Pflegeberufe

Pflegemesse in Gelsenkirchen lockt Anbieter und Suchende

Unter dem Motto ‘Pflege erlebbar machen’ stand die Pflegemesse in Gelsenkirchen. Elena Minch (rechts) und Margarete Tadla (2.v.r.) informierten sich am Awo-Stand.

Unter dem Motto ‘Pflege erlebbar machen’ stand die Pflegemesse in Gelsenkirchen. Elena Minch (rechts) und Margarete Tadla (2.v.r.) informierten sich am Awo-Stand.

Foto: Olaf Ziegler / Funke Foto Services GmbH

Angebot und Nachfrage führte die Pflegemesse im Berufsinformationszentrum BiZ zusammen. Zwölf Anbieter aus der Pflegebranche suchten Verstärkung.

Gelsenkirchen. Es ist gesteckt voll im Berufsinformationszentrum der Agentur für Arbeit. Von 14 bis 17 Uhr hat die Agentur zur Pflegemesse geladen. Zwölf Betreiber von Seniorenheimen, ambulanten Pflegediensten, die Kinder- und Jugendklinik am Bergmannsheil, das Diakonische Werk und Betreuungshilfen stellen sich Job- und Ausbildungsplatzsuchenden vor. Die Nachfrage ist enorm. Das Jobcenter hat bei Schulen, Berufskollegs, eigenen Klienten, in der Zeitung und mit Plakaten für die Veranstaltung geworben – offenbar sehr erfolgreich.

Mit Bewerbungsmappen in der Tasche zur Messe gekommen

Gleich im Eingangsbereich steht die Pinnwand mit Jobangeboten. Berater sind im gesamten Erdgeschoss helfend als Wegweiser unterwegs, zwischendurch schiebt ein Auszubildender eine Art Sänfte durch die Räume, die als Umlagerungslift für bettlägerige Patienten gedacht ist. An Infoständen gibt es Flyer, Stifte und jede Menge Informationen bis hin zu konkreten Angeboten. Elena Minch (39) hat gleich Bewerbungsmappen mitgebracht. Sie hat gerade im März ihr Zertifikat als Altenpflegekraft bekommen und ist jetzt auf Jobsuche. Die beiden Söhne sind mittlerweile größer, da will sie arbeiten. Am Stand des Awo-Seniorenzentrums kommt man schnell ins Gespräch, der Mitarbeiter zeigt sich sehr interessiert.

Auch Margarete Tadla (36) ist auf der Suche, allerdings für den hauswirtschaftlichen Bereich. Auch sie interessiert sich für das Pflegeheim in ihrer direkten Nachbarschaft – und umgekehrt. Sie hat früher als Kellnerin gearbeitet, aber auch in der Hauswirtschaft. Für morgen hat sie schon ein Probearbeiten vereinbart.

Examinierte Kräfte müssen nicht lange suchen

Sarah kann sich angesichts des akuten Mangels an Arbeitskräften mit ihrer Ausbildung den Arbeitgeber eigentlich aussuchen. Sie ist examinierte Kinderkrankenschwester mit Erfahrung in der Erwachsenenpflege. Sie nutzt die Messe trotzdem gern, um sich einen Überblick zu verschaffen. Und zu sehen, was geht auf dem Markt. Eine Bewerbungsmappe hat sie zwar nicht dabei – „das mache ich lieber individuell, auf den Arbeitgeber zugeschnitten“ – aber einen Lebenslauf. Noah Krämer (31) ist noch nicht soweit. Er will sich auf der Messe informieren, welche Wege ihm offen stehen. Mit einem Realschulabschluss mit Qualifikation könnte er mühelos eine Gesundheits- und Altenpflegeausbildung beginnen.

Hauptschulabschluss nach Klasse neun oder zehn

Bei den ambulanten Pflegediensten sind in der Hauptschulabschluss nach Klasse neun für die Pflegehelfer-Ausbildung oder nach Klasse zehn für die dreijährige Ausbildung Voraussetzung. Ausbildungsplätze können die meisten hier – vom APD über Diakonisches Werk bis hin zu API, einem international aufgestellten ambulanten Dienst – fast immer anbieten. Personal ist auch hier Mangelware. Leon Klein-Möllhof ist Auszubildender beim Diakonischen Werk, bei den ambulanten Pflegediensten. Was er Unentschlossenen rät, in welche Richtung sie gehen sollen? „Ob ambulante oder stationäre Pflege – das muss jeder für sich selbst herausfinden. Das muss man ausprobieren.“

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