Sterbebegleiter

Pflegeheim bildet Sterbebegleiter in Gelsenkirchen aus

Katrin Lindner-Zach will Sterbebegleiterin werden, Marianne Petsch (Ausbilderin) und Helga Kiedel (Sterbebegleiterin) stehen in den Grünanlagen des Amalie-Sieveking-Haus.

Katrin Lindner-Zach will Sterbebegleiterin werden, Marianne Petsch (Ausbilderin) und Helga Kiedel (Sterbebegleiterin) stehen in den Grünanlagen des Amalie-Sieveking-Haus.

Foto: Joachim Kleine-Büning / Funke Foto Services GmbH

Gelsenkirchen.  Das Pflegeheim Amalie-Sieveking-Haus bildet erstmalig ehrenamtliche Sterbebegleiter aus. Teilnehmer für den Ausbildungskurs werden noch gesucht.

Eine Begleitung und Versorgung schwerkranker und sterbender Menschen: Nicht jeder fühlt sich dazu bereit, aber es gibt Menschen, die fremde Menschen am Ende ihres Lebenswegs begleiten und ihnen eine seelische Unterstützung schenken.

Helga Kiedel (70) arbeitet seit zwölf Jahren ehrenamtlich als Sterbebegleiterin in verschiedenen Einrichtungen. Katrin Lindner-Zach (73) hat sich dazu entschieden, an einem Vorbereitungskurs zur Sterbebegleiterin teilzunehmen. Marianne Petsch (59) leitet den Kurs im Pflegeheim Amalie-Sieveking-Haus. Alle drei Frauen sind sich einig, an erster Stelle ist es wichtig, das Gefühl zu vermitteln, dass man nicht alleine ist.

Der Umgang mit Trauer gehört zu den Kursinhalten

Genau um dieses Gefühl, um eine erhöhte Lebensqualität und die Steigerung des Wohlbefindens geht es bei den Sterbebegleitern. In einem siebenmonatigen Kurs, der erstmals eigenständig von dem Amalie-Sieveking-Haus durchgeführt wird, werden die ehrenamtlichen Helfer vorbereitet. Dabei befassen sie sich mit der eigenen Lebensgeschichte, reflektieren Trauerbewältigungen und lernen ihre eigenen Grenzen besser kennen. Eine weitere essenzielle Rolle spielt die Kommunikation. „Die genaue Gestaltung des Kurses ist allerdings noch nicht festgelegt, da möchte ich individuell auf die Teilnehmer eingehen“, sagt Petsch.

Teilnehmerin über ihre Erfahrungen

Angefangen als „Grüne Dame“, so nennen sich ehrenamtlich Tätige in der stationären Gesundheits- und Krankenpflege, leistete Helga Kiedel erste Sterbebegleitung im Krankenhaus. „Ich wollte schon immer in die Hospizarbeit“, sagte sie. Nach der Teilnahme am Qualifizierungskurs stieg sie richtig ein und sammelte trotz negativem Anlass positive Erfahrungen. Mit den Worten „loslassen, pflegen, sorgen und einfach da zu sein“ beschreibt sie die Arbeit. Gerade Vertrauen, Präsenz und ein friedvoller Umgang würde dabei wichtig sein. Bei den Besuchen ginge es weniger um die Bespaßung der Leute, sondern eher darum, dass jemand am Bett oder auf einer Bank neben einem sitzt, gemeinsam eine Tasse Tee zu trinken, einen Spaziergang zu begleiten oder auch einfach zusammen in den Himmel zu schauen, zuzuhören oder zu schweigen. Ärzte oder Krankenpfleger fehle dafür oft die Zeit – gerade auch, weil das Ende des Lebenswegs manchmal zwei Wochen, dann aber auch vier Jahre dauern kann.

Katrin Lindner-Zach, die bald mit dem Kurs startet, entschied sich durch ein persönliches Schicksal für die Teilnahme. Bangen musste die ehemalige Ärztin als ihre Tochter stark erkrankte eine Zeit auf der Intensivstation verbringen musste. Zudem sagt die 77-Jährige, hätte sie selbst die letzten Jahre sehr schön erlebt und wolle jetzt wieder eine erdende Aufgabe finden.

Kurs startet am 14. September und umfasst 85 Unterrichtsstunden

Teilnehmer für den Qualifizierungskurs, der am 14. September startet und am 28. März endet, werden noch gesucht. Der Kurs umfasst rund 85 Unterrichtsstunden, die immer donnerstags von 18 bis 20.30 Uhr und manchmal auch samstags stattfinden. Wer Interesse hat, sollte mit der Koordinatorin der ambulanten Hospizarbeit und Kursleiterin Marianne Petsch Kontakt aufnehmen. Telefonisch ist das unter 0171 64 42 316 oder per Mail über marianne.petsch@johanneswerk.de möglich.

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