Außenhandel

Exportkontrollen belasten auch Gelsenkirchener Firma GHH

Markus Töns (Mitte), SPD-Bundestagsabgeordneter, machte sich vor Ort ein Bild von der Arbeit von GHH Fahrzeuge in Gelsenkirchen. Geschäftsführer Jan Petzold (links) führte durch die Fabrikhalle.

Markus Töns (Mitte), SPD-Bundestagsabgeordneter, machte sich vor Ort ein Bild von der Arbeit von GHH Fahrzeuge in Gelsenkirchen. Geschäftsführer Jan Petzold (links) führte durch die Fabrikhalle.

Foto: Olaf Ziegler / Funke Foto Services GmbH

Gelsenkirchen-Erle.  Mittelständler leiden auch in Gelsenkirchen unter Exportkontrollen. Dabei ist der Außenhandel für eine Firma wie GHH Fahrzeuge sehr wichtig.

Große Fahrlader, Muldenkipper und Bohrgeräte – die Firma GHH Fahrzeuge aus Erle arbeitet vor allem an den besonders mächtigen Geräten. Das Unternehmen stellt die speziellen Fahrzeuge für den Einsatz im Berg- und Tunnelbau her – und exportiert diese erfolgreich auf der ganzen Welt.

Rund 210 Angestellte haben bei GHH in Gelsenkirchen

Gerade dieser Export dank freier Märkte sichert Arbeitsplätze in mittelständischen Unternehmen, wie es GHH Fahrzeuge mit seinen rund 210 Angestellten ist. Welche Bedeutung der Freihandel für Mittelständler hat, beleuchtete der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) im Rahmen eines Pressegesprächs vor Ort gemeinsam mit dem Gelsenkirchener Bundestagsabgeordneten Markus Töns (SPD), der sich die Arbeit des Betriebs bei einem Rundgang zudem auch genauer ansah.

„70 Prozent unserer Umsätze läuft über den Export“, machte Jan Petzold, Geschäftsführer bei GHH, den Stellenwert der Auslandslieferungen für seinen Betrieb deutlich. Der Außenhandel hätte sich jedoch in den letzten Jahren erschwert. Ein wesentlicher Grund: Politische Sanktionen.

Sanktionen gegen Iran und Russland sorgen für Einbrüche

Besonders Exporte in den Iran seien durch die US-amerikanischen Sanktionen im Rahmen des Atomstreits nahezu zur Gänze eingebrochen. Zwischen 2016 und 2019 betrug der Umsatz immerhin circa 6,5 Millionen Euro. Seit 2016 sind auch die Umsätze mit dem russischen Markt rückläufig, da es auch hier vorübergehende Lieferstopps an einige Kunden gegeben hat. „Bei den Exportkontrollen sind zudem immer höhere Aufwendungen nötig“, sagte Petzold und bezog sich dabei vor allem auf die Auslieferung von Ersatzteilen. Eine möglichst schnelle Lieferung von wichtigen Komponenten sei deshalb oftmals einfach nicht mehr möglich.

Töns nimmt die EU in die Pflicht

Der unbefriedigenden Situation ist sich Markus Töns bewusst. „Wir brauchen sichere Märkte. Der Freihandel ist ein zentrales Thema der nächsten Jahre“, sagte der 55-Jährige. Durch den Wegfall der USA, sei nun eben eine stärkere Europäische Union wichtiger denn je, betonte Töns weiterhin. Die Kündigung des Iran-Abkommens hält er für einen Fehler: „Solange gehandelt wird, wird nicht geschossen. Wir müssen durch einen funktionieren Markt für Stabilisierung sorgen.“

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