Fundsachen

Bürger ergattern bei Versteigerung tolle Schnäppchen

Auf großes Interesse stieß die Versteigerung von Fundsachen durch die Stadt am Samstag hinterm Rathaus.

Auf großes Interesse stieß die Versteigerung von Fundsachen durch die Stadt am Samstag hinterm Rathaus.

Foto: Andreas Hofmann

Gladbeck.  Die Versteigerung der Stadt stieß Samstag auf großes Interesse. Zwei Ordnungsamtsmitarbeiter bringen die Fundsachen mit Humor unter die Leute.

„15 Euro sind geboten, ich sage es Ihnen: Damit können Sie jeden Nachbarn zur Verzweiflung bringen!“, versucht Volker Lorenz einen roten E-Bass anzupreisen. Das wäre eine ungewöhnliche Taktik in einem Musikgeschäft – bei der Fundsachenversteigerung hinter dem Alten Rathaus bringt er die Menschen damit zum Lachen.

Rund 100 Leute stehen hinter einer Absperrung und hoffen auf ein gutes Schnäppchen. Ordnungsamtsmitarbeiter Volker Lorenz und sein Kollege Firass Moustafa präsentieren die Fundstücke der Stadtverwaltung und koordinieren die Gebote. Einige Besucher spekulieren auf ein bestimmtes Objekt, zum Beispiel ein Fahrrad für die Tochter. Andere scheinen Interesse an allem zu haben, was unter den sprichwörtlichen Auktionshammer kommt. Auch, wenn Moustafa und Lorenz keinen solchen hatten, mit dem typischen „zum ersten, zum zweiten, zum dritten – verkauft!“ und viel Humor verstehen sie es, die Bieter trotz Kälte bei Laune zu halten.

Viele Fahrradräder stehen wieder zur Versteigerung an

Und es steht allerlei zur Auswahl: Wie zu erwarten viele Räder, mehr oder weniger gut in Schuss, manche sogar noch abgeschlossen, was zunächst einige Bieter abschreckt. Doch selbstverständlich geht bei der Auktion alles mit rechten Dingen zu: Die Räder, die trotz Schlosses zur Versteigerung stehen, standen zuvor über Monate im Stadtgebiet herum, bevor sie vom Ordnungsamt mitgenommen wurden. „Meistens beschweren sich dann Anwohner darüber. Nachdem wir sie abgeholt haben, bewahren wir sie, wie alle Fundsachen, ein halbes Jahr auf. Wir machen die Schlösser dann natürlich für die Käufer ab“, erklärt Lorenz.

Außerdem landen auf dem Auktionstisch viele Taschen und kleine und größere Boxen. Auf Überraschungsbasis versteht sich, der Inhalt wird nicht gezeigt. Spätestens hier scheiden sich dann die Geister bei den Besuchern. Während einige sich überhaupt nicht vorstellen können, die „Katze im Sack“ zu kaufen, machen für viele gerade diese Auktionen den Reiz aus. „Mir macht das total Spaß, es ist das Risiko“, erklärt Mohammed.

Bei „Überraschungspaketen“ muss man Glück haben

Er und zwei Freunde haben diverse Überraschungspakete ersteigert. „Mal gewinnt man, mal verliert man“, meint er mit einem Schulterzucken und deutet auf einen Koffer, den er ersteigert hat. Er enthält ungeordnete Damenkleidung und aus irgendeinem Grund auch unbenutzte Briefumschläge.

Dafür hat er an anderer Stelle Glück gehabt: Eine Tüte mit einer Playstation 1 enthält neben der Konsole auch eine Taschenuhr. Das Gebot lautete 10 Euro. Zwei der kleineren Überraschungsboxen enthalten außerdem Schmuck, teils mit Goldwert. Firass Moustafa kennt die Beliebtheit: „Die Sache mit dem Glück animiert die Leute, es muss ja auch interessant bleiben.“ Und ab und an gibt es ja auch kleine Hinweise auf den Inhalt. Das eine oder andere Paket wird noch mal hochgehoben, um das Gewicht schätzen zu können, beim schütteln stellt sich heraus, dass eine Tasche verdächtig klimpert.

Höchstpreis an diesem Tag: 130 Euro für ein Sportrad

Auf dem Verkaufstisch landeten neben „typischen“ Verlustgegenständen allerdings auch allerlei kuriose Gegenstände, die man eigentlich nicht bei einer Fundsachenversteigerung erwartet. Beispiele? Ein Fernglas mit Tasche, ein Akkuschrauber, ein Ventilator und ein Motorroller fanden neue Besitzer, genau wie besagter E-Bass, und ein altes Telefon mit Wählscheibe.

Die Sachen wurden aber nicht etwa auf der Straße gefunden, sondern stammen meist aus Nachlässen. Den höchsten Preis erzielte am Samstag übrigens ein Sportfahrrad ohne Sattel – für immerhin 130 Euro.

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