Hunde

Hundehalter im Visier: Stadt geht gegen Steuersünder vor

Vera Damas vom kommunalen Ordnungsdienst kontrolliert Hundebesitzerin Regina Ressmann, ob ihre „Nora“ angeleint und angemeldet ist.

Vera Damas vom kommunalen Ordnungsdienst kontrolliert Hundebesitzerin Regina Ressmann, ob ihre „Nora“ angeleint und angemeldet ist.

Foto: Olaf Fuhrmann / FUNKE Foto Services

Altstadt.  Die Stadtkämmerei und der Kommunale Ordnungsdienst kontrollieren Hunde und Halter in Gelsenkirchen. Wir durften bei einem Rundgang dabei sein.

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Alle angeleint? Dieser Frage gehen Mitarbeiter des Ordnungsdienstes an einem verregneten Nachmittag im Stadtgarten nach. Im Fokus der Kontrolle, zu der fünf Stadtmitarbeiter gemeinsam durch den Park spazieren: Hundehalter. Die Kontrolleure achten aber nicht nur darauf, dass sich hier alle an die Leinenpflicht halten. Auch auf die Steuermarke und die ordnungsgemäße Anmeldung der Vierbeiner haben sie ein prüfendes Auge.

Denn alle Hunde müssen bei der Stadt erfasst werden, die Halter Steuern für ihre Tiere zahlen. Aktuell sind das Einnahmen durch insgesamt 13.024 Hunde. Und ihre Zahl steigt: Seit 2012 sind laut Stadt 2100 Tiere mehr gemeldet. Davon, dass so viele Gelsenkirchener sprichwörtlich auf den Hund gekommen sind, profitiert die Stadt: Im Jahr 2018 konnten rund 1,5 Millionen Euro nur durch die Hundesteuer eingenommen werden.

Jeder Hundehalter in Gelsenkirchen muss die jährliche Abgabe leisten. Wer einen Vierbeiner hält, zahlt zurzeit 129 Euro. Bei zwei oder mehr Tieren steigt der Betrag pro Tier auf bis zu 168 Euro an. Besonders tief in die Tasche greifen müssen Halter von „gefährlichen Hunden“ oder bestimmten Rassehunden.

Bis zu 627 Euro für „gefährliche“ Hunde

Alle Hunde, die in Gelsenkirchen gehalten werden, sind hundesteuerpflichtig und müssen innerhalb von zwei Wochen nach Anschaffung angemeldet werden. Die Hundesteuer ist jährlich zu bezahlen und der Betrag abhängig von der Anzahl der Hunde, die sich im Besitz befinden. Außerdem werden „gefährliche“ Hunde und Vierbeiner bestimmter Rassen mit einem höheren Betrag besteuert (bis zu 627 Euro). Dazu gehören etwa Pitbull-Terrier oder Bullterrier sowie deren Kreuzungen. Für sie wird eine zusätzliche Anmeldung benötigt, sie müssen mit einem Implantat gekennzeichnet sein und die Besitzer sind verpflichtet, eine Haftpflichtversicherung für sie abzuschließen.

Auch große und schwere Tiere fallen unter diese Regelung. Als Orientierungshilfe, für wen die Regeln gelten, hilft die sogenannte „40/20-Regel“: „Hunde mit einer Schulterhöhe von mindestens 40 Zentimetern oder einem Gewicht ab 20 Kilo sind meldepflichtig“, erklärt Vera Damas vom Kommunalen Ordnungsdienst. 6750 Tiere fallen aktuell in Gelsenkirchen unter die Sonderregelung, davon gelten 75 als gefährlich.

Stadtmitarbeiter verteilen Flyer

Um zu kontrollieren, ob sich alle Hundebesitzer an die Regeln halten, aber auch, um zu informieren, sind in der letzten Zeit vermehrt Stadtmitarbeiter in Parks und an Freilaufflächen unterwegs. Noch bis zum 22. November verteilen sie dabei Faltblätter mit Informationen für die Hundehalter. Die Kontrollgänge sind Teil des Programms „weil es unsere Stadt ist“ und sollen für mehr Sicherheit und Ordnung sorgen. Auch die ordnungsgemäße Entsorgung von Hundekot ist dabei Thema.

Mit vorbildlichem Verhalten fielen beim Kontrollgang durch die Altstadt Hundehalterin Ute Vöcking und Hundedame „Mücke“ auf. Der Jack-Russel-Terrier kam den Kontrolleuren ordnungsgemäß an der Leine entgegen und eine steuerliche Anmeldung der 14-jährigen Hündin konnte nach einem kurzen Kontrollanruf in der Zentrale festgestellt werden. Korrekt angeleint war auch Labrador-Husky-Mischling „Nora“. Allerdings fehlte ihr die Anmeldung bei der Stadt. Die versprach Besitzerin Regina Ressmann jedoch noch am selben Tag nachzuholen.

Nicht nur bei Regina Ressmann zeigen die Kontrollgänge Wirkung. Dirk Backe von der Stadtkämmerei remüsiert: „Täglich rufen bis zu fünf Hundebesitzer zur Anmeldung von Hunden an.“

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