Mordverdacht

Gelsenkirchen: Ein Licht „brennt“ in Erinnerung an Anna S.

Mit dem Bild einer brennenden Kerze gedenkt die Familie der vermissten Gelsenkirchenerin Anna S. auf einer Facebook-Seite. Sie geht davon aus, dass die 35 jahre alte Frau getötet wurde. (Symbolbild)

Mit dem Bild einer brennenden Kerze gedenkt die Familie der vermissten Gelsenkirchenerin Anna S. auf einer Facebook-Seite. Sie geht davon aus, dass die 35 jahre alte Frau getötet wurde. (Symbolbild)

Foto: Kurt Michelis / FFS

Gelsenkirchen.  Wird nach der Leiche der Gelsenkirchenerin gesucht, ist der Tatverdächtige der Ex-Partner? Fragen, auf die Behörden bisher keine Antwort geben.

Auf der Facebook Seite von Dirk D. kann eine einzelne Kerze das Schwarz rundum nicht erhellen. Das Licht „brennt“ in Erinnerung an Anna S., die, so sieht es die Familie, „zum tödlichen Opfer ihres Ex-Freundes wurde. Anna durfte nur 35 Jahre alt werden. Ruhe in Frieden. In der Dunkelheit der Trauer leuchten die Sterne der Erinnerung. Du bleibst immer in unseren Herzen“, lautet der Facebook-Eintrag auf dunklem Grund, viele Freunde drücken ihr Beileid aus.

Was für die Familie eindeutig ist, steht für die Kripo dagegen offenbar längst nicht fest.

Ex-Partner der Frau lebt in Krefeld

Anna S. verschwand am 23. Juni 2019 aus ihrem gewohnten Lebensumfeld in Bismarck. Nach mehreren Tagen nahm die Polizei eine Vermisstenanzeige auf. Schließlich wurde auch ein Tötungsdelikt nicht mehr ausgeschlossen, wurden 5000 Euro als Belohnung für entsprechende Hinweise ausgelobt. In Krefeld, dort lebt ihr 46 Jahre Ex-Partner, ließen die Ermittler einen Müllbunker einer Entsorgungsfirma nach Spuren durchsuchen. Die Familie fürchtete früh, dass ihre Schwester und Schwägerin Opfer des 46-Jährigen geworden sein könnte, mit dem die gelernte Kindergärtnerin über eine längere Zeit eine schwierige, offenbar von Drohungen und Eifersucht geprägte Beziehung geführt habe. Der Mann galt ihres Wissens nach auch als gewalttätig.

Rücknahme der Vermisstensuche durch die Polizei

Am Dienstag, 26. November, nahm die Polizei, einen Tatverdächtigen fest – einen 46 Jahre alten Krefelder. Ob es der Ex-Freund ist, ließ sie offen. Im Zuge der Ermittlungen fanden Beamte auf sichergestellten Datenträgern belastendes Videomaterial. Nach jetzigem Ermittlungsstand bestehe „der dringende Tatverdacht, dass der Festgenommene Anna S. getötet hat“, hieß es tags darauf in einer Mitteilung der Behörden. Der 46-Jährige wurde am Mittwoch dem Haftrichter vorgeführt. Der Krefelder kam wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. Der Aufruf zur Vermisstensuche auf der Internetplattform der Polizei wurde umgehend zurückgenommen. Eigentlich Indiz dafür, dass die Ermittler davon ausgehen, das Schicksal der Gesuchten klären zu können.

Fragen an die Staatsanwaltschaft

Zum weiteren Verfahrensstand hat sich die Staatsanwaltschaft seither allerdings nicht geäußert. Ob sie mittlerweile offiziell bestätigen könne, dass der Tatverdächtige der ehemalige Partner der Anna S. ist, ob der Mann weiter in U-Haft bleibe, ob es Erkenntnisse zum Verbleib der Gelsenkirchenerin gebe und aktiv nach einer Leiche gesucht werde, wollte diese Redaktion in ihren Anfragen von der Staatsanwaltschaft Essen wissen. Verbreitetet wurde auch vom Düsseldorfer „Express“ die Vermutung, dass auf dem Videomaterial Bilder von der oder einer getöteten Frau gefunden wurden. Antworten dazu und den anderen Fragen gibt es bislang von Staatsanwältin Sonja Hüppe nicht. Sie teilte jeweils mit, dass „aufgrund der noch laufenden Ermittlungen keine über die Pressemitteilungen hinausgehenden Informationen erteilt werden“.

Die Ermittler, ist anzunehmen, sind offenbar weiter auf Beweis- und Spurensuche. Ende (noch) offen.

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