125 Jahre Feuerwehr

39 Ehrenamtliche sind beim Löschzug Mitte im Einsatz

Ein Teil der Ehrenamtlichen, die zum Löschzug Gladbeck-Mitte

Ein Teil der Ehrenamtlichen, die zum Löschzug Gladbeck-Mitte

Foto: Lutz von Staegmann

Gladbeck.   Im Herzen der Stadt wurde 1894 die freiwillige Wehr Gladbeck gegründet. Die heute Aktiven sind die Nachfahren der Feuerwehr-Keimzelle.

Die vier Frauen und 35 Männer, die ehrenamtlich im Löschzug 42 Mitte Dienst leisten, sind quasi die Erben der Keimzelle der Gladbecker Feuerwehr. Denn im Herzen der Stadt wurde 1894 ja einst die freiwillige Wehr gegründet, deren Gerätschaften im Spritzenhaus an der Humboldtstraße neben der Christuskirche untergebracht waren.

Der Freiwillige Löschzug ist heute in der Hauptfeuerwache an der Wilhelmstraße 60 beheimatet und hat nach Abriss der alten „Malorny-Halle“ Ende 2011 Räumlichkeiten im modernen Neubau am rückwärtigen Geländeareal bezogen.

2018 zu 108 Einsätzen alarmiert

Löschzugführer Georg Thiesing (58) ist seit 41 Jahren bei den Freiwilligen aus Mitte. „Im Vorjahr sind wir zu 108 Einsätzen alarmiert worden“, erzählt er beim Rundgang durch das Domizil der 42er. In der Fahrzeughalle ist auf 600 Quadratmetern Platz für acht Fahrzeuge, darunter das Löschfahrzeug der Freiwilligen, aber auch fast 30 Tonnen schwere Lkw als Sonderfahrzeuge, die Abrollcontainer für spezielle Einsätze (Gefahrgut, Sonderlöschmittel) transportieren.

Auf weiteren 400 Quadratmetern sind Umkleiden, Sanitärräume und ein Schulungsraum untergebracht. Letzterer ist zugleich die gute Stube des Löschzuges. Denn mit eingebauter Küchenzeile und Tresen-Abteilung können dort auch interne Feiern stattfinden. Feuer und Flamme können dort auch entfacht werden, freilich nur kontrolliert im Kaminofen neben der Couchinsel.

28-Jähriger gefällt die Kameradschaft

Hier haben Ina Liedke und Fabian Rießmöller Platz genommen. Über einen Ex-Freund, der Mitglied im Löschzug Nord ist, habe sie von der ehrenamtlichen Arbeit bei der Freiwilligen erfahren, erzählt die 28-Jährige. „Weil ich in der Stadtmitte wohne, habe ich mir dann mal den Löschzug Mitte angesehen und bin hängen geblieben.“ Ihr gefalle die Kameradschaft, „und mir macht es Spaß, mit den Händen zu arbeiten“, und dazu gebe es bei der Freiwilligen jede Menge Gelegenheiten, sowohl bei Einsätzen als auch bei der Ausbildung.

Der fachgerechte Umgang mit einer Motorkettensäge gehöre dazu, um umgestürzte Bäume beseitigen zu können, oder der punktgenaue Einsatz einer hydraulischen Spreizschere, um eingeklemmte Personen zügig aus einem Unfall-Fahrzeug zu befreien. Das sei für sie auch ein willkommener körperlicher Ausgleich zum Job, so die Biologisch-Technische-Assistentin.

„Wir opfern zwar einen großen Teil unserer Freizeit, erhalten dafür mit den Ausbildungsmöglichkeiten aber auch einiges zurück“, ergänzt ihr Löschzug-Kamerad Fabian Rießmöller. „Um für Einsätze auch schwere Feuerwehrfahrzeuge fahren zu können, besteht zum Beispiel die Gelegenheit, den Lkw-Führerschein zu machen.“ Die Kosten dafür trägt die Stadt auch für die freiwilligen Kräfte.

Sicherheit steht bei Einsätzen im Fokus

Beide sind sich einig, dass es ein sehr gutes Gefühl sei, wenn ein Einsatz gut gelaufen ist und alles Gelernte möglichst optimal angewendet werden konnte.

Löschgruppenführer Georg Thiesing unterstreicht aber auch, dass die Sicherheit der eigenen Leute bei den Einsätzen stets im Fokus ist. „Wenn man sieht, dass zum Beispiel ein Feuer nicht mehr zu löschen ist, dann schicken wir keinen Trupp mehr ins Gebäude.“ Viele Einsätze seien nicht ungefährlich, und jedem im Löschzug sei bewusst, dass ein gewisses Risiko immer bleibe. „Es sollte keiner den Helden spielen, weil er damit auch unnötig das Leben der Kameraden in Gefahr bringen kann.“

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