Kleingärten-Serie

Kleingärten sind in Gladbeck bei Familien wieder beliebt

Katharina und Sascha Weber besitzen eine Parzelle in der Anlage Offermannshof. Ihre beiden Kinder haben ihr ausreichend Platz um zu spielen.

Katharina und Sascha Weber besitzen eine Parzelle in der Anlage Offermannshof. Ihre beiden Kinder haben ihr ausreichend Platz um zu spielen.

Foto: Olaf Fuhrmann / Funke Foto Services GmbH

Gladbeck.  In der Anlage Offermannshof gibt es eine Warteliste. Katharina und Sascha Weber mit Kindern gehören zu den Familien, die eine Parzelle haben.

„Zurzeit sind alle Gärten vergeben“, gibt die Website des Kleingartenvereins (KGV) Offermannshof lapidar Auskunft. Die Anlage an der Buerschen Straße ist mit 122 Parzellen von je 400 bis 500 Quadratmetern die größte in der Stadt.

Es ist ein aktueller Trend, der in den meisten Kleingartenanlagen zu beobachten ist: Das Gärtnern in der eigenen Parzelle wird immer beliebter, wie der 1. Vorsitzende Erich Rojahn bestätigt: „Wir haben viele Nachfragen und inzwischen auch Wartelisten. Parzellen, die frei werden, sind im Nu weg.“ Das hat sicher auch mit der zunehmenden Verdichtung der Städte zu tun – insbesondere junge Familien, die in der Stadt wohnen, verfügen oftmals über keinen eigenen Garten.

Ein Spielrasenmäher gehört zum Repertoire

So geht es auch Katharina (37) und Sascha Weber (38), die seit Oktober 2015 stolze Besitzer einer Parzelle in der Anlage Offermannshof sind. „Wir wohnen in der ersten Etage“, erzählt Katharina, „und für uns war immer klar, dass wir Kinder haben wollen.“ „Die sollen auf jeden Fall die Natur erleben und sie besser kennenlernen“, ergänzt Sascha. Damit kann es sofort losgehen, denn der zweijährige Felix buddelt schon eifrig mit, wenn seine Eltern im Garten arbeiten. Auch ein Spielrasenmäher gehört zum Repertoire.

„Wir sind in diesem Jahr nicht richtig dazu gekommen, uns um den Garten zu kümmern“, erklärt Katharina. Der Grund für die „Gartenmisere“ liegt im Kinderwagen und blickt zufrieden in die Welt: Paula – gerade mal drei Monate alt. „Während der Schwangerschaft ging nicht viel, und jetzt ist auch erst mal anderes wichtiger“, sagt die zweifache Mutter und studierte Betriebswirtin, die nach der Elternzeit gern wieder an ihren Arbeitsplatz im Chemiepark Marl zurückkehren möchte.

Das potenzielle Gemüsebeet ist bis auf weiteres mit einer Folie abgedeckt. In der nächsten Sommersaison soll es dann wieder richtig losgehen. „Im letzten Jahr hatten wir schon Zucchini und Möhren für den Kinderbrei.“ Allerdings hängt auch jetzt der Apfelbaum voller Früchte. Da geht noch was. Ehemann Sascha, im Berufsleben Finanzbeamter in Essen, nutzt die Elternzeit für sich und findet diese Möglichkeit nach eigenem Bekunden „super“.

Roter Ahorn ist nicht erlaubt

Die Parzelle verfügt über ein recht großes Rasenstück, denn sie soll nach dem Willen der Eltern ihren Kindern alle Möglichkeiten der Entfaltung bieten. Doch mit diesem Wunsch stoßen sie an die Grenzen des Bundeskleingartengesetzes von 1983. Da steht geschrieben, was erlaubt ist und was nicht – und das Aufstellen bzw. Einbetonieren von Spielgeräten wie Klettergerüsten ist definitiv nicht gestattet. „Das Kleingartengesetz ist nicht mehr ganz zeitgemäß und wenig familienfreundlich“, meint Sascha Weber.

Er kann auch die strengen Maßgaben hinsichtlich der Bepflanzung nicht nachvollziehen. Auf ihrem Grundstück steht ein roter Ahorn, der ebenfalls nicht erlaubt ist: „Dieser Baum ist kerngesund. Den soll ich dann wegmachen“, ist er etwas fassungslos. „Wir reden doch alle vom Klimawandel, da sollte man doch um jedes Gewächs froh sein.“ Sascha und Katharina wollen in dieser Angelegenheit aktiv werden und das Thema in der nächsten Versammlung ansprechen. Der 1. Vorsitzende, Erich Rojahn, findet das gut: „Wir nehmen gern Familien mit Kindern“, sagt er, „die bringen frischen Wind.“

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