Gasleck

Gas im Nordsternpark: Suche nach Pipeline-Leck geht weiter

Der Kohlebunker im Gelsenkirchener Nordsternpark. Hier brannte es am Dienstagabend. Das Gebäude ist abgeriegelt.

Der Kohlebunker im Gelsenkirchener Nordsternpark. Hier brannte es am Dienstagabend. Das Gebäude ist abgeriegelt.

Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen.  Das Gasleck im Nordsternpark Gelsenkirchen ist noch nicht gefunden. Leitungsbetreiber KGNR hat Zweifel, ob Leck und Großeinsatz zusammenhängen.

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Die schadhafte Gasleitung im Gelsenkirchener Nordsternpark, die Polizei und Feuerwehr und etliche Spezialisten mehr als einen Tag lang nach Austritt des hochgiftigen Gases Kohlenmonoxid (CO) und dem Feuer am alten Kohlebunker in Atem gehalten hat, ist zwar gefunden – doch das Leck selbst an der Leitung noch nicht. Außerdem äußerte der Betreiber der Koksgasleitung Zweifel, ob Leckage und Feuer „im direkten Zusammenhang“ stehen.

Gas versorgt Industriebetriebe im nördlichen Ruhrgebiet

Nach Angaben des Gelsenkirchener Feuerwehrsprechers Carsten Jost „haben Suchtrupps das Leck an der Kokereigasleitung auf 50 bis 100 Meter“ eingrenzen können. Die Stelle, an der das Gas austritt aber noch nicht genau, weil die Leitung unterirdisch verläuft.

Das bestätigt auch Georg Oppermann, Sprecher der Kokereigasnetz Ruhr GmbH (KGNR), einer Tochter von Uniper. Das Unternehmen versorgt über die Leitung nach eigenen Angaben „drei bis vier größere Industriebetriebe im nördlichen Ruhrgebiet, rund um Gelsenkirchen-Scholven“. Ob es Versorgungsengpässe gegeben hat, bleibt unbeantwortet. Man stehe im beiderseitigen Austausch.

Spezialisten von Open Grid Europe, die im Auftrag der KGNR für den Gastransport zu den Betrieben zuständig sind, haben am späten Mittwochnachmittag die schadhafte Leitung per Schieber abgeriegelt. Nun suchen sie nach der Austrittsstelle.

Zweifel am ursächlichen Zusammenhang

Einsatzort alter Kohlebunker und die defekte Koksgasleitung nahe des Rhein-Herne-Kanals sind laut Feuerwehr etwa 100 Meter voneinander entfernt. „Deshalb können wir zu der Frage, ob Leck und Feuer im direkten Zusammenhang stehen, noch keine Aussage treffen“, folgert daraus KGNR-Sprecher Georg Oppermann. Das sei noch völlig unklar. „Das aufzuklären, ist Sache der Polizei.“

Die Ermittler hingegen „schließen eine Straftat aus“, wie Gelsenkirchens Polizeisprecherin Yvonne Shirazi Adl erklärt. „Unseren Erkenntnissen nach handelte es sich um eine defekte Gasleitung“, weshalb in dem Fall nicht mehr weiter ermittelt werde.

Nach Angaben von KGNR sei die Koksgasleitung streckenweise alt. In anderen Abschnitten befänden sich neue Rohre. „Es ist daher zum gegenwärtigen Zeitpunkt zu früh zu sagen, es hat einen technischen Defekt gegeben oder das Leck ist durch Überalterung des Materials entstanden“, sagt der KGNR-Sprecher. „Wir sind uns aber sicher, alle Auflagen zur Betriebssicherheit der Leitung erfüllt zu haben.“

Die Pipeline, mit Gas aus der Kokerei Prosper in Bottrop befüllt, werde regelmäßig alle sechs Wochen von Mitarbeitern des Gastransporteurs Open Grid Europe inspiziert. So auch am vergangenen Dienstag. Dabei schlug das CO-Warngerät des Kontrolleurs gegen 18 Uhr wegen stark überhöhter Werte Alarm, der Mann entdeckte auch den Feuerschein rund um den alten Kohlebunker.hier gibt es mehr artikel und bilder aus gelsenkirchen

Feuerwehr ist auf weitere Schächte mit giftigen Kohlenmonoxid gestoßen

Die Gelsenkirchener Feuerwehr ist weiterhin – aber mit reduzierter Mannstärke – im Nordsternpark im Einsatz, weil sie offenbar im Gelände noch Stellen mit Kohlenmonoxid ausfindig gemacht hat. Feuerwehr-Sprecher Carsten Jost: „Wir sind auf mehrere kleinere, 20 bis 30 Zentimeter breite Schächte mit erhöhter CO-Konzentration gestoßen. Die sind aber nicht zugänglich. Derzeit arbeiten wir daran, herauszufinden, woher das Gas kommt – möglicherweise handelt es sich um Faulgase. Von ihnen geht aber keine Gefahr aus, weil sie mit einem Betondeckel verschlossen sind.“

Der Nordsternpark ist nicht mehr gesperrt. Lediglich der Kohlebunker ist eingezäunt sowie auch der schadhafte Streckenabschnitt der Koksgasleitung nahe des Rhein-Herne-Kanals.

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