Flohmarkt

Erster Haustürflohmarkt mit Nachbarschaftsfest-Atmosphäre

Rund 20 Nachbarn an der Mittelstraße und der Oberen Goethestraße verkauften am Samstag Gebrauchtes direkt vor der Haustür.

Rund 20 Nachbarn an der Mittelstraße und der Oberen Goethestraße verkauften am Samstag Gebrauchtes direkt vor der Haustür.

Foto: Lutz von Staegmann / Funke Foto Services

Gladbeck.  Rund 20 Gladbecker haben am Wochenende zum ersten Haustürflohmarkt geladen. Dabei ging es auch um das Nachbarschaftsgefühl. So lief die Premiere.

Von Legomännchen über Retrovase bis hin zu Skateboard und Gemälde: Der erste Gladbecker Haustürflohmarkt lockte am Samstag mit einem vielfältigen Angebot in die Obere Goethestraße und die Mittelstraße. Das von Anwohnern organisierte Event stärkte das Nachbarschaftsgefühl, es kam aber auch viel Laufkundschaft vorbei.

Das Konzept ist simpel und unkompliziert: Statt seinen Trödel zum nächsten Flohmarkt zu karren, baut man seinen Stand vor der eigenen Haustür auf. „Es ist einfach praktisch: Ich stelle meinen Kram aus der Garage vor meine Haustür und später räumt es sich genauso schnell wieder zurück“, fand Mitorganisatorin Lisa Engineer.

Organisatoren waren von der Idee aus anderen Städten gleich begeistert

Die Idee für diesen besonderen Flohmarkt komme von einer Bekannten aus Essen, wo Haustürflohmärkte keine Seltenheit mehr seien, erklärte Organisatorin Simone Steffens. „Wir haben von der Idee gehört und waren direkt begeistert. Man kann mit relativ wenig Aufwand seinen Flohmarktstand betreiben und seine Nachbarn mal wieder treffen oder auch neu kennenlernen“, so die Fraktionsvorsitzende der Grünen. Besonders an der Ecke Obere Goethe- und Mittelstraße kam Stimmung wie bei einem Nachbarschaftsfest auf.

An der Kreuzung hatten sich besonders viele Anwohner mit ihren Habseligkeiten versammelt. Einige stellten Musikboxen in ihre offenen Fenster und funktionierten die gesperrte Straße Richtung Innenstadt zur Verweilmeile um. Dort feilschten Besucher nicht nur um die besten Schnäppchen oder testeten die angebotenen Fahrräder auf ihre Qualität, sondern kamen auch mit Freunden und Bekannten ins Gespräch. Denn beim Haustürflohmarkt sollte nicht nur das ein oder andere Schmuckstück den Besitzer wechseln, sondern auch die Nachbarschaft zusammenkommen. „Heute begegne ich auch Nachbarn, die ich sonst nie treffe“, bemerkte Engineer. Aber auch Laufkundschaft, die im Viertel parke und dann in die Stadt gehe, habe schon an ihrem Stand gehalten.

Kinder verkaufen Spielsachen

Als eine der jüngsten Standbetreiber boten Julia und Franzi vor allem Spiele und Bücher an. Julias Oma, die im Viertel wohnt, hatte sie auf den Markt aufmerksam gemacht. „Das meiste hatten wir schon im Keller gesammelt. Aber einigen Sachen trauert man schon ein bisschen hinterher, wenn sie heute verkauft werden“, gestand die Elfjährige.

Die Planungen für den Markt hatten erst Mitte August konkrete Formen angenommen, so dass zum ersten Gladbecker Haustürflohmarkt zunächst etwa 20 Stände angemeldet waren. Das sei für die allererste Aktion dieser Art schon ganz ordentlich, fand Steffens. „Bei einer Wiederholung hoffen wir auf noch mehr Beteiligung durch die Anwohner. Vielleicht können wir dann noch mehr Straßenfest-Atmosphäre erzeugen“, sagte sie.

Auch wenn an der einen oder anderen Stellschraube noch gedreht werden könne, hatten die Standbetreiber und Besucher einen sehr positiven Eindruck. Zum Beispiel Martina Fokkenberg, die mit ihren Kindern und ihrer Mutter über den Markt schlenderte, freute sich: „Ich kenne die Idee bisher nur aus Großstädten wie Berlin oder München. Schön, dass sowas jetzt auch hier angeboten wird.“ Auch Organisatorin Steffens bestätigte: „Bisher haben wir nur positive Rückmeldungen bekommen. Das ist bestimmt nicht unser letzter Haustürflohmarkt.“

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