Stadtjubiläum

Senioren erleben einen Nachmittag wie vor 100 Jahren

Das Team der Seniorenberatung und die Mitglieder des Seniorenbeirats hatten sich Kostüme aus dem Fundus des Musiktheaters Gelsenkirchen besorgt.

Das Team der Seniorenberatung und die Mitglieder des Seniorenbeirats hatten sich Kostüme aus dem Fundus des Musiktheaters Gelsenkirchen besorgt.

Foto: Lutz von Staegmann / FUNKE Foto Serivces

Gladbeck.  Im Fritz-Lange-Haus in Gladbeck machten 80 gut gelaunte Besucher eine Zeitreise in die Vergangenheit. Mit passender Musik und Kostümierung.

Schon am Eingang ins Fritz-Lange-Haus war jedem klar: Das würde ein besonderer Nachmittag. Zwei Leierkastenmänner empfingen die Besucher mit Liedern aus alter Zeit.

Drinnen ging es weiter mit der Reise in die Vergangenheit, organisiert vom Team der Seniorenberatung und den Mitgliedern des Seniorenbeirats. Den 100. Geburtstag der Stadt Gladbeck hatten sie zum Anlass genommen, zum „Tag wie vor 100 Jahren“ einzuladen.

Eine Besucherin trug ein Petticoat-Kleid ihrer Patentante aus den 50er Jahren

Kein Stuhl war frei geblieben im großen Saal, aber leider war – außer Monika Strunz, die ein Petticoat-Kleid ihrer Patentante aus den 50er Jahren trug – niemand dem Aufruf gefolgt, im Schrank nach Bekleidung von anno dazumal zu suchen.

Da stachen die Organisatoren besonders ins Augen, als sie einmarschierten. Sie hatten im Fundus des Musiktheaters im Revier tolle Kostüme gefunden. Da kam zum Beispiel der Fürst von Liechtenstein herein in der Bekleidung, die er trug, als er 1921 die erste demokratische Verfassung des Fürstentums erließ. Marketenderinnen waren ebenso vertreten wie der „ehrbare Fuhrwerker“ aus den Anfängen des vergangenen Jahrhunderts und zwei fesche Charleston-Mädchen mit stilechter Zigarettenspitze.

Die alten Volkslieder sagen die Senioren textsicher mit

Die „Bergsteirer“ hatten tief in ihrer Oldie-Kiste gekramt, und bei den alten Volksliedern erwiesen sich die Besucher als ausgesprochen textsicher. Mitglieder des Seniorenbeirats trugen ein launiges Gesicht vor aus der Zeit, als zum Beispiel „Oma noch jung war“ oder „Rossäppel noch auf der Straße lagen“.

Hatten die Besucher noch sehr enttäuscht reagiert, als Ulrich Hauska, Chef der Seniorenberatung, Bürgermeister Ulrich Roland wegen eines anderen Termins entschuldigte, war die Begeisterung umso größer, als er dann als Überraschungsgast doch kam – in seinem bekannten Türmer-Kostüm.

Es wurde ein ausgesprochen fröhlicher Nachmittag, abgerundet mit deftiger Bergmannskost.

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