Frühförderung

Gladbeck will die Inklusionsfachberatung weiter unterstützen

Bei der Caritas ist die Frühförderung und auch die Inklusionsfachberatung für Kita-Kinder angesiedelt. Die Fachberatung ist ein Kooperationsprojekt von Caritas, Awo, SkF und Stadt.

Bei der Caritas ist die Frühförderung und auch die Inklusionsfachberatung für Kita-Kinder angesiedelt. Die Fachberatung ist ein Kooperationsprojekt von Caritas, Awo, SkF und Stadt.

Foto: Gödde, Thomas / WAZ FotoPool

Gladbeck.  Bei verhaltensauffälligen Kindern können sich Erzieher in Kitas an eine Fachberatung wenden. Heilpädagogin Nicola Dahlmann schildert ihre Arbeit.

Wenn ein Kind in seiner Entwicklung hinter den Fähigkeiten von anderen Gleichaltrigen zurückbleibt, dann sollte man möglichst rasch reagieren. In Gladbeck gibt es aus diesem Grund seit August 2016 die Inklusionsfachberatung. Fällt ein Kind in der Kita auf, zum Beispiel weil es sprachlich, motorisch oder auch in seiner sozialen Kompetenz hinter den anderen zurück ist, dann können sich Erzieher ratsuchend an Diplom-Heilpädagogin Nicola Dahlmann wenden. Ziel der Beratung soll sein, die betroffenen Kinder, dem Inklusionsgedanken entsprechend, bei Bedarf zu fördern, damit sie möglichst weiter eine reguläre Kita besuchen können und nicht in eine Sondereinrichtung wechseln müssen.

66 Kinder sind aktuelle in einem Beratungsprozess

66 Jungen und Mädchen im Alter von drei bis fünf Jahren befinden sich aktuell in einem Beratungsprozess. In den meisten Fällen, so Nicola Dahlmann, werde die Beratung in Anspruch genommen, wenn es um die Beurteilung der allgemeinen Entwicklung eines Kindes geht. Wie dann in der Regel weiter verfahren wird, erklärte Nicola Dahlmann im jüngsten Jugendhilfeausschuss am Beispiel der kleinen Mia: Fast vier Jahre alt ist das Kita-Kind, dessen Fall 2017 in der Inklusionsfachberatung vorgestellt wurde. „Mia war der Buhmann in der Kindertagesstätte“, so die Diplom-Heilpädagogin. Sie habe Dinge zerstört, die anderen Kinder geschlagen, nicht gespielt und mit ihren unkontrollierbaren Wutanfällen den Erzieherinnen das Leben schwer gemacht. Nach einer ersten Beratung habe die Arbeit mit Mia, mit ihren Eltern und auch den Erziehern begonnen. Das habe unter anderem auch dazu geführt, das in Mias Kindergarten einige Änderungen, zum Beispiel beim Morgenkreis, vorgenommen wurden, um besser auf die Kleine eingehen zu können. „Davon profitiert“, so Dahlmann, „haben dann aber letztendlich alle Kinder.“

Beispiel: Die kleine Ma ist mittlerweile in der Frühförderung

Mittlerweile sei Mia in der Frühförderung und ein Vorschulkind. Ihre Eltern seien viel offener geworden, was die Arbeit mit ihrer Tochter angehe. In der Kita habe sie zwei gleichaltrige Freundinnen, und sie kümmert sich gern um die kleineren Jungen und Mädchen. Mias Förderung muss noch weitergehen. Die positiven Veränderungen, die es jetzt schon gebe, seien aber unverkennbar, so Nicola Dahlmann.

Die Inklusionsfachberatung wird vom Caritasverband organisiert – in Kooperation mit der Arbeiterwohlfahrt, dem Sozialdienst katholischer Frauen und dem Amt für Jugend und Familie der Stadt. Die Politik im Jugendhilfeausschuss sichert die Fortführung der Beratung jährlich durch einen Beschluss ab. So auch diesmal wieder.

Nach dem Bericht der Heilpädagogin fiel der Beschluss, die Beratung auch im Kita-Jahr 2019/20 anbieten zu wollen. Die beteiligten Träger hatten bereits im Vorfeld zugesichert, das Angebot auch weiterhin mitfinanzieren zu wollen. Der finanzielle Anteil der Stadt liegt bei knapp ber 25.000 Euro jährlich. Auch dieser Betrag ist nun abgesichert. Zudem regten Ausschussmitglieder an, von der jährlichen Bezuschussung wegzukommen – hin zu einer Verstetigung der Inklusionsfachberatung.

>> Beratung und Betreuung

Von allen Beteiligten, heißt es in der Vorlage für den Jugendhilfeausschuss, wird die bisherige Erfahrung mit der Inklusionsfachberatung als sehr positiv bewertet.

Wird bei einem Kind ein erhöhter Betreuungsaufwand festgestellt, gibt es zusätzlich finanzierte Personalstunden, um die Jungen und Mädchen besser in den Kita-Alltag integrieren zu können.

Bei Beratungsbedarf können sich Einrichtungen bei Nicola Dahlmann melden, unter 294934 oder per Mail an nicola.dahlmann@caritas-gladbeck.de

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