Gelsensport

Provital-Studio im Sportzentrum Schürenkamp wird geschlossen

Zur Eröffnung des Studios im Sportzentrum Schürenkamp testete der Gelsenkirchener Oberbürgermeister Frank Baranowski 2010 die Trainingsgeräte, assistiert von Trainer Norbert Traeder.

Zur Eröffnung des Studios im Sportzentrum Schürenkamp testete der Gelsenkirchener Oberbürgermeister Frank Baranowski 2010 die Trainingsgeräte, assistiert von Trainer Norbert Traeder.

Foto: Mathias Schumacher / FFS

Gelsenkirchen-Schalke.  Gelsensport zieht die Notbremse und beendet zum Jahresende den defizitären Studio-Betrieb im Sportzentrum. Die Kundschaft reagiert verärgert.

2010 öffnete das Provital-Studio im Sportzentrum Schürenkamp – nicht als Mucki-Bude, sondern als Trainingsstätte, die mit entsprechender Betreuung bewusst auf Prävention setzte. „Das Konzept des Provital-Angebots ist nicht auf Leistung, sondern auf Gesundheit ausgerichtet“, kündigte der damalige Gelsensport-Geschäftsführer Günter Pruin zum Start an. 29,50 Euro Monatsbeitrag wurden zunächst aufgerufen, bei drei, sechs oder zwölf Monaten Vertragslaufzeit. Später zahlten Kunden bis zu 39 Euro im Monat. Das Konzept ging einige Jahre auf. Nun nicht mehr. Das Studio schließt zum Jahresende, die Verträge wurden gekündigt oder laufen aus.

2010 mit Kursen begonnen

Im Zuge der Runderneuerung des Sportzentrums hatte Gelsensport auch das Studio herrichten lassen. „2010 haben wir mit Kursen begonnen. Das hat sich damals rasant entwickelt“, sagt Thomas Kinner, der von Beginn an für Gelsensport das Projekt betreut. In Zusammenarbeit mit dem Sportbildungswerk des Landessportbunds wurden die Angebote geschaffen. Ein weiteres Standbein war vor Ort das betriebliche Gesundheitsmanagement, beispielsweise für die Feuerwehr oder Stadtmitarbeiter. Den Dienstsport betreut Gelsensport auch weiterhin. Doch das reine Gesundheitstraining hat sich hier offenbar überholt. „Der Zulauf ist nicht mehr gegeben. Wir haben Flyer verteilt, Anzeigen geschaltet und geworben, waren auf Gesundheitstagen und haben dort unser Angebot vorgestellt. Doch wir haben keine neuen Kunden gewinnen können“, sagt Kinner. Der Betrieb mit einem fest angestellten Trainer und Honorarkräften sei mittlerweile „stark defizitär“, deshalb sei die Schließung zum Jahresende wirtschaftlich zwingend erforderlich.

Ab 120 Kunden würde es funktionieren

Die Botschaft kam bei der Klientel schlecht an. Viele Trainierende im Sportzentrum hätten verärgert reagiert, stellt Kinner fest. Doch er sieht keine Alternative. Wobei man bei Provital offenbar ohnehin in bescheidenen betrieblichen Dimensionen denkt. „Wenn ich 120 Leute hätte“, rechnet Kinner, würde die Rechnung eher aufgehen. Wie viele Vertragskunden das Studio hat, will er nicht kommuniziert wissen. Es sind deutlich weniger.

Trainingsgeräte und Einrichtung am Schürenkamp sind durchaus noch zeitgemäß, aber eher funktional. Mit dem Chic mancher Fitness-Studios kann das Provital nur schwerlich mithalten, mit den Dumping-Preisen großer Ketten ebenfalls nicht. „Ich glaube, die Kundschaft für unsere Nische ist nicht mehr vorhanden. Wir bieten eine vielseitige Betreuung, aber für viele ist einfach der Preis entscheidend“, sagt Kinner. Überlegt werde nun, wie „wir den Raum künftig weiter nutzen“ – naheliegend zumindest wohl auch weiterhin für betriebliche Kraft- und Fitnesskurse.

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