Konzert

Klassik und Hip-Hop rocken das Gelsenkirchener Musiktheater

Die Neue Philharmonie Westfalen trifft am Samstag auf Hip-Hop-Beats und Rap-Rhythmen, wenn es im Musiktheater heißt: „MiR goes ...“ und die Sinfoniker gemeinsam mit der Band „Einshoch6“ musizieren.

Die Neue Philharmonie Westfalen trifft am Samstag auf Hip-Hop-Beats und Rap-Rhythmen, wenn es im Musiktheater heißt: „MiR goes ...“ und die Sinfoniker gemeinsam mit der Band „Einshoch6“ musizieren.

Foto: Jürgen Theobald

Gelsenkirchen.   In der Reihe „MiR goes ...“ trifft am 9. Februar zarte Klassik auf harte Hip-Hop-Beats. Die Neue Philharmonie hat die Band „Einshoch6“ zu Gast.

„Die Stadt springt“ heißt eines ihrer Alben. Und Rasmus Baumann, Generalmusikdirektor der Neuen Philharmonie Westfalen, verspricht nach dem Auftritt der Hip-Hop-Band „Einshoch6“ am Samstagabend im Musiktheater im Revier: „Gelsenkirchen wird springen!“ Denn im nächsten Konzert der Erfolgsreihe „MiR goes ...“ treffen die Sinfoniker auf Hip-Hop und Rap. Ein echtes musikalisches Abenteuer.

Musiker mit Doppelleben

Nicht aber für die Münchener Band. Der gelingt der Spagat zwischen zarter Klassik und harten Beats schon seit über zehn Jahren auf den großen Bühnen und mit den großen Sinfonieorchestern. Gleich kurz nach ihrer Gründung räumten die Musiker die ersten Preise ab, absolvieren seitdem große Tourneen, legen zwölf Alben auf.

Für Rasmus Baumann und seine Philharmoniker, die regelmäßig die Genregrenzen sprengen und große Erfolge mit den Crossoverkonzerten feiern, ist es nun am Samstag, 9. Februar, der erste Ausflug in die musikalische Welt des Hip-Hop. Baumann, eher mit Metal sozialisiert, freut sich auf diesen neuen Brückenschlag: „Das wird spanend und sicherlich ein Riesenspaß.“

Viele Hip-Hopper sind klassisch ausgebildet

Denn hier treffen sich auf der Opernbühne zwei gleichwertige Partner. Der GMD, der den Abend auch dirigieren wird, ist nach den ersten Proben überzeugt: „Wir musizieren auf Augenhöhe.“ Kein Wunder, sind doch die meisten Mitglieder Hip-Hop-Band ausgebildete klassische Musiker, die teilweise sogar ein festes Engagement in großen Sinfonieorchestern haben. „Diese Musiker“, schmunzelt Baumann, „führen eine Art musikalisches Doppelleben, und das ist etwas, was mir sehr gefällt.“

Wenn sich klassische Werke am Samstag mit aktuellen Rap-Songs und Hip-Hop-Rhythmus mischen, dann, so Baumann, „ist Unterhaltung auf hohem Niveau garantiert“. Die Neue Philharmonie wird unter anderem Werke von Bizet, Strawinsky oder Berlioz interpretieren, während in den Hip-Hop-Songs plötzlich auch Zitate aus Mozarts „Zauberflöte“ auftauchen. Klingt nach wilder, mitreißender Session, die, so hoffen die Macher, auch neues Publikum ins Opernhaus lockt.

Lokalmatador Muetze wird auch auf der Bühne stehen

Und weil die Band „Einshoch6“ gerne auch lokale Rapper auf die jeweilige Bühne holt, engagierte die Neue Philharmonie Westfalen den Gelsenkirchener Rapper Markus Herzog alias Muetze. Der hatte erst kürzlich mit seinen Songs zum Ende des Steinkohlebergbaus für Interesse in der Musikszene gesorgt. In einem Song besingt er „Schicht im Schacht“.

Die Reihe „MiR goes ...“ hat es inzwischen längst zum viel gefeierten Kult-Status gebracht. In der nächsten Folge heißt es dann am 23. März „Mir goes Film: Winnetou meets Alien“.

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