Demonstration

Gladbecker Demo gegen Einmarsch der Türken in Syrien

Nach ersten Statements auf dem Europaplatz in Gladbeck zogen die Demonstranten durch die Fußgängerzone.

Nach ersten Statements auf dem Europaplatz in Gladbeck zogen die Demonstranten durch die Fußgängerzone.

Foto: Jörg Weidemann / MLPD

Gladbeck.  Die MLPD hatte zur Demonstration auf dem Europaplatz in Gladbeck aufgerufen. Eine Forderung lautete: „Stoppt Erdoğan, rettet Syrien!“

Gladbecker aus Syrien, der Türkei, Deutschland und anderen Ländern versammelten sich auf dem Europaplatz, um gegen den Einmarsch der Türkei in Syrien und den Präsidenten Recep Erdoğan zu demonstrieren – wie auch in vielen anderen Städten. Polizisten hatten mit mehreren Einsatzwagen in Gladbeck Posten bezogen. Nach einigen Statements zogen die Demonstranten durch die Innenstadt.

Gladbecker Demonstranten forderten „Beistand für Kurden“

„Wir haben kurzfristig mit unseren syrischen, kurdischen und türkischen Genossen beraten, zu dieser Aktion aufzurufen“, so Jörg Weidemann, Sprecher der MLPD in Gladbeck. Er bezifferte die Gruppe der Demonstranten mit „über 120 Menschen“. Viele schwenkten die Flagge Kurdistans – eine gelbe Sonne auf rot-weiß-grünem Grund. Einige Teilnehmer hielten selbstgeschriebene Plakate mit Aufschriften wie „Beistand für Kurden“ in Händen. Immer wieder war lautstark der Ruf „Biji Berxwedan YPG“ in der Fußgängerzone zu hören. Wiederholt schossen geballte Fäuste und Siegesgesten empor.

MLPD-Mitglieder verteilten Flugblätter an Passanten, überschrieben mit „Stoppt den faschistischen Angriffskrieg der türkischen Armee! Hände weg von Rojava!“. Aber längst nicht jeder nahm den Zettel an, auf dem vom „faschistischen Erdoğan-Regime“ die Rede ist. Ein älterer Herr schüttelte ablehnend den Kopf, hörte sich aber die Bekundungen an. Man wisse, dass auch in Gladbeck der türkische Präsident seine Anhänger habe, doch die zentrale Forderung während der etwa einstündigen Aktion lautete: „Stoppt Erdoğan, rettet Syrien!“ Ein weiterer Redner kündigte an: „Wir Kurden wollen hier eine eigene Gemeinde gründen.“

Moderator Jörg Weidemann: „Wir haben auch andere Parteien eingeladen, aber vielleicht sind sie nicht so schnell oder finden es nicht so wichtig.“ Die Statements in deutscher, türkischer und kurdischer Sprache wurden übersetzt. „Wir dürfen keine Parolen gegen das Verbot des PKK rufen“, verkündete ein Sprecher. Das halte er für ein „undemokratisches Verhalten“: „Es zeigt, dass die deutsche Regierung und die Türkei zusammenarbeiten.“

Einige Teilnehmer formulierten ihre Bekundungen und Slogans auf Deutsch

Eine Rednerin kritisierte die deutsche Bundesregierung als „scheinheilig“. So hieß denn ein weiterer Slogan: „Deutsche Panzer – raus aus Kurdistan!“

Jörg Weidemann: „Einige Teilnehmer haben heute zum ersten Mal Forderungen und Parolen auf Deutsch gerufen - eine Integration besonderer Art.“

Eine Sprecherin bekundete Solidarität mit den Opfern des Anschlags in Halle/Saale

Eine Teilnehmerin äußerte in ihrem Beitrag auch die ausdrückliche Solidarität mit den Opfern des Anschlags in Halle an der Saale. Sie bekam viel Beifall, weil es den Teilnehmern laut Weidemann wichtig gewesen sei, zu betonen, mit allen Opfern der Faschisten, egal ob von türkischen oder deutschen Faschisten, solidarisch zu sein.

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