Prozess

Prozess: Vergewaltigung einer Transsexuellen gibt Rätsel auf

Ein Gelsenkirchener steht wegen Vergewaltigung vor dem Landgericht in Essen.

Ein Gelsenkirchener steht wegen Vergewaltigung vor dem Landgericht in Essen.

Foto: VON BORN, Ulrich / WAZ FotoPool

Gelsenkirchen/Essen.  Ein Gelsenkirchener soll eine Transsexuelle verschleppt und vergewaltigt haben. Er steht dafür vor Gericht. Doch es gibt Ungereimtheiten.

Ein rätselhaftes Geschehen beschäftigt seit Montag das Essener Landgericht. Angeklagt ist ein Mann aus Gelsenkirchen. Er soll eine Transsexuelle verschleppt und vergewaltigt haben. Zum Prozessauftakt hat der 29-Jährige geschwiegen.

Es war der 21. Juni 2018, gegen Mitternacht. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte dem mutmaßlichen Opfer an einer Bushaltestelle an der Buerer Straße in Gelsenkirchen-Horst aufgelauert hat. Dann ging angeblich alles ganz schnell. Er soll den anderen Mann in sein Auto gezogen und zu einem Spielplatz am Schürenkamp verschleppt haben. Dort kam es angeblich zu zwei Vergewaltigungen.

Opfer hat sich nicht gewehrt

Völlig offen ist zurzeit allerdings noch, warum sich das mutmaßliche Opfer offenbar nicht gewehrt hat. Vor allem, da es auf dem Rücksitz gesessen haben soll. Außerdem gibt es einen Zeugen, der die Szene an der Bushaltestelle miterlebt haben will. Der 27-Jährige war damals mit dem Angeklagten „um den Block“ gelaufen, als ihnen eine „blonde Frau“ entgegenkam. „Sie war freizügig gekleidet und hatte aufgespritzte Lippen“, sagte der Zeuge den Richtern. Der Angeklagte habe ihn daraufhin sofort stehen gelassen. Beide seien gemeinsam ins Auto gestiegen und weggefahren.

Ob Gewalt im Spiel war? „Auf keinen Fall.“ Unklar ist jedoch, ob der Zeuge tatsächlich genau die Situation gesehen hat, die in der Anklage geschildert wird. „Es war eindeutig eine Frau“, sagte er im Prozess. Außerdem sei es früher Abend gewesen – nicht Nacht. Und die Frau habe auch auf dem Beifahrersitz gesessen, nicht hinten. Der Prozess wird fortgesetzt.

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