Wirtschaft

Gut für Gladbecker Werk: Ineos stärkt seine Chemiestandorte

Der Produktionsstandort der Ineos Phenol an der Dechenstraße in Gladbeck Zweckel

Der Produktionsstandort der Ineos Phenol an der Dechenstraße in Gladbeck Zweckel

Foto: Blossey

Der Konzern plant eine Milliarden-Investition. Ein neues Cumol-Werk soll in Marl entstehen und ein Erdgas-Cracker im Hafen von Antwerpen.

Gladbeck. Mit der seit Jahrzehnten größten Investition der Chemiebranche in Europa will Petrochemiegigant Ineos seine Standorte in Europa stärken. Geplant ist, für rund drei Milliarden Euro einen Cracker (Ethan) und eine Propan-Dehydrierungsanlage im belgischen Antwerpen zu errichten. Das ist auch eine gute Nachricht für Ineos Phenol in Gladbeck, „da so die Versorgungssituation in Europa verbessert wird, wo zurzeit nicht genügend Propylen und Ethylen hergestellt wird, um den Bedarf zu decken“, erläutert Geschäftsführer Benie Marotz.

Der neue Cracker soll mit Erdgas befüllt werden, um Kohlenwasserstoffe aufzuspalten und so auch Propylen und Ethylen zu erhalten. Ein Verfahren, das überwiegend in den USA angewendet wird, während in Europa vergleichbare Anlagen überwiegend auf Erdölbasis arbeiten. „Mit dem neuesten Stand der Technik erhalten wir so in Europa die Produktionskapazitäten, die benötigt werden. Der Bedarf an wettbewerbsfähigen Rohstoffen kann gedeckt werden“, so Marotz.

Ein positives Signal für den Standort Zweckel

Ein positives Signal ist das auch für die Chemieanlagen in Gladbeck und

Marl, da die Anlagen im Antwerpener Hafen, die 2024 in Betrieb gehen sollen, über Pipelines an Produktionsanlagen im Ausland angebunden werden. Am Chemiestadort Marl wird beispielsweise Benzol und Propylen für die Cumol-Herstellung benötigt, mit der dann wiederum Ineos in Gladbeck versorgt wird, um Phenol und Aceton zu produzieren.

Für den Gladbecker Standort ist so direkt das bereits Anfang Mai 2018 von Ineos angekündigte Investitionsvorhaben von größerer Bedeutung: ein neues Cumol-Werk im Chemiepark in Marl zu errichten. Mit dieser Anlage soll die Versorgungssicherheit für die Produktion des Werkes in Gladbeck verbessert und die Marktführerschaft als weltgrößter Hersteller von Phenol und Aceton gesichert werden. Die bestehenden Rohrleitungsverbindungen vom Evonik-Chemiepark in Marl und der BP Raffinerie in Scholven können für die Rohstoffzuleitung Richtung Ineos Phenol genutzt werden.

Entscheidung für Cumol-Werk im ersten Halbjahr 2019

Angekündigt war, das Cumol-Werk bis 2020 errichten zu wollen. Die Investitionsentscheidung sollte bis Ende 2018 auf Grundlage eines Gutachtens (Front-End und Engineering-Studie) getroffen werden. Benie Marotz geht aktuell davon aus, „das dies im ersten Halbjahr 2019 geschieht“.

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