Obdachlosen-Betreuung

Hilfs-Informationen im Scheckkartenformat in Gelsenkirchen

Das Arzt Mobil – hier mit den Streetworkerinnen Georgina Radons und Jennifer Ruhnau (v.r.) sowie Ärztin Maria Behling (li.) in Buer im Einsatz – ist wichtiges Hilfsangebot für die Drogen- und Obdachlosenszene.

Das Arzt Mobil – hier mit den Streetworkerinnen Georgina Radons und Jennifer Ruhnau (v.r.) sowie Ärztin Maria Behling (li.) in Buer im Einsatz – ist wichtiges Hilfsangebot für die Drogen- und Obdachlosenszene.

Foto: Lutz von Staegmann

Gelsenkirchen.   Informationen für wohnungslose und suchtkranke Menschen in Gelsenkirchen wurden neu aufgelegt. Feuerwehr und Streetworker verteilen das Heftchen.

Insgesamt 14 Anlaufstellen für unterschiedliche Hilfen umfasst die Übersicht im Scheckkartenformat für wohnungslose und suchtkranke Menschen. Von der medizinischen Hilfe durch Arzt Mobil über Suchtberatung, die Wohnungslosenhilfe bis hin zur Kleiderkammer reichen die kompakt zusammengefassten Hilfsangebote.

Dank der Initiative der Feuerwehr ist die kleine Karte mit großer Wirkung überarbeitet und neu aufgelegt worden. „Eine solche Auflistung im Scheckkartenformat hat sich im Alltag der Feuerwehr bewährt. Alle unsere Rettungsfahrzeuge hatten sie an Bord, um sie an Wohnungslose oder Suchtkranke weitergeben zu können“, berichtet Daniel Hüwe.

Feuerwehr hat sich für eine Neuauflage stark gemacht

Als der Abteilungsleiter der städtischen Feuerwehr hörte, dass das Infomaterial vergriffen ist, hat er sich sofort für eine Neuauflage stark gemacht. Daniel Hüwe weiß, dass Arzt Mobil auf Spenden und finanzielle Unterstützung angewiesen ist und die Kosten für eine Neuauflage nicht hätte tragen können. „Ich habe daher innerhalb der Stadt nach einer Lösung gesucht“, beschreibt Hüwe.

Die Öffentlichkeitsarbeit der Stadt hat die Erstellung der Scheckkarte unterstützt sowie die Druckkosten für eine Auflage von 2000 Exemplaren übernommen. Nun wird sie von der Feuerwehr, Arzt Mobil und allen anderen für Wohnungslose oder suchtkranke Menschen tätigen Organisationen und Einrichtungen weitergegeben.

„Gelsenkirchen hilft! … weil es UNSERE Stadt ist“, steht auf der Scheckkarte. Gelsenkirchens Sozialdezernenten Luidger Wolterhoff stellt klar: „Es ist selbstverständlich, dass die Stadt mit Partnern von der Diakonie bis zur Caritas, dem Elisabethkrankenhaus oder Initiativen wie ,Warm durch die Nacht’ und vielen anderen hilft. Selbstverständlich sind auch Menschen, die obdachlos sind oder Drogenprobleme haben, ein Teil unserer Stadtgesellschaft.“ Dass in dieser Breite geholfen werden kann, sei dem dicht geknüpften Netzwerk zu verdanken, in dem alle Beteiligten eng kooperieren würden, führt er aus. „Die Stadt alleine kann das nicht stemmen“, ist er überzeugt.

Projekt von Arzt Mobil, Caritas und der Stadt.

Einer der starken Partner ist die Caritas. So ist zum Beispiel Cornelia Müller bei der Caritas angestellt. Sie eine von drei Streetworkerinnen von Arzt Mobil, die täglich auf den Straßen der Stadt unterwegs sind. Das Projekt Streetwork ist ein gemeinsames Projekt von Arzt Mobil, Caritas und der Stadt.

„Wir wollen den Menschen helfen und sie dabei unterstützen, aus ihrer Notsituation wieder hinein ins Leben zu finden“, beschreibt Caritas-Fachbereichsleiterin Eva Bittner-Geier die Zielsetzung der Wohnungslosenhilfe beim Caritasverband. Aus dem christlichen Auftrag abgeleitet sei die Wohnungslosenhilfe eine immens wichtige Aufgabe, die sich der Verband einiges kosten lasse: „Neben Fördermitteln und Spenden – sowohl als Zeit durch ehrenamtliches Engagement und Geldspenden durch Bürger oder Organisationen – haben wir im letzten Jahr zusätzlich rund 98.000 Euro aus Eigenmitteln in unsere beiden Begegnungs- und Beratungsstätten für Wohnungslose gesteckt.“

Ambulant betreutes Wohnen für Wohnungslose

Neben den beiden Beratungsstellen – Weißes Haus und Wilhelm-Sternemann-Haus – bietet die Caritas das ambulant betreute Wohnen für Wohnungslose an. Noch ein weiteres Projekt nennt Bittner-Geier: „Die soziale Begleitung wohnungsloser Menschen in Probewohnungen zur Erlangung der Mietfähigkeit vom Caritasverband mit der Stadt und der Gelsenkirchener Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft GGW.“


>>> Arzt Mobil ist auf Spenden angewiesen

Streetworkerin Cornelia Müller freut sich über die breite Unterstützung der Arbeit, schränkt aber auch ein: „Noch haben wir zwar genug Scheckkarten. Aber es ist schon absehbar, dass wir bald eine neue Auflage brauchen werden. Laufend gebraucht werden aber auch zum Beispiel Hygieneartikel für die Menschen, denen wir täglich helfen. Und dafür sind wir auf Spenden angewiesen.“

Mehr über die Arbeit von Arzt Mobil und über Spendenmöglichkeiten unter www.arztmobil-gelsenkirchen.de.

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