Warnung

Staupe-Gefahr: Erhöhtes Risiko für nicht geimpfte Hunde

Spaß macht es dem Hund sichtlich nicht, aber die Impfung schützt wirksam vor einer Staupe-Erkrankung.

Spaß macht es dem Hund sichtlich nicht, aber die Impfung schützt wirksam vor einer Staupe-Erkrankung.

Foto: Foto: Alexandra Roth

Gladbeck.  Ein Fuchs in Essen ist durch den Staupe-Virus gestorben. Tierarzt rät Hundehaltern in Gladbeck dringend, ihre Tiere impfen zu lassen.

Ein Fuchs in Essen ist durch den Staupe-Virus gestorben. Das bedeutet auch für Hundehalter im Kreis Recklinghausen „erhöhte Vorsicht“, sagt Dr. Benjamin Zimmermann – vorausgesetzt, die Hunde seien nicht geimpft. „Geimpften Hunden kann nichts passieren“, betont der Tierarzt vom Tiergesundheitszentrum in Recklinghausen. „Die Prävention durch eine übliche Kombinationsimpfung ist der beste Schutz gegen Staupe.“

Der Staupe-Virus ist für Menschen ungefährlich, im Gegensatz zu allen hundeähnlichen Tieren, die an ihm erkranken können – so zum Beispiel Füchse, Wölfe, Dachse, Frettchen und eben auch der Hund selbst. Wie groß die Gefahr einer Erkrankung derzeit ist, kann Zimmermann nicht genau sagen, „das hängt auch davon ab, ob der Fuchs in Essen ein Einzelfall ist oder ob mehrere Tiere betroffen sind.“

Der Virus kann schnell übertragen werden

Eindeutig hingegen ist die Art der Ansteckung: „Der Virus überträgt sich zum Beispiel, wenn ein Hund an einem infizierten Tier oder seinem Kot schnuppert oder leckt, aber auch indirekt, wenn der Hund in Kontakt mit einem Gegenstand kommt, der in Berührung mit infiziertem Sekret war.“

Um diese Ansteckungsgefahren zu verhindern, empfiehlt der Tierarzt Hundebesitzern von nicht geimpften Tieren verschiedene Verhaltensregeln: Man sollte Orte, an denen gefährdete Wildtiere leben können, am besten meiden – also vor allem Wälder. Hält man sich dennoch im Wald auf, sollte der Hund auf jeden Fall angeleint werden. Der Hund sollte nicht in Kontakt mit toten Tieren kommen, zum Beispiel an ihnen schnuppern.

Die Symptome einer Ansteckung sind oft nicht eindeutig

Die Erkrankung an einem Staupe-Virus ist oft schwierig zu erkennen, wie

Benjamin Zimmermann sagt. „Die Symptome sind oft nicht eindeutig.“ Zumal es verschiedene Krankheitsformen gibt: „Ist der Magen-Darm-Trakt betroffen, kommt es zu Erbrechen, Durchfall und Fieber, bei Haut-Problemen gibt es oft zum Beispiel eine trockene Nase und Hornhaut an den Fußballen. Die neurologische Form führt zu Verhaltensauffälligkeiten wie Gleichgewichts- und Koordinationsstörungen“, erläutert Zimmermann.

Die Behandlung der Staupe sei symptomatisch, man bemühe sich, die Beschwerden zu lindern. „So versucht man bei Magen-Darm-Problemen, den Flüssigkeitsverlust auszugleichen, bei neurologischen Schäden wird Vitamin B gegeben“, nennt der Tierarzt Behandlungs-Beispiele. Ein Gegenmittel gegen den Virus gebe es nicht.

„Die Krankheit kann wieder weggehen, aber im Extremfall auch zum Tod des Tieres führen“, sagt der Mediziner. „Das hängt einerseits von der Schwere der Symptome ab, andererseits vom Zustand des Hundes und seines Immunsystems.“

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