Bildung

Ungleicher Start für die vier Talentschulen in Gelsenkirchen

Das Grillo-Gymnasium ist einer von vier Bewerbern als Talentschule in der zweiten Runde.

Das Grillo-Gymnasium ist einer von vier Bewerbern als Talentschule in der zweiten Runde.

Foto: Joachim Kleine-Büning / Funke Foto Services GmbH

Gelsenkirchen.  Drei Gelsenkirchener Schulen bewerben sich in der zweiten Runde als Talentschule. Die vier bereits Erfolgreichen hatten einen ungleichen Start.

Die ersten vier Talentschulen in Gelsenkirchen sind seit zwei Monaten installiert, die nächsten drei stehen als Bewerber in den Startlöchern. Die Sekundarschule Hassel mit der Fördersäule kulturelle Bildung, das Grillo-Gymnasium und das Berufskolleg Technik und Gestaltung jeweils mit einer MINT-Fördersäule, also einem Schwerpunkt in den Naturwissenschaften und Technik.

Auch die Evangelische Gesamtschule Bismarck hat erneut ihren Hut in den Ring geworfen. Drei städtische Bewerbungen: Bildungsdezernentin Annette Berg hatte sich wohl mehr erhofft, zumal alle Schulen umfassend und früh informiert wurden. Aber: „Andere Schulen waren leider aufgrund der aktuellen Belastung zu einer Bewerbung derzeit nicht bereit“, bedauert Bildungsdezernentin Annette Berg.

Besetzung der Zusatzstellen ist trotz Lehrermangel gut gelungen

Für die bereits arbeitenden Talentschulen zeichnet sie auf Nachfrage ein positives Bild: „Meines Erachtens ist die Ausstattung sehr weit gediehen und die Arbeit kann gut anlaufen. Talentförderung ist ein wesentlicher Baustein in Gelsenkirchen zur Sicherung von Chancengerechtigkeit und Bildungschancen. Wir sind sehr froh darüber, dass vier Schulen bereits in den Modellversuch aufgenommen wurden und die Besetzung der Stellen trotz des Lehrermangels in NRW für Gelsenkirchen gut gelungen ist.“ Im November soll es ein Treffen mit den Talentschulleitern geben.

Im Bildungsausschuss am Donnerstagabend nannte sie dann auch Zahlen: zwei der drei Zusatzstellen an der Gesamtschule Ückendorf sind besetzt, ebenso an der Gesamtschule Horst, wo die dritte im November besetzt werden könnte. Am Ricarda sind zwei besetzt, die dritte soll multiprofessionell besetzt werden. Am Berufskolleg Königstraße sind vier von sechs Zusatzstellen besetzt, eine soll im November folgen, für eine ist Sozialarbeit geplant.

Noch keine Whiteboards an der Gesamtschule Ückendorf

Bei der Ausstattung der Schulen gibt es große Unterschiede. Während das Ricarda-Huch-Gymnasium bereits digital sehr gut ausgestattet ist, nach einem klaren Digitalkonzept arbeiten kann, gibt es an der Gesamtschule Ückendorf noch kein einziges Whiteboard. Ursprünglich sollte die Schule wegen ihrer Größe und der umfangreichen notwendigen Umbauarbeiten als letzte an die Reihe kommen bei der Ausstattung mit Mitteln aus „Gute Schule 2020“. Nun wurde der Termin zwar vorgezogen, Start ist dennoch nicht vor r Anfang 2020. Die Umbauten sollen bei vollem Betrieb laufen; mit den für Talentschulen notwendigen Differenzierungsräumen könnte es knapp werden, Ausweichräume in der Zeit zu finden, fürchtet Schulleiter Achim Elvert. Der übrigens bereits 1997 sein Staatsexamen dem Thema Digitalisierung widmete. . .

Fördersäule in den fünften Klassen funktioniert gut

Gut angelaufen sei aber die Fördersäule in den fünften Klassen, wo die beiden Extra-Lehrerstellen angesiedelt sind, so Elvert. Zwei Stunden die Woche werden sie in Doppelbesetzung unterrichtet, es gibt Sprachförderung, theaterpädagogische Maßnahmen. All das soll nicht allein fachlich helfen, sondern auch das Selbstzutrauen stärken – und damit beim Lernen helfen. Diese Stunden werden auch gegeben. Unterrichtskürzungen gibt es zum Teil dennoch; in anderen Jahrgängen und fachabhängig allerdings. Der sechsjährige Modellversuch Talentschulen ist übrigens „hochwachsend“; jedes Jahr wird in der Fünf ein neuer Talentjahrgang gestartet.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben