Revier-Historie

In Gelsenkirchen bekommt die Energiewende viele Gesichter

Dr. Karin Yeşilada präsentiert die Ausstellung „Energie in Bewegung“ in der Arkade des Wissenschaftsparks Gelsenkirchen.

Dr. Karin Yeşilada präsentiert die Ausstellung „Energie in Bewegung“ in der Arkade des Wissenschaftsparks Gelsenkirchen.

Foto: Ingo Otto / FFS

Gelsenkirchen-Ückendorf.  Wanderausstellung „Energie in Bewegung“ zeigt im Wissenschaftspark Gelsenkirchen Menschen des Reviers. Bergbau prägte Energie und Einwanderung.

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So recht sind Energie und Energiewende (noch) kein Thema für die Literatur, der Bergbau dagegen sehr wohl. Die Energie kommt allenfalls in Krimis vor, und da auch nur in Person skrupelloser Wirtschaftsbosse. Dahinter steckt mehr, brachte eine fast dreijährige Projektarbeit heraus. Sie fördert Geschichten von Menschen des Ruhrgebiets und damit die Geschichte des Bergbaus sowie nun der Energiewende einmal miteinander zutage, zu sehen in der Arkade des Wissenschaftsparks an der Munscheidstraße.

Zusammen gekommen sind die Geschichten im Projekt „Erzählte Energie“ von Prof, Dr. Sebastian Susteck, Lehrstuhl für Neugermanistik und Literatur-Didaktik der Ruhr-Uni Bochum. Die Geschichten in den 19 Interviews werden zu Biografien, und schon die Suche nach Interviewpartnern wird zur eigenen, spannenden Geschichte: Vom türkischen Bergmann, der 1970 auf Zeche Walsum einfuhr, bis zu seinem Enkel, der nun erneuerbare Energien studiert oder weiter bis zu der iranischen Studentin, die für Wind- und Solarenergie nach Deutschland gekommen ist.

Einwanderung, Wende, Energie

„Wenn Menschen einwandern, um in Deutschland zu arbeiten und den Nachkommen eine bessere Zukunft zu ermöglichen, dann investieren sie all ihre Energie in die Vision einer besseren Zukunft“, beschreibt die Kuratorin der Ausstellung, Dr. Karin Yeşilada. „Für die Einwanderungsgesellschaft ist das ein Gewinn, ein Weg zur Modernisierung. Auch die Energiewende in Deutschland steht für Modernisierung.“

Geschichte von Familien und Energie

In der multimedialen Ausstellung lernen die Besucher die Menschen mit ihrer Energiegeschichte und die ihrer Familien auf großformatigen Porträts kennen, können ihnen an Audio-Stationen zuhören und spannende Hintergründe zur Einwanderungs-und Energiegeschichte erfahren. „Die Ausstellung richtet sich deshalb auch besonders an Schulen“, fordert Yeşilada auf.

Gewandert über acht Stationen

Nicht umsonst hat „Energie in Bewegung“ bereits an den Uni-Bibliotheken in Bochum und Duisburg, vier Schulen und Kollegs, und vor allem im Industriemuseum auf Zeche Hannover im Bochumer Norden Station gemacht.

Damit ist es auch kein Wunder, dass Wolfgang Jung, Geschäftsführer des Wissenschaftspark, hochzufrieden als „Gastgeber“ für die letzte Station der Ausstellung ist. Hat doch vor 25 Jahren hier in Ückendorf auf dem Boden der früheren Bergbau-Anlage Rheinelbe mit dem Wissenschaftspark eine ganz eigene Ausprägung der Energie und ihrer Wende gleichsam auf einem Zeitstrahl angedockt.

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