Festival

„Rock am Bahnwerk“ in Gelsenkirchen: Das kracht!

UNPlaces aus Bochum machten die Eisbrecher auf der großen Bühne.

UNPlaces aus Bochum machten die Eisbrecher auf der großen Bühne.

Foto: Frank Oppitz / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen-Bismarck.   15 Bands auf zwei Bühnen lassen es an den Gleisen krachen. Newcomer oder Profis spielen mit Riesenspaß vor der ungewöhnlichen Industriekulisse.

Beschaulich, links liegen die gepflegten Kleingärten, rechts stehen die alten Loks, ausrangiert, aber schmuck. Dazu klingt „Thunderstruck“ von AC/DC: Willkommen bei „Rock am Bahnwerk“, es darf ein bisschen mehr Gitarre sein, und ein bisschen mehr Bass, und das gleich von 15 Bands an zwei Tagen auf zwei Bühnen. „Größer geht hier schon gar nicht mehr,“ meint Organisator Frank Uckowski vom Schalke-Fanclub „Blauweißer Partywaggon“ zufrieden. Das halbe Dutzend ist erreicht, das Festival in der ungewöhnlichen Kulisse zieht die Fans und Freunde der etwas härteren Musik-Gangart ganz sicher nach Bismarck.

Schon die sechste Auflage

Ein bisschen mehr ging noch für die sechste Auflage, erklärt Uckowski stolz: „Technisch haben wir noch mal aufgerüstet, vor allem an der großen Bühne.“ Und für die Light-Show mit der Dämmerung feuert ein Skybeamer. Ganz neu ist auch die Strandbar, und eine Kleinigkeit steht für eine weitere Besonderheit des Festivals. Denn im Sand vor der Bar steht ein Holz-Schaukelpferd, es ist ein Programm für die ganze Familie. Da gilt dann auch eine besondere Hausordnung: „Zigarette im Sand ausdrücken - 1 Euro“ macht das Schild klar. Ein sehr sauberes Festival.

Der bunte Mix, der hier auf und vor der Bühne vor allem Spaß hat, hat das Motto „Normal ist woanders“ verdient. Denn wo sonst könnten die martialischen Gestalten von „Megabosch“ mit Leopardenfell, Mähne und Munitionsgürtel so artig für ein Gruppenbild posieren wie hier? Sie tun’s, für Heidi, stilecht ganz in Schwarz gekleidet. Heidi ist mit ihrem Rollator hergekommen, und sie ist nicht die einzige. Graue Haare sind hier oft der Kontrast zum schwarzen Festival-Motiv-Shirt, oder zur Lederkutte.

Trash-Metal vom Feinsten

Die vier Jungs von „Megabosch“ haben inzwischen wieder die große Bühne geentert, es kommt der obligatorische Dampflok-Pfiff, und schon der Anblick verspricht Großes. Ein Mikro-Ständer aus zusammengeschweißten Kettengliedern, ein Bass in Form eines Sturmgewehrs, Nebelmaschine, Funken sprühen. Und die Jungs singen deutsch: „Weil ich es kann“, hämmernder, röhrender, sauberer Trash-Metal. Und alle machen mit.

Sogar aus Mexiko

Sie spielen im Wechsel und lassen den Fans keine unnötige Pause. Aber selbst die Lokalmatadore von „Imperial Council“ geben diesmal zu: „Wir könnten natürlich länger, aber wir sind froh, wenn wir aus der Sonne kommen.“ Breit gestreut haben die Macher diesmal die Liste der Bands, aus Holland machen „Hartland“ zu ihrer Premiere in Gelsenkirchen Station, und tatsächlich kreuzen auch „Split Heaven“ auf. Die Mexikaner hatten sich beim Bahnwerk-Komitee per E-Mail gemeldet und auf dem Weg von Berlin den Freitag für Bismarck reserviert.

Mit einem Auftritt bei „Rock am Bahnwerk“ können die Bands werben, „Liquid Acid“ etwa wird in diesem Jahr auch bei „Bochum total“ dabei sein, und eine Woche später auf Schloss Berge. Und bei der Extraschicht am 29. Juni im Nordsternpark spielen auch „Relate“. Für die, die diesmal nicht dabei waren. Und sicher etwas verpasst haben.

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