Wasserstauanlage

Kanalbauarbeiten in Wittringen laufen schon auf Hochtouren

Riesige Böschungsmatten aus Naturfasern verlegen Bauarbeiter derzeit als Erosionsschutz  in der künftigen Mündung des Regenwasserkanals in den Wittringer Mühlenbach.

Riesige Böschungsmatten aus Naturfasern verlegen Bauarbeiter derzeit als Erosionsschutz in der künftigen Mündung des Regenwasserkanals in den Wittringer Mühlenbach.

Foto: Lutz von Staegmann / FUNKE Foto Services

Gladbeck.  Das Projekt zur Regenwassernutzung in Wittringen ist gut angelaufen. Die Mündung des Regenwasserkanals in den Mühlenbach ist schon modelliert.

Das Projekt zum Bau des Stauraumkanals unter der Marathonbahn in Wittringen ist angelaufen. Inzwischen laufen die Arbeiten auf Hochtouren. „Wir sind mit dem Start sehr zufrieden“, so Britta Pleiss, stellvertretende Ingenieuramtsleiterin. Erste Konturen der aufwändigen Kanalbaumaßnahme sind bereits zu erkennen.

Die Stadt schließt hier am östlichen Rand des Wittringer Waldes Schmutz- und Regenwasser, das aus dem Jovyplatzviertel bereits bis zur Gildenstraße getrennt erfasst wird, künftig ebenso getrennt an den unter der Marathonbahn liegenden Großraum-Abwasserkanal und an den renaturierten Wittringer Mühlenbach an.

Die Mündungsböschung wird zum Erosionsschutz mit Naturmatten belegt

Inzwischen ist schon das Auslaufbecken des Regenwasserkanals in den Wittringer Mühlenbach hinter den Tennisplätzen – die Mündung – ausmodelliert, so Projektleiterin Tanja Schielke. Die Bauarbeiter der aus dem baden-württembergischen Gaggenau stammenden Spezialfirma Uhrig sind selbst spätnachmittags noch emsig mit schwerem Gerät dabei, Erdmassen zu bewegen und Böschungsmatten aus Naturfasern als Erosionsschutz zu verlegen. Auch die Wassersteine unmittelbar am künftigen Einfluss in den Mühlenbach, die den Zufluss verlangsamen sollen, liegen fast schon alle.

3,6 Millionen Euro kostet die gesamte Baumaßnahme, die Teil des neuen Abwassermanagements der Stadt ist und etwa bis zum nächsten Frühsommer dauern wird. Herzstück des Bauprojekts wird der 310 Meter lange Stauraumkanal sein, der vor der Mündung unter die Marathonbahn gebaut wird. Er hat einen Durchmesser von zwei Metern und kann, geregelt durch zwei eingebaute Staustufen, bei Starkregen 1000 Kubikmeter Wasser aufnehmen und den Zufluss zum Mühlenbach regulieren. Dieser Spezialkanal ersetzt ein unterirdisches Regenrückhaltebecken, das ursprünglich unter dem Spielplatz gegenüber der Dorfheide geplant war.

Es gibt zwei Ausweichstrecken durch den Wald für die Läufer

In den kommenden zwei Wochen stehen, so Schielke, zur Vorbereitung für den Stauraumkanal größere Arbeiten an, u.a. der Bau eines Schachtwerkes. Parallel laufen die Vorbereitungen für den Anschluss des 320 Meter langen Schmutzwasserkanals. Das patentierte Bauverfahren der Firma Uhrig sei, so heißt es aus dem Ingenieuramt, platzsparend und benötige nur geringere Eingriffe in die Natur. Die Baustelle ist umfangreich abgesperrt und videoüberwacht und laufe, so Schielke, auch mit den Absperrungen gut. Bislang habe es keine Beschwerden gegeben.

Für die Läufer in Wittringen wurden zwei Ausweichstrecken ausgeschildert – eine beleuchtete und eine unbeleuchtete. Die beleuchtete Strecke ist die Wegeverbindung von der Dorfheide zum Schloss. Vorbei am Tennisplatz und dem Schloss gelangt man auf die Ringallee. Diese Ausweichstrecke ist etwas länger als die normale Route – knapp 150 Meter. Die unbeleuchtete Ausweichstrecke verläuft in etwa parallel zur Baustelle direkt durch den Wald und ist nur sieben Meter länger als die Laufstrecke der Marathonbahn.

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