Stadtgeburtstag

Stadtrechte: Am 21. Juli 1919 gab’s einen Anruf aus Berlin

Das Telegramm der Stadtwerdung: Der Innenminister des Landes Preußen telegrafierte Amtmann Dr. Michael Jovy am 1. August: Am 21. Juli 1919 hat die preußische Staatsregierung Gladbeck die Städteordnung verliehen.

Das Telegramm der Stadtwerdung: Der Innenminister des Landes Preußen telegrafierte Amtmann Dr. Michael Jovy am 1. August: Am 21. Juli 1919 hat die preußische Staatsregierung Gladbeck die Städteordnung verliehen.

Foto: Lutz von Staegmann / Funke Foto Services

Gladbeck.  Vor 100 Jahren wurde Gladbeck Stadt. Zunächst gab’s einen Anruf aus Berlin, am 1. August kam noch ein Telegramm. Die Freude in der Stadt war groß

Vor genau hundert Jahren, am 21. Juli 1919, wurde Gladbeck Stadt. Dazu fehlt allerdings ein regelrechter Beleg. Ein Anruf aus dem Preußischen Innenministerium in Berlin brachte einst die frohe Kunde, dass das Preußische Landeskabinett den entsprechenden Beschluss gefasst hatte. Ein Telegramm am 1. August war die schriftliche Bestätigung, dass Gladbeck fortan unter Stadtrechten verwaltet wurde: „Preußische Staatsregierung hat Gladbeck am 21. Juli Städteordnung verliehen – Innenminister“, stand dort preußisch-bieder.

Die Freude in der Stadt war groß. Die Gladbecker Zeitung titelte „Bürger! Flaggen heraus!“. Was man lange herbeigesehnt habe, sei endlich in Erfüllung gegangen, schrieb die Zeitung. „Der blühenden und aufwärtsstrebenden, vor Kraft strotzenden Gemeinde Gladbeck sind die Städterechte verliehen worden!“

Das Telegramm vom 21. Juli 1919 liegt noch im Stadtarchiv

Das offizielle Telegramm aus Berlin gibt’s noch, es liegt im Stadtarchiv. Es ist das förmliche Dokument der Stadtwerdung – eine Urkunde kam dagegen nicht aus Hauptstadt. Den Antrag zur Stadtwerdung hatte Gladbeck 1913 gestellt, die Gemeinde hatte damals schon mehr als 50.000 Einwohner. Er war wegen des 1. Weltkriegs aber liegen geblieben. Nach dem Krieg erinnerte Gladbeck an ihn. Im Sommer 1919 beschloss das preußische Kabinett Gladbecks Stadtwerdung. Allerdings ist dieser schriftliche Beschluss in Berlin im 2. Weltkrieg vernichtet worden.

Erster Oberbürgermeister wurde am 25. August 1919, bei der ersten Stadtverordnetenversammlung nach der Stadternennung, Dr. Michael Jovy. Gladbeck war bis zur Verleihung der Stadtrechte seit dem 1. April 1885 ein selbstständiges Amt gewesen, Jovy am 1. Januar 1918 noch als Amtmann in die Dienste Gladbecks getreten. Erster Amtmann und sein Vorgänger war Heinrich Korte (bis 1917). Zuvor hatte die Gemeinde zum Amt Buer gezählt, das bereits 1811 zur Mairie (Bürgermeisterei) erhoben worden war, von der auch Gladbeck verwaltungstechnisch mit „regiert“ wurde. 1841 gab es in Gladbeck eine erste Gemeindeversammlung.

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