Logistik

Gladbecker steuert im Umschlagterminal große Kräne

Jens de Cruppe ist Auszubildender im Umschlagterminal Ruhrort Hafen der Deutschen Bahn, hier im Führerhaus eines Verladekrans.

Jens de Cruppe ist Auszubildender im Umschlagterminal Ruhrort Hafen der Deutschen Bahn, hier im Führerhaus eines Verladekrans.

Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Gladbeck.  Jens de Cruppe arbeitet im Containerterminal im Ruhrorter Hafen in Duisburg. Mit riesigen Kränen bewegt er dort die tonnenschweren Lasten.

Mit geübten Handgriffen setzt Jens de Cruppe den tonnenschweren Kran am Ruhrorter Hafen in Bewegung. Auf Schienen fährt der Gladbecker an den Gefahrgutbehälter heran, sein Führerhaus steht in acht Metern Höhe nun genau über dem Container. Dann lässt er die Haken hinab, um ihn zu verladen – auf einen Zug oder einen Lkw. Was er alles beachten muss, hat der 25-jährige in den letzten beiden Jahren in seiner Ausbildung als Fachlagerist gelernt.

Die absolvierte er bei der Deutschen Umschlagsgesellschaft Schiene-Straße (DUSS), einer Tochter der DB Netze. Das Unternehmen betreibt bundesweit die meisten Terminals, in denen Container auf Züge und Sattelschlepper verladen werden.

Große Maschinen sind eigentlich der Traum eines jeden Jungen. „Es war aber nie von klein auf mein Wunsch, Kranführer zu werden. Ich habe erst eine Ausbildung als Einzelhandelskaufmann gemacht. Durch Bekannte bin ich dann auf die DUSS aufmerksam geworden“, erzählt er. Zur Ausbildung als Fachlagerist am Container-Umschlagwerk gehört auch ein Blick in die Leitstelle, die Auseinandersetzung mit Steuerungsprogrammen, die Ladeaufsicht und eine Gefahrgutschulung.

Am liebsten fährt er mit der Zugmaschine

Den größten Teil macht aber das Steuern der riesigen Kräne aus. „Beim ersten Mal habe ich mich nicht getraut, das Ding in Bewegung zu setzen, weil ich Angst hatte, etwas kaputt zu machen. Aber dann hat es Spaß gemacht“, erinnert er sich. „Am liebsten fahre ich aber mit der Zugmaschine – das ist so eine Art Sattelschlepper, die kleine Container bewegen kann.“

Seit Ende seiner Ausbildung vor ein paar Tagen gilt de Cruppe als operativer Mitarbeiter und verdient entsprechend mehr.

Die Frage, die er immer auf Partys gestellt bekommt? „Naja, die Leute denken, ich sei für die Verspätungen der Bahn verantwortlich, dabei ist die DB viel mehr als nur Personenverkehr.“ Das Containerterminal gibt es seit 1992, seit 2003 wird es von der DUSS betrieben. Hier ankommende Container werden von Lastwagen auf Züge geladen, die nach Skandinavien oder Südeuropa rollen – und umgekehrt. Umweltfreundlich sei das, so Terminalleiter Hans Peter Schmitz. „Man stelle sich nur vor, alle diese Container auf einem Zug fahren auf Lkw vor ihnen auf der Autobahn“, sagt er. Der Standort Duisburg ist der viertgrößte in Deutschland, in NRW liegt Köln-Eifeltor vor dem Pott.

Nachts ist es ruhiger

Gearbeitet wird im 24-stündigen Schichtbetrieb. Auch das gehörte zu de Cruppes Ausbildung: „Ich mag es, nachts zu arbeiten – da ist es ruhiger“, sagt er. „Aber auch allgemein mag ich die Arbeit: Man ist mitten im Industriegebiet und es ist immer was los. Ich bin jemand, der immer was zu tun haben will.“

Die DUSS bietet ihren jungen Beschäftigten die Möglichkeit, durch regelmäßige Weiterbildung zu Führungskräften aufzusteigen. „Das wäre vielleicht etwas für die Zukunft“, sagt der 25-jährige Gladbecker. „Ich will hier erst einmal bleiben und mich zurechtfinden. Denn alles, was ich erreichen will, kann ich hier auch erreichen.“

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