Engagement

Jugendliche arbeiten bei Aktion ehrenamtlich in Gladbeck

Schüler der Johannes-Kessels-Akademie musizierten am Samstag in der Innenstadt. Sie ließen zwei Bänke gestalten. / FUNKE Foto Services

Schüler der Johannes-Kessels-Akademie musizierten am Samstag in der Innenstadt. Sie ließen zwei Bänke gestalten. / FUNKE Foto Services

Foto: Lutz von Staegmann / Funke Foto Services

Gladbeck.  Rund 50 Gladbecker machten am Wochenende bei der 72-Stunden-Aktion des BDKJ in Gladbeck mit. Diese Projekte standen für die Jugendlichen an.

„Uns schickt der Himmel“, so lautet der Leitspruch der 72-Stunden-Aktion, die der Bund der Katholischen Jugend (BDKJ) in diesem Jahr erneut initiiert hat. Rund 50 Teilnehmern waren am Wochenende auch in Gladbeck aktiv.

Einen sozialen Zweck muss das Projekt haben, dabei können die Gruppen wählen, ob sie die „Do it“-Variante – die Gruppe überlegt sich selbst ein Projekt, das sie durchführen will – oder die „Get it“-Variante – die Gruppe bekommt erst kurz vor Beginn der Aktion das Projekt zugeteilt – wählen möchte.

In 72 Stunden werden verschiedene Aktionen durchgeführt, die alle das Ziel haben, „die Welt ein Stückchen besser“ zu machen. Diese Projekte standen für die Ehrenamtlichen an.

Gartenneugestaltung in Braucker Kita

Wer an der Kita St. Marien um die Ecke biegt, merkt sofort, dass hier etwas anders ist. Fetzige Musik schallt über den Weg, junge Erwachsene in knatschgrünen T-Shirts transportieren Erde und Grünzeug hin und her. Eifrig sind sie dabei, ihr Projekt voran zu treiben. Zehn Schüler der Abiturklasse von 2020 der Johannes-Kessels-Akademie gestalten an diesem Wochenende einen Teil des Außenbereichs neu. „Wir verschönern diesen Bereich, nehmen die komplette Grasnarbe auf, begradigen das Erdstück und säen neu ein“, so Sozialarbeiterin Silke Dorn (39), die die Schüler betreut.

Und eigene Ideen haben sie auch schon: „Wir wollen die Garagenwand hinter dem Gartenstück streichen, einen Teil mit den Kindern zusammen, die hier dann spielen werden“, erzählen Emely (19) und Lisa (17). Auf einer gemalten Wiese sollen sich die Kinder mit einem Handabdruck als Blume verewigen. Doch das ist nicht alles: Die Schülergruppe hat spontan entschieden, die großen Betonrohre im Garten, die bislang als Blumenkästen genutzt wurden, mit einem Holzdeckel zu versehen, um daraus Sitzmöglichkeiten zu bauen. „Als uns vorgeschlagen wurde, bei der 72-Stunden-Aktion mitzumachen, waren wir eigentlich direkt begeistert. Wir wollen gerne einen besseren Klassenzusammenhalt haben.“

Pfadfindersein für einen Nachmittag

Wer hat da keinen Spaß dran: Lagerfeuer machen, Stockbrot backen, Popcorn über dem Feuer rösten oder basteln. Eine Menge davon, was Pfadfinder so unternehmen. Die Pfadfinder aus der einstigen St. Elisabeth-Gemeinde haben Material für genau diese Projekte eingepackt und mit nach Zweckel genommen. Den Freitagnachmittag verbrachten die Pfadfinder mit Jungen und Mädchen im Kinderhort Terebinthe. Am Samstag waren die rund 20 Leiter und Rover, die die älteste Kinderstufe bei den Pfadfindern sind, im Kaplan-Poether-Haus, das eine Außenwohngruppe des Suitbert-Hauses beherbergt. Die Bewohner sind Menschen mit Behinderungen.

Bauwagen weicht für neue Lagermöglichkeiten

Betonmischer, ein großer Kran, Rollrasen, Pflastersteine in unterschiedlichsten Formen und eine ganze Menge Werkzeug stehen auf dem Parkplatz hinter der St. Josef-Kirche. Mit rund 40 Helfern herrscht am Samstag reges Treiben hinter der Kirche. Der alte Bauwagen, in dem die Pfadfinder vorher ihre Zeltmaterialien aufbewahrten, ist weg – stattdessen gibt es jetzt ein neues Lagergebäude. „Es gibt endlich eine feste Lagerfeuerstelle – und wir pflastern auch den kleinen Fußweg an der Wiese neu“, erzählt Pfadfinderleiter Stephan Alfs (23), der sich zusammen mit Dominik Wortmann (22) um die Organisation des Pfadfinderprojekts rund um St. Josef kümmert. Und etwas Besonderes passiert noch am Wochenende: Bischof Franz-Josef Overbeck kommt die Rentforter Pfadfinder besuchen, lobt ihr Engagement und begutachtet die Baustelle.

KjG gestaltet schicken Erlebnispfad

Auch die Kita St. Johannes erhält einen verschönerten Außenbereich. Hier waren am Wochenende die Jungs und Mädels der katholischen jungen Gemeinde (KjG) aus St. Johannes, St. Marien und Herz Jesu im Einsatz. Sie pflanzten Heckenelemente aus Kirschlorbeer für einen Erlebnispfad und gestalteten innerhalb des Weges verschiedene Böden für die Kindergartenkinder. „Wir haben Abschnitte aus Mulch, Bambus, Kieselsteinen und Backstein erstellt“, erzählt Lena Kawohl. Sie ist nicht nur bei der KjG ehrenamtlich aktiv, sondern betreut auch die stadtweite 72 Stunden-Aktion.

Bänke als ein Zeichen für Toleranz

Man nehme eine Menge Holz, ein paar Schrauben und Farbe. Das vermische man mit einer motivierten, 15 Kopf starken Erzieherklasse der Johannes-Kessels-Akademie, gebe mit der Youngcaritas einen Auftraggeber hinzu – das ergibt das fünfte und nicht ganz typische Projekt.

Unter dem Motto #platzfürtoleranz galt es, eine Bank zu gestalten und öffentlichkeitswirksam in Szene zu setzen. Passanten wurden aufgerufen, sich mit einem Statement für mehr Toleranz in der Gesellschaft auf die Bank zu setzen. Die Bilder sollen dann unter dem genannten Hashtag in sozialen Netzwerken gepostet werden. „Um die 50 Passanten haben mitgemacht, das war toll“, erzählt Christian Hotze (38) von der Youngcaritas. Die Schüler haben zwei Bänke gebaut – eine davon soll in Zukunft an der Johannes-Kessels-Akademie ihren Platz finden – und die Zukunft der zweiten Bank ist noch nicht ganz geklärt.

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