Kunstausstellung

Fünf Künstler spielen mit dem Begriff „Erwartungen“

Das Holzobjekt „Hüller“ ist eine Arbeit von Martin Langer, die die Galeristin Karoline Dumpe hier zeigt. Freitag wird die Herbstausstellung in ihrer alten Spedition an der Ringeldorfer Straße eröffnet.

Das Holzobjekt „Hüller“ ist eine Arbeit von Martin Langer, die die Galeristin Karoline Dumpe hier zeigt. Freitag wird die Herbstausstellung in ihrer alten Spedition an der Ringeldorfer Straße eröffnet.

Foto: Lutz von Staegmann / FUNKE Foto Services

Gladbeck.  In der Galerie „Alte Spedition“ in Gladbeck eröffnet Freitag die Herbstausstellung 2019. Fünf Künstler setzen sich mit einem Thema auseinander.

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Karoline Dumpe hat ihre Afrika-Phase aufleben lassen. Aus familiären Gründen. Zu sehen sind die neuen Arbeiten der Gladbecker Künstlerin in ihrer Galerie „Alte Spedition“ – und zwar ab Freitag, wenn die Herbstausstellung 2019 eröffnet wird. Vier weitere Künstlerinnen und Künstler aus Deutschland und den Niederlanden werden neben Gastgeberin Dumpe ihre Arbeiten präsentieren. Die gemeinsame Klammer der Schau: Alle haben sich in ihren Werken mit dem Thema „Jenseits der Erwartung“ auseinandergesetzt.

Kapstadt ist die neue Wahlheimat von Karoline Dumpes Tochter

Afrika hat Karoline Dumpe bereits früher beschäftigt. Sogar in ihrer Diplomarbeit taucht das Land auf. Ihr aktueller Zugang ist ein sehr persönlicher: Ihre Tochter ist im Alter von 26 Jahren vor kurzem nach Kapstadt gezogen. Der Liebe wegen. „Kapstadt ist nicht gerade um die Ecke, das musste ich erst einmal verdauen“, sagt die Gladbeckerin. Sie tat es auf ihre Weise, setzte sich in den Flieger nach Kapstadt und ließ die Wahlheimat ihrer Tochter auf sich wirken.

Dabei herausgekommen sind Bildobjekte, die das neue und das alte Afrika in sich vereinen. „Afrika ist nach wie vor das Land der großen Unterschiede. Daran hat sich auch 25 Jahre nach Abschaffung der Apartheid nicht viel geändert“, schildert Dumpe ihre Erfahrungen. Um diesen Spannungsbogen zu verdeutlichen, hat sie in ihren Arbeiten traditionelle afrikanische Muster mit aktuellen Zeitungsausschnitten aus Kapstadt zu neuen Kontexten zusammen gefügt.

Die Holzskulpturen sind Arbeiten von Martin Langer

Auch die Holzskulpturen von Martin Langer scheinen auf den ersten Blick einen ethnischen Hintergrund zu haben. Erinnern sie doch an Gebrauchsgegenstände ozeanischer Ureinwohner. Und erst bei genauerem Hinschauen wird dem Betrachter klar, dass es da doch noch einen anderen Erklärungsansatz geben muss. Bei der Herbstausstellung teilt sich seine hängende „Hüller“-Skulptur einen Ausstellungsraum mit den Aquarell-Bildern der niederländischen Künstlerin Henny Latull. Ihre konstruierten Landschaftsmalerein passen farblich und von der Stimmung perfekt zu den Holzarbeiten Langers. So, als ob die beiden seit Jahren gemeinsam arbeiten würden.

Der Hintergrund bleibt bei den Bildern von Helmtrud Kraienhorst oft unklar

Komplett Gegensätzliches erwartet den Besucher einen Raum weiter. Die Acrylarbeiten von Helmtrud Kraienhorst sind bunt, fast schrill.

Ihre Bilder kommen wie Kinderzeichnungen daher. Ihre menschlichen Figuren tragen oft bunte Krönchen. Eben so häufig tauchen aber auch Tiere oder Schriftzüge in ihren Bildern auf. Der Hintergrund ihrer Arbeiten bleibt aufgrund von Überschneidungen und groben Farbfeldern oft unklar.

Das wiederum ist das verbindende Element mit den Arbeiten des fünften Künstlers der Herbstrunde in der alten Spedition. Der Hamburger Tobias Hartmann zeigt in Gladbeck seine Industriekran-Bilder. Wo die Kräne allerdings genau ihrer Arbeit nachgehen, bleibt aufgrund der diffusen Hintergründe ungewiss. Dass es sich bei der ein oder anderen Kulisse um den Hamburger Hafen handeln könnte, liegt irgendwie nahe. Aber vielleicht wird da ja auch eine falsche Erwartung geweckt...

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