Sozialer Arbeitsmarkt

Stadtverwaltung Gladbeck stellt 20 Langzeitarbeitslose ein

Gemeinsam mit Firmenchef Thorsten Nagel (l.) und Vorarbeiter Markus Grüning (r.) restauriert Helmuth Besener ein bleiverglastes Fenster aus der ehemaligen Kneipe „Hellenbroichs Keller“ mit der Lambertikirche als Motiv, das die Hausbesitzer der Pfarrei St. Lamberti geschenkt haben.

Gemeinsam mit Firmenchef Thorsten Nagel (l.) und Vorarbeiter Markus Grüning (r.) restauriert Helmuth Besener ein bleiverglastes Fenster aus der ehemaligen Kneipe „Hellenbroichs Keller“ mit der Lambertikirche als Motiv, das die Hausbesitzer der Pfarrei St. Lamberti geschenkt haben.

Foto: Nikolina Miscevic

Gladbeck.  Helmuth Besener hat nach langer Arbeitslosigkeit einen Job bei Glas Nagel bekommen. Die Stadt Gladbeck will 20 Langzeitarbeitslose einstellen.

Jahrelang war Helmuth Besener arbeitslos. Seine Ausbildung musste der heute 48-Jährige damals aus gesundheitlichen Gründen abbrechen. Danach kamen immer nur Hilfsarbeiterjobs. Seit Anfang Mai arbeitet Besener als Bauhelfer bei Glas Nagel, packt in der Produktion mit an, fährt raus zu Kunden, durfte sogar schon bei der Verspiegelung der Decke in der Stadthalle mit ran – und er ist begeistert: „Endlich habe ich wieder eine Aufgabe, und das Team hier hat mich von Anfang an gut aufgenommen.“ Helmuth Besener ist einer von 38 Männern und Frauen, die seit Jahresbeginn, als das Bundesteilhabegesetz verabschiedet wurde und damit der Soziale Arbeitsmarkt starten konnte, in Gladbeck auf diesem Weg eine Anstellung gefunden haben.

Auch Firmenchef Thorsten Nagel ist positiv überrascht

Genauso froh wie der neue Mitarbeiter ist Firmenchef Thorsten Nagel: „Als das Angebot vom Jobcenter kam, waren ich und auch meine Angestellten erst einmal skeptisch“, gibt er zu, „aber dann haben wir es doch probiert und sind sehr positiv überrascht worden.“ Motiviert sei der neue Kollege, lernwillig, immer pünktlich und er passe gut ins Team, bestätigt auch Vorarbeiter Markus Grüning.

Insgesamt leben in Gladbeck rd. 6400 Langzeitarbeitslose, darunter etwa 1000 Menschen, die für eine Stelle auf dem Sozialen Arbeitsmarkt in Frage kommen. Sozialverbände, zwei Vereine und ein paar Unternehmen beteiligen sich bisher. Jetzt kommt die Stadtverwaltung als Arbeitgeber hinzu. Sie bietet 20 Arbeitsplätze für Langzeitarbeitlose an, berichtete Bürgermeister Ulrich Roland, der sich, gemeinsam mit anderen Führungskräften aus dem Rathaus und Karin Byrszel, der Chefin des örtlichen Jobcenters, bei Glas Nagel ein Bild von der „Erfolgsgeschichte“ machte.

Ein Beitrag zur Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit

„Wir wollen damit einen Beitrag zur Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit leisten und Menschen eine neue berufliche Perspektive bieten“, begründete Roland das Engagement der Stadtverwaltung. Alle Fachämter hätten an einem Strang gezogen, um geeignete Aufgabenfelder zu finden, ergänzte Sozialdezernent Rainer Weichelt. Zu den Stellen bei der Verwaltung gehören unterschiedliche Büroarbeitsplätze im Rathaus und praktische Tätigkeiten, an Sportstätten zum Beispiel, auf Friedhöfen und in Schulen. Roland: „Die neuen Mitarbeiter können sich auf interessante Aufgaben und eine tarifgerechte Bezahlung freuen.“ Über das Angebot der Stadtverwaltung hinaus seien derzeit 26 Stellen auf dem Sozialen Arbeitsmarkt in Gladbeck zu besetzen, berichtete Karin Byrszel.

Vier Milliarden Euro für den Sozialen Arbeitsmarkt

Der Bund stellt für den Sozialen Arbeitsmarkt vier Milliarden Euro zur Verfügung. Arbeitgeber, die einen Menschen einstellen, der mindestens sechs Jahre Arbeitslosengeld II bezogen hat, bekommen im ersten Jahr der Beschäftigung 100 Prozent der Lohnkosten erstattet, in den drei Folgejahren jeweils zehn Prozent weniger. Ziel ist, dass die ehemals Langzeitarbeitslosen auf diesem Weg eine dauerhafte Anstellung finden.

Für Helmuth Besener könnte sich dieser Wunsch erfüllen. Thorsten Nagel, der gern och zwei weitere Helfer einstellen würde, ist nach den bisherigen Erfahrungen mit seinem neuen Mitarbeiter schon jetzt sicher: „Wenn er so weiter macht, stelle ich ihn anschließend als Facharbeiter ein.“

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