Kriminalitätsstatistik

Gladbecker leben relativ sicher

Vor einem Wohnungseinbruch fürchten sich viele Bürger.

Vor einem Wohnungseinbruch fürchten sich viele Bürger.

Foto: Ralf Rottmann

Gladbeck  Die aktuelle Kriminalitätsstatistik belegt in fast allen Bereichen einen Rückgang der Straftaten. Zweitsicherste Stadt im Kreis Recklinghausen.

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. In Gladbeck lässt es sich relativ sicher leben. Dies ist das Ergebnis der am Mittwoch vom Polizeipräsidium Recklinghausen vorgelegten Kriminalitätsstatistik 2017. Wie bereits seit 2014 ist die Kriminalität in fast allen Bereichen im Stadtgebiet rückläufig, mit 4534 Delikten insgesamt und somit 276 weniger als im Vorjahr (- 5,74 Prozent).

Kreisweit betrachtet ist Gladbeck sogar die zweitsicherste Stadt hinter Oer Erkenschwick, gemessen an der Anzahl der Taten bereinigt auf die Anzahl der Einwohner. Marl schnitt am schlechtesten ab, gefolgt von Bottrop und Castrop-Rauxel. Kreisweit sank die Gesamtkriminalität bei 52 348 Fällen um 3,34 Prozent.

Baby drohte zu ersticken

Zwei so genannte Straftaten gegen das Leben, also mit Tötungsabsicht, verzeichnet die Statistik für Gladbeck (2016 ein Fall). Darunter eine offenbar ungewollte Geburt eines Kindes, sowie der Fall des überforderten Vaters, der seinem elf Monate alten quengelnden Sohn den Schnuller so tief in den Hals drückte, dass das Baby zu ersticken drohte. Nur durch eine Not-OP konnte das Kind gerettet werden. Der geistig behinderte Mann gilt laut Richterspruch als schuldunfähig. Er wurde in eine Psychiatrie eingewiesen.

Die Gewaltkriminalität ist in Gladbeck mit 163 erfassten Taten im Vergleich zum Vorjahr (186) insgesamt rückläufig (-12,37 %). Bei den „Sex-Straftaten“ zu denen jetzt auch sexuelle Belästigung zählen, wurden 51 Delikte gemeldet (Vorjahr 64) darunter sieben Vergewaltigungen, beziehungsweise sexuelle Nötigungen (Vorjahr 14).

Mehr Körperverletzungen auf offener Straße

Gefährliche und Schwere Körperverletzungen summierten sich auf 118 Fälle (130). Davon ereigneten sich 67 Taten auf offener Straße und somit mehr als im Jahr 2016 (63). Die Straßenkriminalität ist insgesamt aber mit 1137 Taten (1192) leicht rückläufig. Ebenso die Anzahl der 32 Raubdelikte (41), wobei ein Diebstahl unter Einsatz von Gewalt oder Waffengebrauch erfolgte.

Die im Anteil größte Deliktgruppe der 1862 Diebstähle (2214) sank um 15,9 Prozent. Dies gilt noch deutlicher für den Bereich des Wohnungseinbruchs, den wohl alle Bürger besonders fürchten. Hier gingen die Taten um gut ein Drittel (-34,72 %) zurück, erfasst wurden 173 Delikte (265). Neben den Wohnungen sollten aber auch die weiteren Hauszugänge gut gesichert werden, da die schweren Diebstähle aus Boden oder Kellern um etwa ein gutes Viertel bei 83 Taten (65) zugenommen haben (+27,69 %).

Weniger Taschendiebstähle

Weniger Bürger sind bei 74 erfassten Taten (88) Opfer von Taschendieben geworden. Auch die Anzahl der 341 Diebstähle aus Kraftfahrzeugen ist leicht rückläufig (Vorjahr 358), wobei die Sachbeschädigungen an Kfz mit 234 Taten (213) um fast zehn Prozent zunahm. Gleiches gilt für die 798 (722) so genannten Vermögens- und Fälschungsdelikte (+10,53 %), wobei der deutliche Anstieg von der neuen Betrugsmasche angeblicher Polizeibeamte, die telefonisch Bargeld erschleichen, herrührt.

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