Missbrauch

Missbrauchsermittlungen: Gelsenkirchener Lehrer suspendiert

Das Max-Planck-Gymnasium in Gelsenkirchen-Buer.

Das Max-Planck-Gymnasium in Gelsenkirchen-Buer.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Gelsenkirchen-Buer.   Ein Gelsenkirchener Lehrer steht offenbar im Verdacht, Schüler sexuell missbraucht zu haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Gelsenkirchen wird möglicherweise von einem Missbrauchsfall erschüttert. Die Essener Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren wegen „des Vorwurfs des sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen gegen einen in Gelsenkirchen tätigen Lehrer“ eingeleitet, wie Staatsanwaltschaftssprecher Niclas von Hobe mitteilte. Nach WAZ-Informationen handelt es sich um einen Lehrer, der am Max-Planck-Gymnasium im Gelsenkirchener Stadtteil Buer (MPG) tätig war. Auch die Bezirksregierung Münster ist bereits in dieser Sache aktiv geworden.

Deren Pressesprecher Andreas Winnemöller sagte: „Die Lehrperson ist bis auf Weiteres vom Dienst suspendiert worden.“

Am Dienstagvormittag hatte die WAZ-Redaktion der Anruf einer besorgten Mutter erreicht. Im Gespräch berichtete sie von dem möglichen Missbrauch. Sie befürchtete, dass ihre Tochter, unter 16 Jahre alt, ebenso betroffen sei und schilderte, dass sich das Mädchen bislang hartnäckig weigere, etwas zu einem möglichen strafbaren Verhältnis mit dem suspendierten Lehrer zu sagen. Es könnte sich daher um mehr als einen Missbrauchsfall handeln. Die stellvertretende Schulleiterin Cirsten Scharf lehnte eine Stellungnahme ab: „Ich kann dazu nichts sagen.“

Gymnasium verschickt Elternbrief

Beunruhigt durch die Recherchen dieser Redaktion, hat das Max-Planck-Gymnasium offenbar am Dienstagnachmittag die Elternschaft per Brief informiert. Er liegt der WAZ vor. In der Mail werden die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und die Suspendierung der Lehrkraft durch die Bezirksregierung bestätigt. Weiter heißt es darin: „Wir bitten Sie, offen mit Ihren Kindern darüber zu sprechen und ihnen auch zu versichern, dass sie angstfrei zur Schule gehen können. Alle Kolleginnen und Kollegen unserer Schule sind informiert und dementsprechend sensibilisiert und werden bei Bedarf Ihren Kindern zur Verfügung stehen. Wir sind uns durchaus bewusst, dass es für uns alle eine belastende Situation ist, die wir aber nur gemeinsam bestmöglich handhaben können.“

Der Gymnasiallehrer war daheim im Vest telefonisch nicht zu erreichen, eine Frau sagte, er sei angeblich nicht da. Die Bitte um eine Stellungnahme auf seiner Mailbox blieb bis Redaktionsschluss unbeantwortet.

Eltern äußern sich zurückhaltend

Bei vielen Eltern hat der Brief unterdessen für große Unruhe gesorgt. In Klassenchats von Online-Nachrichtendiensten spekulierten etliche über die Identität des Lehrers und die Hintergründe. „Es ist ja völlig unklar, ob es um eine Liebelei mit einer Oberstufenschülerin handelt oder um schweren sexuellen Missbrauch eines Kindes. Bislang gilt immer noch die Unschuldsvermutung“, meinte eine Mutter, deren Tochter das MPG besucht. Sorge um das Mädchen hat sie nicht. „Sie hätte mir sofort erzählt, wenn etwas passiert wäre.“ Eine andere Mutter äußerte sich ebenfalls zurückhaltend: „Man weiß ja jetzt noch nicht, ob eine Schülerin aus verschmähter Liebe diese Vorwürfe erhebt.“

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