

WAZ-Redakteur Georg Meinert kommentiert.

Foto: Funke Grafik-Services

Gladbeck.   Aufreger der Woche sind die News von Tedi als Hoch10-Ankermieter und die CDU-Kritik an der Abschiebepolitik der Stadt. Georg Meinert kommentiert.

Ernüchterung statt Euphorie macht sich zwei Monate vor dem Start des neuen Geschäftshauses Hoch10 breit, nachdem Tedi statt Saturn als Ankermieter feststeht. Natürlich ist der Neubau städtebaulich eine Bereicherung im Vergleich zum alten Karstadt-Haus. Und natürlich ist es zunächst ein gutes Zeichen, dass alle Flächen langfristig vermietet sind.

Aber es kann auch die Investoren aus Düsseldorf nicht zufrieden stellen, dass nun ein Billigheimer der Magnet fürs neue Aushängeschild der City sein soll. Ein Zugpferd, das Qualität und eine betuchte Klientel anzieht, sieht anders aus. Man muss die Lösung Tedi als das bezeichnen, was sie ist: eine Notlösung, die wohl vor allem dazu dient, dass die Rechnung der Investoren aufgeht. Ob das auf Dauer so bleibt und ob sich das für die City rechnet, bleibt indes abzuwarten.

Streit um Abschiebepraxis ist gestaltet sich bedenklich

Der politische Aufwühler der Woche, das Video der CDU in Sachen Abschiebung ausreisepflichtiger Flüchtlinge, traf offenbar eine offene Wunde der Verwaltung: Flugs spannte der Bürgermeister nicht nur das Rechnungsprüfungsamt ein, sondern er bat auch gleich zwei kommunale Aufsichtsbehörden, die CDU-Vorwürfe zu entkräften. Die aber bei genauerer Betrachtung gar nicht so falsch zu sein scheinen.

Angesichts leerer Kassen einer unter Aufsicht stehenden Stärkungspaktgemeinde ist es durchaus legitim, die millionenschwere Finanzierung von letztinstanzlich abgewiesenen Asylbewerbern zu hinterfragen. Dies mit Ressentiments oder Ausländerhetze gleichzusetzen ist politisch bedenklich. Und absichtlich in die Irre lenkt derjenige, der die Kritik an der Abschiebepraxis mit fehlendem Willen zur Integration gleichsetzt.

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