Kunstroute

Gelungene Premiere für die Gladbecker Kunst- und Designroute

Monika Blank und Sohn Jonathan lassen sich bei „Arthurkopf“ von Kathrin und Henry Trebstein beraten, die Taschen und andere Dinge aus Fahrradschläuchen herstellen.

Monika Blank und Sohn Jonathan lassen sich bei „Arthurkopf“ von Kathrin und Henry Trebstein beraten, die Taschen und andere Dinge aus Fahrradschläuchen herstellen.

Foto: Lutz von Staegmann / Funke Foto Services

Gladbeck.  Bei der Kunst- und Designroute waren am Wochenende einige Künstler erstmals dabei. Insgesamt beteiligten sich 17 Aussteller mit ihren Arbeiten.

Und wieder waren an diesem Wochenende in Gladbeck die weithin sichtbaren pinkfarbenen Fahnen das Erkennungszeichen für Kunst, Kultur und mehr. Die Initiatoren der bekannten Kunstroute hatten ein weiteres Mal in die Ateliers eingeladen, um ausgefallene Kunstwerke und kreatives Design zu präsentieren. Das Projekt ist in jeder Hinsicht „runderneuert“. Hatte sich bisher die Kunstroute über mehrere Städte erstreckt, so blieb sie in diesem Jahr erstmalig auf Gladbeck beschränkt. Unter dem Motto „OFFENsichtlich Kunst + Design“ stellten 17 Kreative an zwei Tagen – über das Stadtgebiet verteilt - ihre Objekte aus und hoben damit die erste Kunst- und Designroute in Gladbeck aus der Taufe.

Karoline Dumpe, 2006 Gründerin der Kunstroute, war dabei, wie auch Britta und Klaus Greuel, in deren Garten wiederum Simon Heuer und Christa Zenzen zu Gast waren. Susanne A. Schalz, Künstlerin der ersten Stunde, bot ihren Kollegen Hermann Josef Knepper, Ernst Heye, Udo Nentwig, Sandra Sump und Beni Veltum in ihrem MAGAZIN Ausstellungsfläche. Hinzu kamen Sabine Löbbecke, Karin Natzkowski und Marlene Schroer.

Erstmals waren auch mehrere Designkünstler dabei

Durch die Erweiterung des Kunstkonzeptes waren in diesem Jahr auch verschiedene Designkünstler dabei. Henry und Kathrin Trebstein haben 2004 ihre Leidenschaft – das Fahrradfahren – zur Grundlage für ein neues Geschäftsmodell gemacht. Seit 2008 führen sie in ihrem kleinen Laden an der Horster Straße die Marke „Arthurkopf“. Das sind Etuis, Taschen, Rucksäcke Geldbörsen und vieles andere mehr, die sie aus Fahrradschläuchen herstellen.

Dazu bieten sie aktuell T-Shirts mit witzigen Motiven an, die alle etwas mit dem Radfahren zu tun haben. „Alles echte Handarbeit“, versicherte Kathrin Trebstein. Dazu brauchen sie lediglich Stanz-, Nieten- und Nähmaschine. Neben den Schläuchen werden Planen und – auf Wunsch - Lederteile verarbeitet, „aber es gibt auch die rein vegane Variante“, ergänzte Henry Trebstein.

„Sonderwünsche“ der Kunden, wie „Extraformate“ würden gern erfüllt. So füllen stylische Taschen in allen Farben und Formen, auch für den Fahrradlenker, die Regale. Der Verkauf der Stücke funktioniert hauptsächlich online, „aber wir sind auch auf Handwerkermärkten zu finden.“

Auch zum ersten Mal dabei war die „Neue Galerie“ an der Bottroper Straße, die aktuell Fotografien von Donata Wenders ausstellt. Von hier aus brauchte man nur die Sandstraße zu überqueren, um zum Label „Fuchsliebe“ von Nadine Schucht zu gelangen. In einer ehemaligen Schreinerei präsentiert die gelernte Polster- und Dekorationsnäherin ihre vielfältigen Taschenmodelle. „Meine Mutter und ich machen alles selbst“, erzählte Nadine Schucht, „vom Entwurf über die Stoffauswahl bis zu Zuschnitt und Fertigung.“ Den Verkauf wickelt auch sie über das Internet ab.

Ralf Augustin zeigte seine „Pfundskerle“

Gertrud Schröter besucht seit Jahren die Kunstroute, schaute am Samstag auch bei Nadine Schucht vorbei: „In diesem Jahr fahre ich mit meinem Fahrrad alle neuen Teilnehmer ab“, sagte sie und ließ sich gleich den Schließmechanismus eines speziellen Rucksacks erklären. In der Gartenstraße warteten schon die „witzigen Pfundskerle aus Butendorf“, mit denen sich Ralf Augustin seit 2009 an der Kunstroute beteiligt, auf Besucher. Im Garten des gelernten Werkzeugmachers stehen die dickbäuchig-liebenswerten Holzskulpturen in allen Größen – „aus dem Vollen gekloppt“, wie Augustin erklärte.

Auf ihren Köpfen tragen sie mal eine Banane, mal eine Zitrone oder, der Aktualität geschuldet, unter dem Kanzlerinnen-Zitat „Wir schaffen das“, ein mit Flüchtlingen überladenes Rettungsboot.

Es sei sehr schwierig, an geeignetes Holz zu gelangen, berichtete der Künstler, der sich nicht zuletzt deshalb seit dem vergangenen Jahr auch in Beton versucht. Die erste Gladbecker Kunst- und Designroute lockte an diesem spätsommerlich sonnigen Wochenende viele Besucher an und so mancher Sonntagsspaziergänger mochte auch eher zufällig bei der einen oder anderen pinkfarbenen Fahne vorbeigeschaut haben. Ein Konzept, das OFFENsichtlich aufgeht.

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