Zukunftsinitiative

Gelsenkirchen stellt sich der Herausforderung Klimawandel

Regenwasser nicht in der Kanalisation leiten, sondern durch die Stadt fließen lassen: Das schont Ressourcen. Die Idee wurde im Sommer bereits in Oberhausen umgesetzt, könnte aber dank einer neuen Initiative bald auch andere Emscherstädte erreichen.

Regenwasser nicht in der Kanalisation leiten, sondern durch die Stadt fließen lassen: Das schont Ressourcen. Die Idee wurde im Sommer bereits in Oberhausen umgesetzt, könnte aber dank einer neuen Initiative bald auch andere Emscherstädte erreichen.

Foto: MATTHIAS GRABEN / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen.  Zusammen mit den Kommunen der Emscherregion will Gelsenkirchen sich den Folgen des Klimawandels entgegenstellen. Welche Maßnahmen geplant sind.

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Starkregen und Überschwemmungen, Hitzewellen und Dürre: Das Klima verändert sich zusehends. Viele Städte und Gemeinden sind auf die Herausforderungen, die damit einhergehen, noch nicht vorbereitet. Gelsenkirchen will das nun ändern – und zwar schon bald. Gemeinsam mit den 15 anderen Kommunen der Emscherregion hat die Stadt jetzt eine Verpflichtungserklärung unterzeichnet. Zusammen mit der Emschergenossenschaft soll das Projekt „Klimaresiliente Region mit internationaler Strahlkraft“ Anfang 2020 mit Leben gefüllt werden.

Erst vor wenigen Wochen hatten sich über 300 Akteure aus der Region beim Expertenforum der Zukunftsinitiative „Wasser in der Stadt von morgen“ in Oberhausen auf konkrete Maßnahmen zur Klimaanpassung geeinigt. Am 5. November beschloss dann der NRW-Landtag die Umsetzung des in der Ruhrkonferenz vorgeschlagenen Klimaprojekts. Fördermittel in Höhe von insgesamt 250 Millionen Euro sollen dazu über zehn Jahre bereitgestellt werden. Die Region soll so international eine Vorreiterrolle übernehmen.

Weitere Verbände sollen mitziehen

„Mit der Verpflichtungserklärung gehen wir die Herausforderung Klimawandel gemeinsam an. Nur so lassen sich Lösungen für regionale Problemstellungen finden“, erklärt der Vorsitzende der Emschergenossenschaft, Uli Paetzel, die Intention.

Auch der Lippeverband, der Ruhrverband, der Regionalverband Ruhr und die linksniederrheinische Entwässerungsgenossenschaft sollen mit in das Projekt eingebunden werden. Über eine Servicestelle in Essen will die Emschergenossenschaft alle Maßnahmen koordinieren.

Zahlreiche Maßnahmen geplant

Bis 2040 wollen die Partner so den Abfluss von Regenwasser in Mischsystemen um 25 Prozent reduzieren und die Verdunstungsrate um zehn Prozent erhöhen. Außerdem planen sie, verrohrte Gewässer zu reaktivieren und zu entflechten und Hitzeinseln zu reduzieren. Dazu sollen unter anderem Flächen entsiegelt und Verdunstungsflächen geschaffen werden. Auch die Anlage von Regenwasserversickerungsanlagen sowie Dach- und Fassadenbegrünung sind geplant.

„Mit dem gemeinsamen Vorgehen setzen die Städte ein wichtiges Zeichen beim Thema Klimaschutz“, sagt Stadtbaurat Martin Harter. „Es ist aber auch eine Verpflichtung, konsequent weiter zu arbeiten und neue Projekte zu entwickeln.“ Wie die Fördergelder aufgeteilt werden, ist noch nicht bekannt. Aktuell sammelt die Stadt Gelsenkirchen aber bereits nach Ideen, welche konkreten Projekte sie einreichen möchte.

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