Wohnen

Vivawest startet Pilotprojekt für energieautarke Häuser

Zufrieden: (v.l.) Dr. Ralf Brauksiepe, Geschäftsführer und Arbeitsdirektor, Axel Gedaschko, Präsident GdW, Bärbel Bergerhoff-Wodopia, RAG-Vorstand und Aufsichtsratsvorsitzende, Claudia Goldenbeld, Vivawest-Sprecherin, und Prof. Dipl.-Ing. Timo Leukefeld, TU Freiberg.

Zufrieden: (v.l.) Dr. Ralf Brauksiepe, Geschäftsführer und Arbeitsdirektor, Axel Gedaschko, Präsident GdW, Bärbel Bergerhoff-Wodopia, RAG-Vorstand und Aufsichtsratsvorsitzende, Claudia Goldenbeld, Vivawest-Sprecherin, und Prof. Dipl.-Ing. Timo Leukefeld, TU Freiberg.

Foto: Heinrich Jung / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen-Horst.  Gelsenkirchener Wohnungsunternehmen will 1,2 Milliarden Euro für 7000 Wohnungen investieren. Emissionen der Heizanlagen sollen drastisch sinken.

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Vivawest investiert bis 2024 rund 1,2 Milliarden Euro in den Neubau von knapp 7000 Wohnungen. Die gesamten Ausgaben für den Bestand steigen auf 2,8 Milliarden Euro. Dabei setzt das Gelsenkirchener Wohnungsunternehmen auf Innovationen und plant den Bau von weitgehend energieautarken Mehrfamilienhäusern, wie auf dem Vivawest-Abend im Nordsternpark mit rund 170 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft bekannt wurde.

Vivawest beschleunigt erneut sein Neubau-Programm. In den kommenden fünf Jahren ist ein Anstieg der Investitionen für die Errichtung neuer Wohnungen um 20 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro geplant. Damit wird das Unternehmen bis 2024 knapp 7000 Wohnungen bauen, davon rund ein Fünftel mietpreisgebunden, also für Mieter mit geringeren Einkommen.

„Wir sind stolz darauf, dass wir jährlich im Schnitt mehr als 1300 neue Wohnungen in NRW fertigstellen. Das ist mehr als jeder andere Investor. Damit leisten wir einen wesentlichen Beitrag zur Schaffung des dringend benötigten Wohnraums“, zeigte Claudia Goldenbeld, Sprecherin der Vivawest-Geschäftsführung. Gut 3200 neue Wohnungen entstehen im Ruhrgebiet, davon 500 in Bochum, 800 in Dortmund und rund 1000 in Essen, rund 3000 im Rheinland sowie 600 im Münsterland.

Energetische Modernisierung des Bestandes

Neben den Neubauaktivitäten setzt Vivawest auch die energetische Modernisierung des Bestandes fort: Bis 2024 plant Vivawest Investitionen von 700 Millionen Euro, ein Anstieg von gut 15 Prozent gegenüber der vorangegangenen Fünf-Jahres-Planung. Durch den Neubau, die energetische Modernisierung und den Austausch von Heizanlagen wird Vivawest die CO2-Emmissionen des Bestandes von rund 120.000 Wohnungen bis 2024 um 60 Prozent gegenüber 1990 reduzieren können.

„Klimaschutz ist eine gesellschaftliche Herausforderung, zu deren Bewältigung wir als Unternehmen der Wohnungswirtschaft mit unseren Investitionen beitragen werden. Das zeigt vor allem unser Modernisierungsprogramm, das pro Jahr die umfassende energetische Modernisierung von rund 1.750 Wohnungen vorsieht“, sagte Vivawest-Geschäftsführer Dr. Ralf Brauksiepe.

Sonnige Aussichten für die Versorgung

Vivawest plant die Umsetzung eines Pilotprojektes, das den Neubau von weitgehend energieautarken

Mehrfamilienhäusern vorsieht. Derzeit prüft das Unternehmen mögliche Standorte. Kern des Konzepts ist, dass sich die Gebäude zu einem hohen Grad energetisch selbst versorgen und bedingt durch den Einsatz regenerativer Energien einen sehr niedrigen CO2-Ausstoß aufweisen. Die über Sonnenkollektoren gewonnene Wärme hält ein Wassertank als Langzeitwärmespeicher vor, ein Batteriespeicher den über die Photovoltaik-Zellen generierten Strom. Beide Speicher sind in den jeweils nach Süden ausgerichteten Gebäudekörpern integriert.

Prof. Dipl.-Ing. Timo Leukefeld von der TU Bergakademie Freiberg, Experte auf dem Gebiet der Energieautarkie, begleitet Vivawest in der Planung des Projektes. In einem Impulsvortrag ging er auch auf

neue Mietmodelle ein, die durch intelligente Energieversorgung ermöglicht werden: „Aufgrund der Energieautarkie der Gebäude lassen sich neue Pauschalmietmodelle inklusive Energiekosten entwickeln. Das schafft für die Mieter eine langfristige und bessere Planbarkeit ihrer Mietkosten.“ Vivawest plant in dem Pilotprojekt neue Mietmodelle und darüber hinaus ein Car-Sharing-Angebot für E-Autos.

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