Fachtagung

Inklusion gilt auch für alle Kindergärten in Gladbeck

Bunte Darstellung auf einer Aufstellwand zur Fachtagung: Im Betreuerteam gilt es, die Herausforderungen zu meistern, damit die Inklusion bei unterschiedlicher Kinderschar gelingt.

Bunte Darstellung auf einer Aufstellwand zur Fachtagung: Im Betreuerteam gilt es, die Herausforderungen zu meistern, damit die Inklusion bei unterschiedlicher Kinderschar gelingt.

Foto: Joachim Kleine-Büning

Gladbeck.  Fachtagung zeigte Gladbecker Kita-Leiterinnen, wie die Förderung behinderter Kinder besser gelingen kann. Aber: Fachpersonal zur Entlastung fehlt

Jede Kindertagesstätte im Stadtgebiet muss bei Bedarf auch Kinder mit einer Behinderung aufnehmen. Von insgesamt 38 Einrichtungen in Gladbeck werden aktuell in 18 Kitas 48 Kinder mit Förderbedarf betreut. Denn waren es früher nur einzelne, speziell aufgestellte Einrichtungen, so haben jetzt, wie Grund- und weiterführende Schulen auch, alle Kitas den Auftrag, die UN-Behindertenrechtskonvention umzusetzen. Sie verlangt, Kindern mit speziellem Förderbedarf die gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen. Ein offizieller Auftrag, der die Kita-Teams oft verunsichert, wie sie mit der Mehrbelastung umgehen sollen. Mutmachende Antworten darauf gab jetzt die Fachtagung „Inklusion in der Kita – Herausforderungen und Chancen“.

Fachfrau berät die Teams der Kindergärten

Eingeladen hatten alle Kita-Träger im Stadtgebiet: Caritasverband, Arbeiterwohlfahrt, Sozialdienst katholischer Frauen und die Stadt Gladbeck. Mehr als 60 Erzieherinnen nutzten die Gelegenheit, um von Fachberaterin Katja Lippitsch vom LWL-Landesjugendamt im Pfarrsaal von St. Lamberti etwas zu den Grundlagen zu hören, wie Inklusion besser gelingen kann.Zudem stellte Nicola Dahlmann ihre Arbeit vor. Die Diplom-Heilpädagogin hat mit Beginn des Kindergartenjahrs ihre neu von den Trägern geschaffene Stelle angetreten, um als Inklusionsfachberaterin für alle Gladbecker Kitas das Inklusionskonzept der Stadt zu unterstützen.

Sie machte deutlich, dass ihr oft zunächst die grundlegende Frage gestellt werde: Wo bekomme ich Unterstützung für das Kita-Team her? Unterstützung sei über das Landesjugendamt möglich, das bei Auffälligkeiten eines Kindes hinzugerufen werden könne, um den speziellen Förderbedarf feststellen zu lassen. Werde dieser bejaht, sei in der Gruppe die zusätzliche Beschäftigung einer heilpädagogischen Fachkraft (Landesmittel) möglich, so Dahlmann.

Kritik einer Erzieherin zum Fachkräftemangel

Die Kritik einer Erzieherin wurde dazu im Plenum laut, dass es (ähnlich wie bei den Sonderpädagogen für Schulklassen) derzeit zu wenige ausgebildete heilpädagogische Fachkräfte gebe, um den benötigten Bedarf zu decken. Das bestätigte Katja Lippitsch vom Landesjugendamt. Sie appellierte an das Fingerspitzengefühl der Erzieher, auch auf vorhandene Stärken zu vertrauen. Wobei es generell am wichtigsten sei, „eine Bindung zum einzelnen Kind aufzubauen“, damit es sich entwickeln könne.

Dass die Zeit, sich bei 25 Kindern pro Gruppe einem besonders bedürftigen Kind einzeln zuzuwenden, aber auf ein Minimum begrenzt ist, sieht auch Jugendamtsleiterin Agnes Stappert. Sie unterstützt deshalb die Forderung nach mehr Personal und befürwortet kleinere Kindergartengruppen. In der Ausbildung für Kitas müsse sich zudem etwas ändern. Es gelte „multiprofessionelle Teams aufzustellen“, um den Anforderungen besser gerecht werden zu können.

Den Blick auf kleine Gelegenheiten lenken

Nicola Dahlmann gab derweil als kurzfristige Hilfe den ausgelasteten Erzieherinnen den Tipp, „den Blick auf die kleinen, unscheinbaren Gelegenheiten zu lenken“, die sich im Alltag für intensiven Kontakt zum bedürftigen Kind nutzen ließen. „Dadurch können bereits spürbare Veränderungen eintreten.“

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