Brandschutz

Eine Dachstuhlbrand in St. Lamberti ist kaum vorstellbar

 

 

Gladbeck.  Die Dachstuhl-Konstruktion der Gladbecker Lamberti-Kirche wurde erst vor 15 Jahren komplett erneuert. Auch die Elektrik wurde ausgetauscht.

Der Dachstuhl der St.-Lamberti-Kirche – des größten Sakralbaus in der Stadt – ist nach menschlichem Ermessen brandsicher. Das sagen Propst Müller und die bei der Neukonstruktion des Dachstuhls vor 15 Jahren beteiligte Firma sowie der verantwortliche Ingenieur.

Die gesamte Dachstuhlkonstruktion der 1899 eingeweihten Kirche, die dem heiligen Lambertus geweiht ist und an der nach dem Krieg Bombenschäden beseitigt worden waren, wurde erst vor 15 Jahren komplett erneuert. Gleichzeitig tauschte man damals die Elektrik völlig aus und installierte neue Blitzableiter. Eine Brand-Katastrophe ähnlich der in Paris sei ohne Fremdeinwirkung kaum vorstellbar, so Gerd Tersluisen, der als Statiker damals für die Propsteipfarrei den Neubau des Daches mitverantwortete. Allerdings seien keine brandschutztechnischen Einrichtungen, wie etwa eine Sprinkleranlage, installiert worden.

Die Konstruktion des neuen Dachstuhl war eine Herausforderung

Gerd Tersluisen erinnert sich: „Da ist damals alles völlig neu gemacht worden, bis hinunter aufs Gewölbe.“ Das sei eine Riesenherausforderung gewesen, auch deshalb, weil der alte Dachstuhl gravierende Baufehler aufgewiesen habe und gefährliche Schäden hatte, auch wenn das alte Holz noch okay gewesen sei. „Die Gemeinde hatte großes Glück, der Dachstuhl hätte damals schon längst in die Knie gehen müssen.“ Als die Fehler bekannt geworden waren, sei die Kirche sofort gesperrt worden.

Die Zimmerei Grewer in Kirchhellen führte die Dacharbeiten aus. „Es war tatsächlich eine spannende Herausforderung, da die Dachkonstruktion freistehend ist und nicht mit den Kirchengemäuer verankert ist“, berichtet Norbert Grewer, damals der verantwortliche Mann für die Zimmerarbeiten an der Lambertikirche.

Der neue Dachstuhl besteht komplett aus Fichtenholz

Verwendet wurde laut Grewer für die neue Konstruktion Fichtenholz, das kammergetrocknet wurde. Das verhindere Holzkrankheiten wie Pilzbefall und das Einnisten von Kleinsttieren, die nicht gern ins trockene Holz gingen. Verstärkt wurden die verbauten Balken mit Stahlzügen. Neben den Balken erhielt das Dach eine komplette Brett-Verschalung, da als Außenhaut statt der alten Schieferplatten eine Kupferverblendung gewählt wurde. Zur Wärmedämmung der Kirche sei auf dem Gewölbe brandsichere Steinwolle verwendet worden, so Tersluisen.

Bei der Feuerwehr gehört die Lamberti-Kirche zu den „sensiblen Objekten“, zu denen auch das Rathaus, das Krankenhaus oder Schulen und Altenheime zählen. In unregelmäßigen Abständen führt sie an der Kirche Übungen durch, um Brandabwehr an dem besonderen Bauwerk – hier auch noch in enger Citylage – durchzuführen.

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