Ruhestand

Johannes Mehlmann und Bismarck – das gehört zusammen

Johannes Mehlmann hält die Fahne der Ehrenamtsagentur nach wie vor hoch. Er geht Ende des Monats nach 13 Jahren bei der Ehrenamtsagentur in Rente.

Johannes Mehlmann hält die Fahne der Ehrenamtsagentur nach wie vor hoch. Er geht Ende des Monats nach 13 Jahren bei der Ehrenamtsagentur in Rente.

Foto: Joachim Kleine-Büning / Funke Foto Services GmbH

Gelsenkirchen.   Nach 13 Jahren bei der Ehrenamtsagentur geht Johannes Mehlmann Ende Juni in Rente. Dann hat er noch mehr Zeit: für Gelsenkirchen-Bismarck.

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In Sachen Ehrenamtsagentur und Vereinsarbeit ist er ein alter Hase und ein Fuchs zugleich. Es gibt wohl nur wenige Menschen, die so viel Erfahrung haben wie Johannes Mehlmann, der Ende des Monats in den Ruhestand geht. Dann hat er endlich noch mehr Zeit zum Arbeiten. Für seinen Stadtteil Bismarck.

Johannes Mehlmann hat sieben Kinder und sieben Enkel

Es scheint so, als kennt der 65-Jährige das Wort Ruhe nur aus dem Deutschunterricht. Denn die Zahl sieben scheint für ihn magisch zu sein. Sieben Kinder hat er, zwischen 42 Jahren und elf Jahren – Stiefkinder inbegriffen. Und damit es einfacher wird mit dem Zählen, hat er auch sieben Enkelkinder. Langweilig wird es für Johannes Mehlmann also auf keinen Fall.

Bismarck ist fast ein Synonym für Mehlmann. Der Stadtteil und der 65-Jährige gehören zusammen. Dort wuchs er auf, ging zur Schule und auf Anraten seines Vaters zur Stadt, die damals „Lehrlinge“ suchte. Seine Laufbahn startete er als Verwaltungslehrling, arbeitete zwei Jahre in der Wohngeldstelle. Dann entschied er, sich weiterzubilden. Er arbeitete als Verwaltungspraktikant, bevor er die dreijährige Inspektorenlaufbahn begann und in den gehobenen Dienst aufstieg. Zehn Jahre war er im Jugendamt tätig, arbeitete dann in der kommunalen Jugendberufshilfe, in der er sich um die ABM-Stellen kümmerte, die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, und brachte die Jugendwerkstatt in Resse voran.

Die Evangelische Gesamtschule Bismarck entstand

Dann begann ein neuer Abschnitt: Es gab Gelder für „Stadtteile mit besonderem Erneuerungsbedarf.“ Und dieser Stadtteil hieß: Bismarck. Keine Arbeitsstelle hätte passender für Johannes Mehlmann sein können.

Er leitete das Stadtteilbüro ab dem 1. Januar 1996, stellte Förderanträge, bewegte in 13 Jahren 20 Millionen. Die Arbeit dort war eine echte Herausforderung. 1993 war die Förderung auf der Zeche Consolidation 3/4/9, kurz „Consol“, eingestellt worden. „Es entstand endlich die Evangelische Gesamtschule Bismarck für den Stadtteile mit 25.000 Einwohnern“, so Mehlmann. „Es ging darum, bauliche Maßnahmen voranzutreiben, wir haben sozial-integrativ gearbeitet, es entstand 1995 der Kindergarten an der Freiligrathstraße, der schon bald ein Offener Treff im Stadtteil wurde.“

Urlaub im warmen Süden

Aus der Idee, den Stadtteil voranzubringen, die Menschen miteinander in Kontakt zu bringen, Gemeinsamkeiten unter allen Bewohnern zu schaffen, entstand das „Forum 2000“ für Bismarck und Schalke-Nord, dessen Vorsitzender Mehlmann immer noch ist. 2005 wurde die Arbeit im Stadtteilbüro beendet.

„Oberbürgermeister Frank Baranowski hatte eine grandiose Idee, die einzigartig ist. Er wollte einen Verein gründen, der zuständig für alle 18 Gelsenkirchener Stadtteile ist, eine Ehrenamtsagentur für bürgerschaftliches Engagement und dafür städtische Mitarbeiter freistellen. Ich habe natürlich zugesagt“, erklärt der „Organisationsprofi“. Ab dem 5. Dezember 2006 hieß es also für ihn: Vereine, Wohlfahrtsorganisationen, Fördermitglieder gewinnen, um eine gute Vernetzung auch in Land und Bund zu erreichen. Das ist gelungen. Nach fast 50 Jahren Arbeit bei der Stadt Gelsenkirchen geht er jetzt in den Ruhestand und hinterlässt ein gut bestelltes Feld.

Eine feste Größe ist das Urlaubsziel, das er mit seiner Frau bald zumindest theoretisch ansteuern kann. „Eigentlich haben wir immer vorgehabt, im warmen Süden Urlaub zu machen. Es wurde aber immer Nordholland, da fühlen wir uns unglaublich wohl“, sagt Mehlmann. Aber ob er wirklich viel Zeit hat, Urlaub zu machen, kann man bezweifeln. Bei den vielen Ideen, die er für den Stadtteil in die Tat umsetzen will, dürfte sein Terminplan gut gefüllt sein.

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