Straßen der Stadt

Michael Jovy prägte das aufstrebende Gladbeck

Die Straße Jovyplatz schmiegt sich um den gleichnamigen Platz. Geprägt werden Straße und Platz von den ansehnlichen Beamtenhäusern.

Die Straße Jovyplatz schmiegt sich um den gleichnamigen Platz. Geprägt werden Straße und Platz von den ansehnlichen Beamtenhäusern.

Foto: Funke Foto Services

Gladbeck.  Die Straße „Jovyplatz“ erinnert an den ehemaligen Amtmann und Oberbürgermeister, der 1931 viel zu früh starb. Der Jurist stammte aus der Eifel.

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Die Straße „Jovyplatz“ gehört zu den besseren Adressen in der Stadt: Eindrucksvolle Beamtenhäuser liegen an der Straße, die sich um den gleichnamigen, stadtbildprägenden Platz schmiegen. Und sowohl Straße als auch Platz sind nach einem der renommiertesten Lokalpolitiker der Stadtgeschichte benannt: Dr. Michael Jovy.

Die rund 250 Meter lange Straße begrenzt den Platz von drei Seiten - nur im Osten wird er von der Schützenstraße tangiert. Die Straße entstand in den 20er Jahren, in den Boom-Jahren der erst 1919 zur Stadt ernannten Gemeinde, die hier vor den Toren des alten Dorfes Bauland erschloss, um Wohnraum für städtische Bedienstete zu schaffen. Die Häuser waren auch gedacht als Begrenzung eines Stadtplatzes, der Ausdruck einer aufstrebenden urbanen Gemeinde sein sollte.

Anfangs hieß der längere, westliche Teil der Straße Lothringer Straße, der nördliche Straßburger Straße. Nach dem 2. Weltkrieg wurden sie in „Jovyplatz“ umbenannt – nach Dr. Michael Jovy, der über lange Zeit an entscheidender Stelle die Geschicke von Amt und Stadt Gladbeck lenkte. Zunächst war Jovy ab 1918 als Amtmann in Gladbeck tätig, mit Stadtwerdung 1919 bis 1931 als Oberbürgermeister.

Jovy stammte aus der Eifel, wo er am 6. März 1883 geboren wurde. Er wuchs nahe Prüm auf, studierte in Bonn Jura und arbeitete ab 1912 als Gerichtsassessor bei der Stadt Recklinghausen. Im Juni 1914, noch vor Beginn des Ersten Weltkrieges, wurde er Beigeordneter in Recklinghausen. Ab Kriegsbeginn leistete er bis Ende 1917 Kriegsdienst.

Noch vor Ende des Weltkriegs wurde Jovy am 1. Januar 1918 zum Amtmann in Gladbeck bestellt. Schnell erwarb sich der junge Jurist den Ruf eines ruhigen, umsichtigen Mannes, der es verstand, Gegensätze zu überbrücken, schreibt der ehemalige Stadthistoriker Rainer Weichelt. Jovys Ziel war es, die vielen Mängel des Stadtwerdungsprozesses seit 1871 zu beseitigen. Statt den Zechendirekto-ren die städtebauliche Entwicklung Gladbecks (wie zuvor) zu überlassen, versuchte Jovy, dies mehr und mehr gemeinsam mit Kommunalpolitikern vom Rathaus aus zu tun. Über die Jahre gelangen ihm wegweisende Impulse in der Stadtplanung und Verkehrspolitik.

Jovy, der seit 1929 in einer eigens neu gebauten Stadtvilla wohnte, starb nach schwerer Krankheit am 30. Dezember 1931 nicht einmal 50-jährig. Nur kurze Zeit später benannte der Stadtrat bereits den neu geschaffenem Platz nach ihm.

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