Digitaler Wandel

Fördermittel für die digitale Modellstadt Gelsenkirchen

Schnelles Internet ist ein Standortvorteil. In Gelsenkirchen, Bottrop und Gladbeck liegen bereits 620 Kilometer Glasfaserkabel.

Foto: Marijan Murat/dpa

Schnelles Internet ist ein Standortvorteil. In Gelsenkirchen, Bottrop und Gladbeck liegen bereits 620 Kilometer Glasfaserkabel.

Gelsenkirchen.   Gelsenkirchen zählt zu den fünf Projektstädten in Nordrhein-Westfalen, die „digitale Treiber“ für Serviceangebote der Rathäuser werden.

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Fünf Kommunen im Land werden „digitale Modellstadt“ – Gelsenkirchen ist dabei. Nach dem Start des Projekts in Paderborn im vergangenen Jahr sollen nun auch neben Gelsenkirchen Aachen, Soest und Wuppertal Behördengänge und interne Abläufe in den Rathäusern und Dienstleistungen digitalisieren, so NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart am Freitag in Düsseldorf.

Ziel sei es, innerhalb der nächsten drei Jahre alle städtischen Dienstleistungen zu digitalisieren – für Bürger und Gewerbe“, erklärte Pinkwart. Dazu zähle die Pass-Verlängerung ebenso wie die Gewerbeanmeldung oder die Reservierung eines Kita- und Pflege-Platzes „vom Sofa aus“. Bis 2021 stehen den Städten für die Umsetzung insgesamt 91 Millionen Euro Landesmittel zur Verfügung.

Westfälische Hochschule ist eingebunden

Gelsenkirchen wurde auch deshalb ausgewählt, weil die Stadt bereits erhebliche Vorarbeiten im Bereich Digitalisierung geleistet und bereits Kooperationsvereinbarungen mit wichtigen Akteuren getroffen hat sowie über eine exzellente Glasfaser-Infrastruktur verfügt.

Beispiele: 2016 wurde das „Open Data“-Projekt im Rathaus angeschoben. Statistiken, Einwohnerdaten, Fakten zu Verkehr und Infrastruktur wird die Stadt künftig zur Weiterverwendung teilen. Seit 2017 hat Gelsenkirchen revierweit das größte freie und zusammenhängende W-Lan-Netz in einem Innenstadtbereich mit über 250 Hotspots. Alle 86 Schulen sind an Glasfaser angeschlossen, alle 123 Kindergärten kommen 2018 ans schnelle Netz. Davon werden rund 45 000 Kinder profitieren. „So weit wie wir ist keine andere Stadt im Land beim Ausbau des Glasfasernetzes“, glaubt Stadtsprecher Martin Schulmann. 620 Kilometer liegen bereits im Bereich Gelsenkirchen/Gladbeck/Bottrop, mehr als 800 Unternehmen und über 5000 Wohneinheiten sind angeschlossen, auch die Kliniken hängen längst am schnellen Datennetz.

Der superschnelle Mobilfunkstandard 5G

„Smart City will heute jede Stadt sein. Wir wollen etwas mehr. Wir wollen eine in jeder Hinsicht vernetzte Stadt sein, in der die Digitale Vernetzung in Diensten der ganz realen sozialen Vernetzung steht. Der superschnelle Mobilfunkstandard 5G wird dabei ein großer Schritt nach vorne sein und vollkommen neue Möglichkeiten für die Menschen in unserer Stadt bieten“, sagt Oberbürgermeister Frank Baranowski. 5G sei dabei elementarer Bestandteil der Strategie. Fachleute sehen darin das Rückgrat der digitalen Vernetzung in der Zukunft.

Der ideale Ort, um innovative Projekte zu entwickeln

Die genaue Verteilung der Mittel unter Beteiligung der Wirtschaft werde sich laut Pinkwart an der Zahl förderfähiger Ideen orientieren. Gelsenkirchen könne dabei auf die Digitalisierungs-Initiative „Smart Region“ aufsetzen. Zudem sei die Westfälische Hochschule gut eingebunden. Aus Sicht des Landes sollen die Modellstädte „digitale Treiber“ für Serviceangebote der Rathäuser rund um die großen Themen wie Bildung, Gesundheit, Mobilität und Wohnen werden. „Zugleich wollen wir, dass die Bürgerinnen und Bürger praktisch erleben, wie die Digitalisierung den Umgang mit Ämtern und Behörden sowie das Leben in der Stadt vereinfacht und bequemer macht“, so der Minister. Kommunen seien „der ideale Ort, um innovative Projekte zu entwickeln, auszuprobieren und voneinander zu lernen.“

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