Kita-Anmeldungen

Diese Kriterien entscheiden in Gladbeck über Kita-Platz

Wer sein Kind für die Kita anmelden möchte, bekommt nicht immer einen Platz in der Wunscheinrichtung.

Wer sein Kind für die Kita anmelden möchte, bekommt nicht immer einen Platz in der Wunscheinrichtung.

Foto: Friso Gentsch / dpa

Gladbeck.  Eltern stellen sich derzeit in den Einrichtungen vor. Für die Platz-Vergabe sind drei Punkte ausschlaggebend. WAZ-Leser vermisst ein Kriterium.

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Viele Eltern sind derzeit unterwegs und stellen sich in Kindertagesstätten vor – verbunden mit einer Hoffnung: Einen Platz für ihr Kind in der Wunschkita zu bekommen. Auch WAZ-Leser Ulrich Rabe-Heise hat sich in den vergangenen Wochen viel mit dem Thema beschäftigt, schließlich soll sein Enkel ab dem kommenden Jahr eine der Gladbecker Einrichtungen besuchen.

Wie die einzelnen Stätten die Kinder aussuchen, die einen Platz bekommen sollen, das scheint für Rabe-Heise völlig willkürlich. „Jeder Kindergarten kann selbst entscheiden, welche Jungen und Mädchen er aufnimmt. Wer Glück hat, hat Glück“, findet der Zweckeler und wendet sich mit seinem Unmut an die WAZ.

Drei Kriterien entscheiden hauptsächlich über einen Platz

Richtig ist: Die Einrichtungsleitungen treffen die Auswahl der aufzunehmenden Kinder in erster Linie selbst. Willkürlich sei diese jedoch nicht, sondern richte sich hauptsächlich nach drei großen Kriterien, erklärt Stadtsprecherin Christiane Schmidt auf WAZ-Anfrage. Das ist zum einen das Alter des Kindes. Dreijährige, die bis dahin noch keinen Kita-Platz haben, werden bevorzugt. Auch die Berufssituation der Eltern spielt eine Rolle. Bevorzugt werden Kinder, bei denen beide Elternteile arbeiten. Als drittes Kriterium gilt eine soziale Begründung. Dazu zählt, ob es etwa einen besonderen Förderbedarf gibt. „Braucht ein Kind eine spezielle Förderung, die es von seinen Eltern nicht bekommen kann, wird geschaut, welche Kita ein entsprechendes Angebot hat“, so Schmidt.

Ob es eventuell ein Geschwisterkind gibt, ist hingegen nicht unbedingt ausschlaggebend. „Es gibt Fälle, da bekommen wir es nicht hin, dies zu beachten“, sagt Christiane Schmidt. Die Einrichtungen würden sich jedoch bemühen, für ein Geschwisterkind einen Platz anzubieten, wenn Bruder oder Schwester die Kita bereits besuchen. „Wenn es passt, ist es eine gelungene Sache und für Eltern und Kinder natürlich umso schöner.“

Die Nähe zum Wohnort sollte gerade in Zeiten des Klimanotstands berücksichtigt werden

Die drei Kriterien hält Rabe-Heise für „sehr schwammig und weit gefasst“. Und – ein Kriterium vermisst der Zweckeler: die Nähe zum Wohnort. „In einer Stadt, die den Klimanotstand ausgerufen hat, sollte doch darauf geachtet werden, dass Kinder nicht mit dem Auto zur Kindertagesstätte gebracht werden müssen“, findet er. Gerade in Zeiten des Klimanotstands sollte die Nähe oberstes Kriterium sein. Zwischenzeitlich schien es in der näheren Wohnumgebung mit einem Platz für Rabe-Heises Enkel nicht zu klappen, eine Kita in einem anderen Stadtteil musste in den Blick genommen werden. Inzwischen ist zwar eine Lösung mit einer wohnortnahen Kita in Sicht, an seiner Kritik hält der Großvater jedoch fest.

Tatsächlich: Die Nähe zwischen Wohnort und Kindertagesstätte spielt bei der Platzvergabe keine Rolle, so Christiane Schmidt. „Eltern ist zuzumuten, eine Kita in einem anderen Stadtteil aufzusuchen.“ Eine halbe Stunde mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs zu sein, gelte als machbar. „Wir reden über eine Fläche, die nicht so riesig ist. Gladbeck ist relativ klein“, gibt Schmidt zu bedenken.

Das Anmeldeverfahren läuft noch bis zum 30. November. Dann bekommt die Stadtverwaltung Rückmeldungen aus den einzelnen Einrichtungen. „Wir können ab diesem Zeitpunkt gucken, wo es noch Lücken in der Versorgung gibt und welche Kindertagesstätten noch Kapazitäten haben“, so Schmidt. Und die Eltern erfahren dann, ob die Vorstellung in ihrer Wunscheinrichtung erfolgreich war.

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