Ausstellung mit der Vestischen

Foto-Kunst überzeugt jetzt auf ganzer Linie

Zu Recht stolz auf ganzer Linie: Ein Teil der am Projekt beteiligten jungen Künstler mit ihren kreativen Foto-Ideen.

Zu Recht stolz auf ganzer Linie: Ein Teil der am Projekt beteiligten jungen Künstler mit ihren kreativen Foto-Ideen.

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Gladbeck.  Besondere Fotoschau zum 100. Geburtstag der Nachbarstädte Gladbeck und Bottrop. Junge Künstler stellen an Halten und Bussen der Linie 259 aus.

Die Kunst hat ab sofort Vorfahrt auf der Buslinie 259 zwischen Gladbeck und Bottrop. Vom Goetheplatz bis zum ZOB Berliner Platz in der Nachbarstadt sind es exakt 24 Haltestellen. Und an jeder haben sich junge Künstler mit einem gemeinsamen Projekt der Gladbecker Jugendkunstschule und der Bottroper Kulturwerkstatt verewigt. Sie haben die Haltestellen kreativ umgestaltet, verfremdet und anschließend fotografiert. Wie die fahrende Ausstellung „Auf ganzer Linie“ aussieht, ist anhand von Fotos an den jeweiligen Haltestellen zu bewundern.

Bei der Vorstellung der Fotoreihe konnten sich die ersten Besucher am Samstagmittag auf dem Willy-Brandt-Platz vorab ein Bild machen. Alle Werke sind nämlich ebenfalls auf der Seite eines Busses der Vestischen mithilfe einer Folie großflächig gedruckt. „Wir bewegen Menschen, und jetzt bewegen wir auch Kunst“, meinte Christoph van Bürk, Pressesprecher des Unternehmens.

Vom Ideenreichtum überrascht

Er freue sich darüber, dass junge Menschen die Haltestellen mit Kunst verschönern. Denn gewöhnlich seien jene Aufenthaltsorte oftmals entweder mutwillig zerstört oder würden mit irgendwelchen Parolen beschmiert.

Anlässlich der 100-jährigen Stadtjubiläen von Gladbeck und Bottrop lautete die Ausgangsfrage: „Was verbindet eigentlich beide Städte?“ Die Antwort klingt so einfach wie banal: die Buslinie 259. Herausgekommen ist ein ganz besonderes Fotoprojekt, das die Wartezeit an den Haltestellen jetzt verschönert. Ein Dutzend Jugendliche ließen in den zurückliegenden Monaten dafür ihrer Kreativität freien Lauf.

Von so viel Tatendrang und Ideenreichtum wurden selbst die Verantwortlichen überrascht. „Dass wir alle Haltestellen schaffen, hätte ich nichtgedacht“, gibt Delia Luscher, Leiterinder Kulturwerkstatt, zu. Das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen. Auch Sibylle Assmann, Leiterin der Jugendkunstschule, ist zufrieden: „Die Arbeiten sind wirklichtoll geworden.“

Die jungen Künstler entwickelten an den Haltestellen verschiedene Assoziationen. Sie ließen sich zum Beispiel von den Namen inspirieren. So wurde ein aufblasbares Einhorn neben aufgemalten Regenbogenfarben auf dem Bürgersteig wie passend an der Haltestelle „Hornstraße“ in Szene gesetzt.

Tornister erinnert an den Pädagogen Pestalozzi

Bei „Rockwool“ lag die Idee nahe, etwas mit der gleichnamigen Musikrichtung künstlerisch umzusetzen. Kurzerhand schnappten sich die Jugendlichen einen Gitarrenkoffer mitsamt Instrument und ein paar Schlagzeugstöcke. Ein paar Meter davor, bei der Haltestelle „Pestalozzidorf“ in Ellinghorst, verweilte ein Schultornister und erinnerte an Ort und Stelle damit bildlich an den Namensgeber Johann Heinrich Pestalozzi, einem Pädagogen und Schulreformer aus der Schweiz.

Der erste Teil des Foto Shootings der Jugendkunstschule und Kulturwerkstatt fand in den letzten Herbstferien und der zweite Teil in den diesjährigen Osterferien statt.

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