Großbrand in Schalke

Großbrand in Schalke: Einsturzgefahr hemmt Ermittlungen

Ein Bild vom Großbrand am 10. September 2019 in einem Mehrfamilienhaus an der Grillostraße 120 in Gelsenkirchen-Schalke mit zehn Schwerverletzten.

Ein Bild vom Großbrand am 10. September 2019 in einem Mehrfamilienhaus an der Grillostraße 120 in Gelsenkirchen-Schalke mit zehn Schwerverletzten.

Foto: Foto: Kimerlis

Schalke.  Die Gelsenkirchener Polizei befragt weiter Anwohner und Zeugen. Die Feuerwehr hat die Brandschau beendet. Die Brandursache bleibt unklar.

Der Großbrand in einem Mehrfamilienhaus an der Grillostraße in Schalke am Montagvormittag hat den Rettungskräften sehr viel abverlangt. Bis zum Dienstagmittag liefen noch Brandnachschauen der Feuerwehr, seilten sich Höhenretter über einen Drehleiterwagen über das Dach in das dreigeschossige Gebäude ab, um von oben aus nach Glutnestern und neu entfachten Bränden zu suchen. „Ohne Ergebnis“, sagt Feuerwehr-Sprecher Carsten Jost. „Wir haben den Einsatz heute mittag geschlossen, wir haben keine Brandherde mehr entdeckt.“

Die Suche nach der Brandursache gestaltet sich schwierig. Der Dachstuhl des Hauses ist völlig ausgebrannt, ebenso das Treppenhaus und Zwischendecken. Teilweise sind sie eingestürzt. Daher auch der Einstieg der Feuerwehr von oben. Die allgegenwärtige Einsturzgefahr verhindert es daher, dass die Spezialisten der Kriminalpolizei ihre Ermittlungen nach dem Grund für den Großbrand fortsetzen können. „Das Gebäude ist beschlagnahmt, aber nicht betretbar“, sagte Polizeisprecher Christopher Grauwinkel. Zu riskant sei es, in den Überresten auf Spurensuche zu gehen. Ein Statiker wird das Haus am Mittwoch begutachten.

Gefahr für Leib und Leben beim Betreten

Derweil laufen die anderen Ermittlungen auf Hochtouren. „Wir haben eine Ermittlungskommission eingerichtet. Und die Polizei befragt weiterhin noch Anwohner aus dem Umfeld sowie weitere Zeugen“, so Grauwinkel weiter. Man habe noch keinen anderen Sachstand als am Einsatztag: Zehn Schwerverletzte, darunter sechs Kinder und ein Säugling. DPA meldet, dass sich einer der beiden lebensgefährlich Verletzten nicht mehr in Lebensgefahr befindet. Unser Redaktion wurde am Nachmittag etwas anders gesagt.

Ob das Brandhaus überhaupt noch betreten wird, darf auf Grundlage der hohen Einsturzgefahr in Frage gestellt werden. Es scheint, als ob das nur mit hohem technischen Aufwand möglich wäre, wenn überhaupt. Und es erinnert an den Großbrand des alten Güterbahnhofes an der Wickingstraße im Mai 2018. Seinerzeit wurde die Gefahr für Leib und Leben so hoch eingestuft, dass das Gebäude abgetragen wurde, ohne dass die Kripo im Innern die Suche nach der Ursache beenden konnte.

Die meisten der 24 gemeldeten Bewohner des Hauses sind augenscheinlich bei Freunden und Verwandten untergekommen. Lediglich eine achtköpfige Familie hat sich am Dienstag bei der Stadt gemeldet, weil die Möglichkeiten der Unterbringung im Bekanntenkreis schnell erschöpft waren. „Die Familie wurde umgehend in einem der städtischen Häuser untergebracht“, so Stadtsprecher Martin Schulmann.

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